„sicher nicht“ R für RISIKO // Ausstellungsreihe ABC

Laufzeit: 8. April bis 6. Juni 2021

Ort: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei.

Kuratorin: Dr. Jule Reuter, Kuratorin, Burg Galerie am Volkspark, Gala Goebel, kuratorische Assistenz
Führungen durch die Ausstellung: Jeweils sonntags um 15 Uhr führen Studierende der kunstpädagogischen Studiengänge durch die Ausstellung.

Die Studierenden, Mitarbeiter*innen und Lehrenden der BURG dürfen ab 8. April 2021 einzeln die Ausstellung „sicher nicht“ in der Burg Galerie besuchen (täglich 14-19 Uhr).

Wir haben eine neue Besuchsregelung, nach der jetzt mehr Zeitfenster für Euch als Besucher*innen zur Verfügung stehen. Im Viertelstundentakt können sich Hochschulangehörige einen Ausstellungsbesuch buchen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen ist die Ausstellung nur für Mitglieder der Hochschule zugänglich. Aktuelle Informationen und Änderungen sind auf der Ausstellungswebsite zu finden.

Alle bisher getätigten Anmeldungen über Doodle sind weiterhin gültig. Die Zeitfenster betragen jeweils 45 Minuten. Um Kontakte zu minimieren, seid bitte pünktlich zu Eurem Zeitfenster vor Ort. Ihr müsst am Eingang dann einfach Euren Namen nennen, den Burgausweis zeigen, das Kontaktformular ausfüllen und habt dann 45 Minuten in der Ausstellung! Zeitgleich sind max. 3 Personen in der Ausstellung. Falls Ihr den Termin nicht wahrnehmen könnt, storniert ihn bitte.

Viel Freude in unserer großartigen Ausstellung!

Wann die Burg Galerie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist steht noch nicht fest. Wir halten Euch hier auf dem Laufenden!

Seit 2020 hat sich unsere Wahrnehmung, mit einem Risiko zu leben, intensiviert. Durch das neuartige SARS-CoV-2 Virus und die davon ausgelöste weltweite Pandemie haben sich viele Dinge radikal geändert. Bis heute müssen wir mit persönlichen und kollektiven Einschnitten zurechtkommen, die kaum jemand von uns in diesem Ausmaß vorher erfahren hat. Viele Fragen wurden aufgeworfen und machen ein neues Nachdenken nötig:über Gemeinschaft, Verantwortung, das eigene Handeln, Solidarität und auch über Ängste, Gefahren und Nichtwissen.

Diese zugespitzte Situation hat zugleich wie im Brennglas vieles verdeutlicht, was ohnehin die aktuellen Debatten vor allem in unseren westlichen Gesellschaften bestimmt ‒ Risiken, die durch eine neoliberale Politik forciert werden wie Klimaveränderungen und wachsende soziale Ungleichheit, aber auch autoritäre Machtansprüche oder mediale Einflussnahmen.

Wie gehen Designer*innen und Künstler*innen mit dieser komplexen Problematik um? Welche neuen Fragen werden gestellt, welche Bilder und Formen entwickelt, welche Handlungsräume erprobt?

Die Ausstellung sicher nicht richtet ihr Augenmerk auf viele unterschiedliche Themen, die sich teilweise durchdringen. So wird das Risiko, das Menschen einzugehen bereit sind, um die repressive Politik in ihren Ländern zu ändern, befragt. Gleichzeitig wird die globale Wirkungsmacht des Geldes in den Blick genommen. Neben lange nachwirkenden Kriegsfolgen finden aktuelle Erfahrungen von Flucht und Rassismus, aber auch Missbrauchserfahrungen Aufmerksamkeit und evozieren die Frage nach Verantwortung. Leise, behutsame Arbeiten wiederum, die sich Spannungsverhältnissen und Materialerkundungen widmen, offenbaren im Kontext der Risikobetrachtung neue Lesarten. Zahlreiche Werke setzen sich mit dem Verhältnis des Menschen zur Wissenschaft, zu seiner Umwelt und zum Tier auseinander und geben Gefühlen wie Einsamkeit und dem Bedürfnis nach Nähe einen Raum. Das Bild des Menschen, der von sich annimmt, sich weiterentwickelt zu haben und doch immer wieder an Grenzen stößt, wird in vielfältiger Weise in der Ausstellung auf den Prüfstand gestellt.

Ausstellende
Seunghoon Baek, Dana László da Costa/Jorge Sánchez di Bello, Niclas Heider, Amber Hummel, Ju Hyun Hwang, Susanne Henny Kolp, Susanne Langbehn, Anne Martin, Sofia Mayer, Emma Louise Meyer, Luise Menz/Sophie Pischel/Lena Würsching in Kooperation mit der Break Isolation Group und International Women* Space, Agathe Michalski, Elisabeth Otto, Ludwig Pfeiffer, Olivia Pils, Nilay Lili Sahin, Catherine Sanke, Sami Sayegh, Louisa Schrimpf, Melanie Schulz, Alexia von Salomon/Alina Weber

Gastbeiträge
akg-images / Valery Zufarov
Sammy Baloji
cultprotest.me / Rufina Bazlova, Yura Ledyan, Marina Naprushkina

Dank an:
Juliane Bischoff (NS-Dokumentationszentrum München), Estelle Lecaille (Twenty Nine studio, Brüssel), Maxim Tyminko (Amsterdam)

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Mehr Information:
https://www.burg-halle.de/hochschule/hochschulkultur/burg-galerie/e/sicher-nicht-1/

Links Instagram:
@burggalerie
@fempower.burg
@lewinskii
@luise_mnz
@sovielpixel

Website
www.formatedesdialogs.de

*Photo credit: Max Méndez


"Good morning everyone. I’m reporting from Michendorf in Potsdam." - Lager Reports, March 2021

Report #59
24.03.21

Hi ladies, I am reporting from Alt Ruppin.

