Paneldiskussion: Rassismus, migrantische Selbstorganisation und der Mauerfall

Details
Paneldiskussion mit Garip Bali (Berlin), Rashid Jadla aka Sonne Ra (Erfurt), Angelika Nguyen (Berlin) & José Paca (Erfurt)

Moderation: Ceren Türkmen (VBRG)

Geschichte wird in der Gegenwart geschrieben. Sie ist deshalb nicht nur Teil des kollektiven Gedächtnisses, sondern auch der kollektiven Erinnerung in der Gegenwart. Die vielen Erzählungen über das Wendejahr 1989 und den Mauerfall reihen sich in einen dominierenden Erzählstrang um den Mythos der friedlichen und nationalen Wiedervereinigung ein. Aus migrantischer, antirassistischer und antifaschistischer Perspektive gleicht der nationale Mythos einem Einheitstaumel mit langem Schatten, in dem das Ausmaß des Nationalismus, Neonazismus und Rassismus der Wendezeit in einem nicht vermessenen Dunkelfeld verzerrt wird. Dieses Dunkelfeld hat ein verzerrtes Selbstverständnis „Deutschlands” über die wiedervereinte Nation auf Kosten der Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt hergestellt.

Das Diskussionspanel am 8. Oktober 2020 lädt Gäste ein, die als Zeitzeug*innen die Wendejahre aus migrantischen und antirassistischen Perspektive erzählen werden. Ihre antirassistischen und antifaschistischen Erinnerungen bilden die Gegengeschichte zum nationalen Einheitstaumel. Sie berichten mit ihren Perspektiven auf die Wiedervereinigung von der neuen Dimension neonazistischer Gewalt und ihrem Widerstand, und konfrontieren somit sowohl das kollektive Gedächtnis als auch in letzter Instanz die Geschichtsschreibung mit dem auf der Hand liegenden Rassismus der Wendejahre.

Livestream via [Link folgt]

Public Viewing: [Übertragungsorte folgen]

Organisiert von: VBRG e.V., ezra – Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen & Aktionsbündnis – Antira (ABA)

Der VBRG setzt sich dafür ein, dass Opfer rechter Gewalt bundesweit
Zugang zu professionellen, unabhängigen, kostenlosen und parteilich in ihrem Sinne arbeitenden Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen
erhalten. Derzeit sind 14 unabhängige Beratungsstellen für Betroffene
rechts, rassistisch und antisemitisch motivierter Gewalt aus zwölf
Bundesländern im VBRG e.V. zusammengeschlossen. Der VBRG e.V. wird durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen, und Jugend im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ gefördert sowie durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

ezra arbeitet in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Seit April 2011 unterstützt die Beratungsstelle Menschen, die angegriffen werden, weil Täter*innen sie einer von ihnen abgelehnten Personengruppe zuordnen. Finanziert wird die Opferberatungsstelle über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „DenkBunt“.

Facebook: https://www.facebook.com/events/1209974842699326

The event is finished.

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