There is a container, a Lager, where they sent everybody from different Lagers before, where I lived before there were people who had Corona. And they closed this because … the health people they came, and it was closed. Now they open again. When people come from Eisenhüttenstadt and somewhere else. First, you land there then they distribute people to different Lagers according to if you are alone or if you have a family.

Ok, in this Lager we have swiping cards. And they tell us if you go out you leave it to security and you tell them where you are going. If you come back, you pick it, open your door and stay inside.

If you go out more than 8 hours they take you to quarantine for 2 weeks. In quarantine, there are social workers who make shopping for you, at your own cost. They buy the wrong things or expensive things. And you are not allowed to go any minute out. The moment you are out, even for half an hour, they prolong the days, you start fresh to stay in quarantine.

I was in quarantine last year when I was in Berlin. They kept me there for 2 weeks. They gave me an Ausweis without an address. So I had to stay there, they said if you don’t stay in quarantine, they don’t give you money, they don’t prolong your Ausweis and then they give you Residenzpflicht (movement restrictions).

In any case, you go out of this place more than 8 hours. It doesn’t matter if you come from quarantine yesterday, you will go back again for 2 weeks. So this is the third time I go to quarantine and if you go there they take your Ausweis. They give you one week or two weeks for you to stay there and then they give you a new address. So right now I have changed about five addresses, in the same town. Different, different addresses because they don’t want people to go to Berlin. And it’s not really interesting.

There are people who are working, they are sharing rooms. Each pay 200 euro to live in – to share the rooms here. Also the people who are working they have no right to go away. So the idea is everybody to stay here. They are saying, oh they don’t know if you have Corona or you don’t have Corona, things like this.

In the quarantine where people go in Wusterhausen, they try to squeeze people together, it’s not really a quarantine. For the men there are two double deckers in one room. For the women there are two beds so they can put 3 people inside. Last time for two weeks I was there and they wanted to bring me two Kenyan ladies – they were from Berlin.

Then I called the health people, I told them I have problems with my health and I don’t know where these ladies are coming from and I do not accept that they bring me two other people in the room. That is not really quarantine. So they didn’t bring me the ladies. The ladies also complained that they don’t want rooms to be shared with anybody, because everybody don’t know where the other people are coming from. There was one lady who had already Corona before and she went to Berlin. On coming back they wanted to bring her to our room, and this is not a very interesting condition.

There is also something. This Lager was closed 4 months ago. It was in the newspaper. They had [the] most refugees who were affected with Corona – they closed. After they cleaned and they started again, everybody was sent away, and they opened fresh. We have people here from DoKi, Eisenhüttenstadt and some other Lagers from somewhere else in Brandenburg. But what is not understandable here is why they switch people from different places and bringing them here? Yeah.

Hallo Ladies, ich berichte aus Alt Ruppin.

Es gibt einen Container, ein Lager, wo sie alle von verschiedenen vorherigen Lagern hingeschickt haben, wo ich vorher gewohnt habe, da waren Leute, die Corona hatten. Und das haben sie geschlossen, weil … die Gesundheitsleute kamen und es war geschlossen. Jetzt machen sie wieder auf. Die Leute kommen von Eisenhüttenstadt und woanders her. Zuerst landen die Personen dort dann werden sie auf verschiedene Lager verteilt, je nachdem, ob sie allein sind oder eine Familie haben.

Ok, in diesem Lager haben wir Magnetkarten. Und sie sagen uns, wenn du rausgehst, lässt du sie beim Sicherheitsdienst und sagst ihnen, wohin du gehst. Wenn du zurückkommst, holst du sie ab, öffnest deine Tür und bleibst drinnen.

Wenn wir länger als 8 Stunden draußen bleiben, kommen wir für 2 Wochen in Quarantäne. In der Quarantäne, gibt es Sozialarbeiter*innen, die für uns einkaufen gehen, auf unsere eigenen Kosten. Sie kaufen die falschen Dinge oder teure Dinge. Und du darfst keine Minute rausgehen. Sobald du draußen bist, auch nur für eine halbe Stunde, verlängern sie die Tage, du fängst neu an mit der Quarantäne.

Ich war letztes Jahr in Quarantäne, als ich in Berlin war. Sie behielten mich dort 2 Wochen lang drinnen. Sie gaben mir einen Ausweis ohne Adresse, also musste ich dort bleiben. Sie sagten, wenn du nicht in Quarantäne bleibst, geben sie dir kein Geld, sie verlängern deinen Ausweis nicht und dann geben sie dir Residenzpflicht.

Auf jeden Fall, wenn du mehr als 8 Stunden aus dem Ort rausgehst. Es spielt keine Rolle, ob du gestern gerade erst aus der Quarantäne rausgekommen bist, du gehst wieder rein für 2 Wochen. Also damals bin ich in die Quarantäne gegangen und wenn du dort hingehst, nehmen sie deinen Ausweis. Sie geben dir eine Woche oder zwei Wochen, in denen du dort bleibst und dann geben sie dir eine neue Adresse. Im Moment habe ich also ungefähr fünf Adressen geändert, in der gleichen Zeit. Unterschiedliche, unterschiedliche Adresse weil sie nicht wollen, dass die Leute nach Berlin gehen. Und es ist nicht sehr interessant.

Es gibt Leute, die arbeiten, die teilen sich Zimmer. Jede*r zahlt 200 Euro, um die Zimmer zu wohnen – zu teilen hier. Auch die Leute, die arbeiten, haben kein Recht, wegzugehen. Also die Idee ist, alle bleiben hier. Sie sagen, “Oh, sie wissen nicht, ob ihr Corona habt oder nicht” und solche Sachen.

In der Quarantäne, wo die Leute in Wusterhausen hinkommen, versuchen sie, die Leute hineinzupressen, es ist nicht wirklich eine Quarantäne. Für die Männer gibt es zwei Doppelbetten in einem Raum. Für die Frauen gibt es zwei Betten, so dass sie 3 Leute reinpacken können. Das letzte Mal war ich für zwei Wochen dort und sie wollten mir zwei kenianische Damen bringen, die kam aus Berlin.

Dann habe ich die Leute von der Gesundheitsbehörde gerufen und ihnen gesagt, dass ich Probleme mit meiner Gesundheit habe und nicht weiß, woher diese Damen kommen, und dass ich nicht akzeptiere, dass sie mir zwei weitere Personen in das Zimmer bringen. Das ist nicht wirklich Quarantäne. Also haben sie die Damen nicht hergebracht. Die Damen haben sich auch beschwert, dass sie nicht wollen, dass wir das Zimmer mit anderen teilen, weil wir nicht wissen, wo die anderen Leute herkommen. Es gab eine Dame, die schon vorher Corona hatte und sie ging nach Berlin. Als sie zurückkam, wollten sie sie in unser Zimmer bringen, und das ist kein sehr interessanter Umstand.

Es gibt noch etwas. Dieses Lager wurde vor 4 Monaten geschlossen. Es stand in der Zeitung. Es war das Lager mit den meisten Flüchtlingen, die mit Corona infiziert waren, sie haben es geschlossen. Danach haben sie es gereinigt und wieder geöffnet. Alle wurden weggeschickt, dann haben sie neu aufgemacht. Wir haben hier Leute aus DoKi, Eisenhüttenstadt und ein paar anderen Lagern von irgendwo anders in Brandenburg. Was aber nicht nachvollziehbar hier ist, warum sie die Leute aus verschiedene Orten austauschen und hierher bringen? Ja.

Report #58
24.03.21

Hello everyone, this is a report from Herzberg.

We’ve not had any cases of Corona reported within the Heim, but we’ve had cases of Corona reported in the Herzberg Landkreis in general of about 200 people or more. When the Corona pandemic started, the situation here was very, very different, but with time the administration has tried to put a bit of some improvements within the Heim.

However, when it comes to shared facilities for example the toilets, the bathrooms, the kitchen and even the rooms where we sleep, we are not able to observe and it is very impractical – it’s basically not possible to observe the 1.5 meter distance from each other. In the kitchen, for example, sometimes we would find ourselves like four people trying to prepare a meal and we are not able to again observe the 1.5 meter distance.

We are also not able to have masks, so it becomes really, really very difficult. In the same shared facilities, the door handles that are being touched by every other person, being used by every other person, are not sanitized constantly and therefore this puts us at risk and it is still a problem when it comes to infection and transmission of the Coronavirus.

Herzberg, just like many other Lagers or Heims, is situated quite a distance from the central point of services in Berlin. Because most of us in Brandenburg, when we started applying for asylum, we found ourselves in the main reception center in Eisenhüttenstadt and therefore, when it came to searching or having services, for example, like calling for lawyers, for doctors, we ended up getting the same services in Berlin.

Therefore, the distance from Herzberg to Berlin, one, is very costly, because if you have to make a return trip it costs you quite an amount of money. Also, with the start of the pandemic, we had interruptions in terms of the schedule of buses and trains and therefore the transport becomes very unreliable and inconveniencing, especially if we have to go for a return trip to Berlin in search of such services.

For people or residents who have specific needs for example on health and they have to make some visits to for example their doctors in Berlin, maybe their psychotherapist in Berlin, or maybe they have been put on special diets – this becomes an added problem to them, because again in addition to the cost of the travel that they have to cater from the social money or pocket money that they receive from the social Amt every end of every month, they have to cater for all of this on this from the same, same amount of money. If they have to be put on special diets, that means it is an added cost, that is not catered for as an additional cost within the money that they receive from the social (Amt).

In here in the Heim, we do not have an Internet connection and you’re forced to either buy bytes from the Lager administration or you source it from outside and once again this goes back to the same, same amount of money that you have received from the social money. So, it becomes really quite a challenge for the residents. It becomes quite a challenge you know trying to cater for all these costs from the same, same amount of money.

In this period of Corona, we still had a deportation attempt of one family, and this happened when the head of the household or the head of the family who is a man, collected all the Ausweis from his family and had to go to the Ausländerbehörde (foreigner’s office) for renewal and apparently what happened is that they detained him there and they came back with a vehicle trying to or attempting to get the rest of the family members for deportation.

Luckily, some of the family members were not, were not able to be found at that particular time and they had to release the head of household back to the Lager. He came back and he was sharing his painful and traumatic ordeal and experience at the Ausländerbehörde where he was being harassed to provide the rest of the family members.

It is quite challenging and especially because even with this time of Corona when all of us have to fight with how to protect ourselves, with how to fight the pandemic, we still have these cases of either deportations or attempted deportations. So, it’s quite a challenge and very tough for the residents and we hope that things might be different at some point.

Thank you.

Hallo an alle, dies ist ein Bericht aus Herzberg.

Innerhalb des Heims wurden keine Corona-Fälle gemeldet, aber allgemein im Landkreis Herzberg wurden mehr als 200 Fälle von Corona gemeldet. Als die Corona-Pandemie begann, war die Situation hier sehr, sehr anders, aber mit der Zeit hat die Verwaltung versucht, einige Verbesserungen innerhalb des Heims einzurichten.

Aber wenn es um Gemeinschaftseinrichtungen geht, wie z.B. die Toiletten, die Bäder, die Küche und sogar die Zimmer, in denen wir schlafen, können wir nicht beobachten und es ist sehr unpraktisch – es ist im Grunde nicht möglich, die 1,5 Meter Abstand zueinander einzuhalten. In der Küche zum Beispiel sind wir manchmal vier Personen, die versuchen, eine Mahlzeit zuzubereiten, und wir können die 1,5 Meter Abstand nicht einhalten.

Wir können auch keine Masken haben, so dass es wirklich sehr, sehr schwierig wird. In denselben Gemeinschaftseinrichtungen werden die Türklinken, die von allen anderen Personen angefasst und benutzt werden, nicht ständig desinfiziert, was uns in Gefahr bringt und immer noch ein Problem darstellt, wenn es um die Infektion und die Übertragung des Coronavirus geht.

Herzberg ist, wie viele andere Lager oder Heime, ziemlich weit von der zentralen Anlaufstelle in Berlin entfernt, weil die meisten von uns in Brandenburg, als wir anfingen, Asyl zu beantragen, in der zentralen Aufnahmestelle in Eisenhüttenstadt gelandet sind und deshalb, wenn es darum ging, Dienstleistungen zu suchen oder in Anspruch zu nehmen, wie z.B. Anwält*innen, Ärzt*innen zu rufen, haben wir am Ende die gleichen Dienstleistungen in Berlin bekommen.

Deshalb ist die Strecke von Herzberg nach Berlin, erstens, sehr teuer, denn wenn du eine Rückfahrt machen musst, kostet dich das eine ganze Menge Geld. Auch mit dem Beginn der Pandemie hatten wir Unterbrechungen in Bezug auf den Fahrplan von Bussen und Zügen und deshalb wird der Transport sehr unzuverlässig und unbequem, besonders wenn wir eine Hin-und Rückfahrt nach Berlin auf der Suche nach solchen Angeboten machen müssen.

Für Menschen oder Bewohner*innen, die spezielle Bedürfnisse haben, z.B. in Bezug auf die Gesundheit, und die einige Besuche machen müssen, z.B. zu ihren Ärzt*innen in Berlin, vielleicht zu ihrem Psychotherapeut*innen in Berlin, oder vielleicht wurden sie auf spezielle Diäten gesetzt. Das wird für sie zu einem zusätzlichen Problem, denn zusätzlich zu den Fahrtkosten, die sie vom Sozialgeld oder Taschengeld, das sie am Ende des Monats vom Sozialamt erhalten, aufbringen müssen, müssen sie das alles von demselben Geldbetrag bezahlen. Wenn sie auf spezielle Diäten gesetzt werden müssen, bedeutet das zusätzliche Kosten, die nicht als zusätzliche Kosten innerhalb des Geldes, das sie vom Sozialamt erhalten, abgedeckt sind.

Hier im Heim haben wir keinen Internetanschluss und du bist gezwungen, entweder Bites von der Lagerverwaltung zu kaufen oder du besorgst es von außerhalb und das geht wieder auf den gleichen Geldbetrag zurück, den du vom Sozialgeld erhalten hast. Es wird also eine ziemliche Herausforderung für die Bewohner*innen, all diese Kosten mit demselben Geldbetrag zu decken.

In dieser Periode von Corona hatten wir noch einen Abschiebungsversuch einer Familie, und das geschah, als der Haushaltsleiter*in oder das Oberhaupt der Familie, der ein Mann ist, alle Ausweise seiner Familie einsammelte und zur Ausländerbehörde gehen musste, um sie zu verlängern, und anscheinend geschah es, dass sie ihn dort festhielten und mit einem Fahrzeug zurückkamen, um zu versuchen, den Rest der Familienangehörigen zur Abschiebung zu holen.

Glücklicherweise waren einige der Familienangehörigen nicht aufzufinden, und sie mussten den Haushaltsleiter zurück ins Lager entlassen. Er kam zurück und erzählte von seiner schmerzhaften und traumatischen Qual oder seinem Erlebnis bei der Ausländerbehörde, wo er schikaniert wurde, um den Rest der Familienangehörigen zu versorgen.

Es ist eine ziemliche Herausforderung und vor allem, weil selbst in dieser Zeit von Corona, in der wir alle damit zu kämpfen haben, wie wir uns schützen können, wie wir die Pandemie bekämpfen können, haben wir immer noch diese Fälle von Abschiebungen oder versuchten Abschiebungen. Es ist also eine ziemliche Herausforderung und sehr hart für die Bewohner*innen und wir hoffen, dass die Dinge irgendwann anders werden.

Vielen Dank.

Report #57
10.03.2021

Good morning ladies. This is a report from Fürstenberg Heim.

Fürstenberg Heim is a mixed occupancy for both families and single people. We do have sanitizers at the entrance of the building and we are required to wear masks along the corridors or when we go to visit the offices.

We share utilities like kitchen, toilets, bathrooms, and laundry. Here, social distance is not very practical because no one supervises how many people are in the kitchen at the same time.

Early this month, there was an outbreak of Corona that involved [a] family of five members and one other single mother. They were immediately evacuated and taken for quarantine in Oranienburg.

As a result of this outbreak, all residents were required to undertake Corona tests. This is still ongoing especially for people who have been away from the Heim for more than two days. There is a room which has been set aside for such with the health worker who does the test. They use the rapid test kit and you get the results with a certificate within thirty minutes of testing.

Still, we don’t have information yet about when the vaccination will be rolled out in the Heim. Though we have been given information that we may be required to have a vaccination.

As for cleanliness, the shared utilities like kitchen, toilets, bathroom, and the corridors, they are cleaned by employees of the Heim and the other things – the other cleanliness is individual responsibility. For example, the handwashing and the hand sanitization is your own responsibility and also to wear a mask is also your own responsibility.

They have not restricted people from moving around. And about the Ausweis, we don’t have challenges about renewal.

We also don’t have people with disabilities or people who require special needs in the Heim.

Thank you.

Guten Morgen meine Damen. Dies ist ein Bericht aus dem Heim in Fürstenberg.

Das Fürstenberg Heim hat eine gemischte Belegung, sowohl Familien als auch Alleinstehende. Wir haben Desinfektionsmittel am Eingang des Gebäudes und wir sind verpflichtet, Masken auf den Fluren zu tragen oder wenn wir in die Büros gehen.

Wir teilen uns Einrichtungen wie Küche, Toiletten, Bäder und die Räume für die Wäsche. Soziale Distanz ist hier nicht wirklich praktikabel, weil nicht überwacht wird, wie viele Leute sich gleichzeitig in der Küche aufhalten.

Anfang des Monats gab es einen Ausbruch von Corona. Eine fünfköpfige Familie und eine weitere alleinerziehende Mutter waren betroffen. Sie wurden sofort evakuiert und zur Quarantäne nach Oranienburg gebracht.

Als Folge dieses Ausbruchs wurden alle Bewohner*innen aufgefordert, Corona-Tests zu machen. Das ist immer noch so, vor allem bei Personen, die länger als zwei Tage nicht im Heim waren. Es gibt einen Raum, der dafür eingerichtet wurde, mit der*dem Gesundheitshelfer*in, die*der den Test durchführt. Sie benutzen das Schnelltest-Kit und wir bekommen die Ergebnisse mit einem Zertifikat innerhalb von dreißig Minuten nach dem Test.

Noch haben wir keine Informationen darüber, wann die Impfung im Heim eingeführt wird. Allerdings haben wir die Information erhalten, dass wir möglicherweise geimpft werden müssen.

Was die Sauberkeit betrifft, so werden die gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen wie Küche, Toiletten, Bad und die Flure von Mitarbeiter*innen des Heims gereinigt und die anderen Dinge – die andere Sauberkeit ist individuelle Verantwortung. Zum Beispiel ist das Händewaschen und das Desinfizieren der Hände die eigene Verantwortung und auch eine Maske zu tragen, ist ebenfalls die eigene Verantwortung.

Sie haben die Leute nicht daran gehindert, sich zu bewegen. Und was den Ausweis angeht, haben wir keine Probleme mit der Erneuerung.

Wir haben auch keine Menschen mit Behinderungen oder Menschen, die besondere Bedürfnisse haben, im Heim.

Danke.

Report #56
10.03.2021

Good morning everyone. I’m reporting from Michendorf in Potsdam.

Here in Michendorf, we have in January and February, we have not any recorded any new case of Coronavirus. We don’t have any new cases.

Visitors are still not allowed in the Heim but some people will always find a way of sneaking in the visitors because you can see, especially during the weekends, many visitors here who don’t belong here. Yet, we have the security down there so you wonder where and how they got into the premises.

We are still all wearing on our masks – going to the office, going to the kitchen but this is not observed by everyone. Some people are doing it and some are opting not to do it.

In the kitchen especially, there is no keeping of the distance. We find people cooking together, giving stories. So in the kitchen no one is observing the distance rule and many people in the kitchen are not putting on their masks.

We still have the sanitizers and the place is very clean. Michendorf, we’ve never had any problem with the cleanliness.

The renewal of the Ausweis, we are still doing it at the office. If your Ausweis is almost expiring, you are required to take it to the office and they will give you a paper that is replacing your Ausweis. And they will take your original Ausweis to the Ausländer(behörde) then when it comes back you are required to go back to the office to sign for your new Ausweis.

Yesterday, that was on Friday, we had some people coming to talk to us about the vaccine. They were requesting people to register themselves, whoever wants to be vaccinated. And a lot of people were interested here in Michendorf so they said they would be back after two weeks. And that’s when the vaccination will take place. They did not give the date but they said they will communicate to the office and they will put it on the notice board for everyone to note the day but a lot of people we’re interested – a lot of people registered. And they also said they are going to issue the certificates for those who will be vaccinated so we are waiting after two weeks, they said they will come back and they will get back to people.

Here in Michendorf we have a lot of discrimination, especially [against] the Black people. Because when you go to the office and you need help, sometimes the social workers are just there seated and they will tell you that the office is closed. But when someone else from the other community, especially the Arabs and the Russians, they will be attended to.

The discrimination extends to the security because I’ve seen – I’ve made some observations that especially if you require a favor, like you have some documents you need to print, normally we are supposed to do them in the office. But sometimes, if you are a person of the color, they will tell you to go outside then do it. Yet, I have observed, especially the Arabs and the Russians, the security even do it for them. But if you go there and request, then they will say, “oh no, we are not allowed to do such things”.

So you see, I think it’s the favors they are getting from the people here in the Heim. They get some snacks, some favors, maybe when they go to the market, they will bring them something. I think that’s why for us we are not getting this – we are not getting these favors from them. But the discrimination here is very, very high.

Children are not going to schools because I see kids are still here but it’s only for … I saw some people who go to special schools. Those are the only children who are going to school because I see their bus coming to take them here everyday and bringing them back but the other children are not going to school.

That is all for Michendorf. Thank you.

I forgot to report about that woman, that particularly woman. There was this particular woman I made a report about before. She had an argument with the office people because she wanted to be given some toiletries, like babies diapers. And she had a confrontation in the office and she fell down and she had a heart attack and she stayed in the hospital for three months. Apparently, she is back in the Heim and when she came back there was a meeting with the bosses, with the Caritas people. And the Heimleiter (accomodation manager) that we used to have at that time was moved from this place to another place because she had a lot of cases, a lot of discrimination cases so she was moved.

So the woman came back and I went to her room to see her and I saw she – the baby – had a new wheelchair, a very nice wheelchair. The mother, she’s not so open to me so she was not open for a discussion but I saw she has a new wheelchair. I spoke to her a bit and she told me that there is this particular organization that is coming to check on her after every two days. And they bring Pampers to her and they help with the baby because she is a big girl and she is an old woman so sometimes she needs someone to help bathing the baby, the young girl, changing her diapers and she was hurting. I tried asking her and, you know, with the communication barrier, the language barrier, so we were not able to communicate much but at least I saw she has a new wheelchair and she has people who are now coming to check her. And the boss that we had was moved from this place to another place.

That’s all from Michendorf.

Guten Morgen alle miteinander. Ich melde mich aus Michendorf in Potsdam.

Hier in Michendorf haben wir im Januar und Februar keinen neuen Fall von Coronavirus verzeichnet. Wir haben keine neuen Fälle.

Besucher*innen dürfen nach wie vor nicht ins Heim, aber einige Leute werden immer einen Weg finden, Besucher*innen reinzuschmuggeln, denn du siehst, gerade an den Wochenenden, viele Besucher*innen hier, die nicht hierher gehören. Wir haben aber die Security da unten, so dass du dich fragst, wo und wie sie auf das Gelände gekommen sind.

Wir tragen immer noch alle unsere Masken  – wenn wir ins Büro gehen, wenn wir in die Küche gehen, aber das wird nicht von allen eingehalten. Einige tun es, andere lassen es bleiben.

Vor allem in der Küche wird die Distanz nicht eingehalten. Wir finden Menschen, die zusammen kochen und Geschichten erzählen. In der Küche hält sich also niemand an die Abstandsregel und viele Leute in der Küche setzen ihre Masken nicht auf.

Wir haben immer noch die Desinfektionsmittel und der Ort ist sehr sauber. In Michendorf haben wir noch nie Problem mit der Sauberkeit gehabt.

Die Erneuerung des Ausweises, die machen wir immer noch im Büro. Wenn dein Ausweis bald abläuft, musst du ihn ins Büro bringen und sie geben dir ein Papier, das deinen Ausweis ersetzt. Das Original wird dann ins Ausländer(behörde) gebracht und wenn es zurückkommt, musst du wieder ins Büro gehen, um für deinen neuen Ausweis zu unterschreiben.

Gestern, das war am Freitag, kamen einige Leute, um mit uns über den Impfstoff zu sprechen. Sie haben die Leute gebeten, die sich impfen lassen wollen, sich zu registrieren. Und hier in Michendorf waren sehr viele Leute interessiert, also haben sie gesagt, sie kommen in zwei Wochen wieder. Und dann wird die Impfung stattfinden. Sie haben das Datum nicht genannt, aber sie sagten, sie werden sich zum Büro in Verbindung setzen und sie werden es an das Notiz-Brett hängen, damit alle sich den Tag merken können, aber eine Menge Leute sind interessiert – eine Menge Leute haben sich angemeldet. Und sie sagten auch, dass sie die Zertifikate für diejenigen ausstellen werden, die geimpft werden, also warten wir zwei Wochen, sie sagten, sie werden zurückkommen und sich bei den Leuten melden.

Hier in Michendorf haben wir eine Menge Diskriminierung, besonders [gegen] die Schwarzen Menschen. Denn wenn du zum Büro gehst und Hilfe brauchst, sitzen die Sozialarbeiter*innen manchmal nur da und sagen dir, dass das Büro geschlossen ist. Aber wenn andere aus den anderen Gemeinschaften kommen, vor allem aus der arabischen und der russischen, dann wird sich um sie gekümmert.

Die Diskriminierung erstreckt sich auch auf die Menschen vom Sicherheitsdienst, weil ich gesehen habe – ich habe einige Beobachtungen gemacht, dass vor allem, wenn du einen Gefallen brauchst, wie z.B. ein paar Dokumente, die du ausdrucken musst, normalerweise sollen wir das im Büro machen. Aber manchmal, wenn du Person of Color bist, werden sie dich auffordern nach draußen zu gehen, um es dann zu erledigen. Ich habe jedoch beobachtet, dass besonders für die Araber*innen und die Russen*innen, die Sicherheitskräfte es sogar für sie erledigen. Aber wenn du hingehst und darum bittest, dann sagen sie: „Oh nein, wir sind nicht erlaubt, solche Dinge zu tun”.

Du siehst also, ich denke, es sind die kleinen Geschenke, die sie von den Leuten hier im Heim bekommen. Sie bekommen ein paar Snacks, ein paar Aufmerksamkeiten, vielleicht wenn sie auf den Markt gehen, bringen sie ihnen etwas mit. Ich denke, das ist der Grund, warum wir diese kleine Geschenke nicht von ihnen bekommen. Aber die Diskriminierung hier ist sehr, sehr hoch.

Die Kinder gehen nicht in die Schulen, denn ich sehe, dass Kinder noch hier sind, aber nur für … Ich habe ein paar Leute gesehen, die in besondere Schulen gehen. Das sind die einzigen Kinder, die zur Schule gehen, weil ich sehe, dass ihr Bus jeden Tag kommt, um sie hierher zu bringen und sie wieder zurückzubringen, aber die anderen Kinder gehen nicht zur Schule.

Das ist alles für Michendorf. Danke schön.

Ich habe vergessen, über diese Frau zu berichten, diese bestimmte Frau. Da war diese eine Frau, über die ich vorher berichtet habe. Sie hatte einen Streit mit den Leuten vom Amt, weil sie ein paar Hygieneartikel haben wollte, wie zum Beispiel Babywindeln. Und sie hatte eine Konfrontation im Büro und sie fiel hin und hatte einen Herzinfarkt und blieb drei Monate im Krankenhaus. Anscheinend ist sie wieder im Heim und als sie zurückkam, gab es ein Treffen mit den Chef*innen, mit den Caritas-Leuten. Und die Heimleiterin, die wir damals hatten, wurde von diesem Ort an einen anderen Ort versetzt, weil sie eine Menge Fälle hatte, eine Menge Diskriminierungsfälle, also wurde sie versetzt.

Also kam die Frau zurück und ich ging in ihr Zimmer, um sie zu sehen und ich sah, das Baby, dass sie einen neuen Rollstuhl hatte, einen sehr schönen Rollstuhl. Die Mutter, sie ist nicht so offen zu mir, also war sie nicht bereit für eine Unterhaltung, aber ich sah, dass sie einen neuen Rollstuhl hat. Ich sprach ein bisschen mit ihr und sie erzählte mir, dass es diese bestimmte Organisation gibt, die alle zwei Tage nach ihr sieht. Und sie bringen ihr Pampers und helfen mit dem Baby, weil es ein großes Mädchen ist und sie ist eine alte Frau, also braucht sie manchmal eine Person, die ihr hilft, das Baby, das junge Mädchen, zu baden, die Windeln zu wechseln und sie hatte Schmerzen. Ich habe versucht, sie zu fragen und, weißt du, mit der Kommunikationsbarriere, der Sprachbarriere, also konnten wir nicht viel reden, aber zumindest habe ich gesehen, dass sie einen neuen Rollstuhl hat und sie hat Leute, die jetzt kommen, um sie zu unterstützen. Und die Chefin, die wir hatten, wurde von diesem Ort an einen anderen Ort verlegt.

Das ist alles aus Michendorf.


"I’m reporting from Massow in Halbe." - Lager Reports, February 2021

Report #55
27.02.2021

Hello ladies, this is a report from Havelland and I am reporting concerning the current situation.

Well, in this month of February no reports of Coronavirus have been recorded. We have two sanitizers, each building has one, because we have two buildings. We have them downstairs so you have sanitize yourself and then you go up to your room.

Well people are not following instructions, which is hard here. Like going everywhere, inside or outside the Heim, it’s just normal. If you are going to the offices you have to put on a mask, which is mandatory. But in the corridors no precautions.

Here there is no social distance, which is very hard. Bearing in mind, we share things like kitchens, toilet, bathroom, corridors. For instance, if you want to cook you find yourself four or five people in the kitchen. Whereby it’s hard to maintain the distance because you have to cook.

In the rooms also it has been hard to maintain the distance. The room is for three people, the room is small so it is hard. When you open the door, those door handles, we’ve never seen anyone sanitizing them. So we can’t say that they are always sanitized because we have never seen or heard of anyone doing that.

There is an issue of cleanliness. Cleanliness is now becoming an issue. The cleaners just clean the way they want. They can clean two times a week and sometimes when they come to clean, they clean the kitchen and corridors, then the toilets. They just leave it like that or sometimes they just clean the toilets and bathrooms and then go. And if you see how they’ve cleaned it, they just do it for maybe the time or their hour to finish and then they go.

If you tell the social (worker), they say they will talk to them, but after the social (worker) talk to them, they do like one week they do it better. Then after that week they go back to their normal routine which … we’ve gotten used to them doing that.

There is an issue of racism. Racism here is so high, especially when you go to the office. When they see the Arab community they take too much time with them. In fact, even if they go with their children, they carry their babies, they talk – they have so much time.

But when it comes to a Black person they tell you to wait. You have to stay there and stay, and wait. And remember in the morning they work only one hour, from 10:00-11:00. And in the afternoon from 2:00-3:00. And when the time is over they cannot do anything for you. They tell you come tomorrow. So it is becoming like they are favouring one side and the other side they are not favouring. It is becoming even hard to ask.

For instance, there was a man, an African, who was given transfer due to his illness. They just went to the man’s room, knocked and told the man, you have been transferred.

The man followed them and asked “where?” and they told him the name of the place but they didn’t give this person the details as to the place where he is going, what it is, whether it is a Heim or a house. So the man said, “I am not going.”

And this social (worker), called the Ausländerbehörde and said this man has refused the transfer. After a day, the Ausländerbehörde called the office and wanted to talk to the man. So they asked the man, “why do we give you a transfer, and you refuse to go?” The guy said, “I asked them, where am I going and they refused to tell me where I am going.”

“Because,” they told the guy, “we are giving you a house because of your illness.” The guy said “they never told me that, they didn’t even give me the address of where I am supposed to go, so at least I know.”

So they wanted to blame the man, like the man didn’t want to go. And actually they didn’t give them the details, bearing in mind that when they give the Arab communities houses, because that is what they are doing, they sit with them, they explain to them everything in detail, they give them the address, and these guys go and check if the place is good – they go. If the place is bad, they won’t go.

They give the Ausländer[behörde] a nice report. They respond to these people, to the Arab community, why they don’t want to go to the place they are taking them.

So for us it is a challenge because the answer they are giving the Ausländerbehörde is something like they give them a negative answer for the Blacks, and for the Arabs a positive.

Well there is another issue of changing Ausweis. We change our Ausweis 15 days to expiry. We just go to the office, even before you give them, your Ausweis is already there. They change it and they give you a new one. Some are given the papers and some are given the real Ausweises.

For now no visitors are allowed. If you have a visitor you have to go out. They are not allowed to come in, especially in this time.

There is another issue of deportation. There was a person who was to be deported and they came for this person and unfortunately they did (not) find the guy, because the person had, I think he had the letter that they were going to deport him. So the person disappeared. They came, they checked, they didn’t go to every room, they just went directly to the guy’s room. They saw he was not there and they left.

So far there is nothing much I can say about this place. Yeah…that’s the only thing I have for today. Thank you.

Hallo meine Damen, dies ist ein Bericht aus Havelland und ich berichte über die aktuelle Situation.

Nun, in diesem Monat Februar sind keine Meldungen über das Coronavirus aufgezeichnet worden. Wir haben zwei Desinfektionsgeräte, jedes Gebäude hat eins, wir haben nämlich zwei Gebäude. Wir haben sie unten, du musst dich also unten desinfizieren und dann gehst du rauf auf dein Zimmer.

Nun, die Leute halten sich nicht an die Anweisungen, was hier sehr schwierig ist. Zum Beispiel gehen sie überall hin, im Heim drinnen oder draußen, das ist einfach normal. Wenn wir in die Büros gehen, müssen wir eine Maske aufsetzen, das ist vorgeschrieben. Aber in den Fluren gibt es keine Vorsichtsmaßnahmen.

Hier gibt es keine soziale Distanz, was sehr schwierig ist. Wenn wir bedenken, dass wir uns Dinge wie Küche, Toilette, Bad und Flure teilen. Wenn du zum Beispiel kochen willst, findest du dich mit vier oder fünf Leuten in der Küche wieder. Und dabei ist es schwierig, die Distanz zu wahren, weil du ja kochen musst.

In den Zimmern ist es auch schwierig, den Abstand zu wahren. Das Zimmer ist für drei Personen, das Zimmer ist klein, also ist es schwierig. Wenn du die Tür öffnest, diese Türgriffe, wir haben noch nie eine Person gesehen, die sie desinfiziert hat. Wir können also nicht sagen, dass sie immer desinfiziert sind, weil wir noch nie gesehen oder gehört haben, dass das irgendjemand gemacht hätte.

Es gibt ein Problem mit der Sauberkeit. Sauberkeit wird jetzt zum Problem. Die Reinigungskräfte putzen einfach so, wie sie wollen. Sie können zweimal pro Woche putzen und manchmal, wenn sie zum Putzen kommen, putzen sie die Küche und die Flure, und dann die Toiletten. Sie lassen alles einfach liegen und stehen oder manchmal putzen sie nur die Toiletten und die Bäder und gehen dann. Und wenn du siehst, wie sie es geputzt haben, sie machen es einfach zum Zeitpunkt am Ende ihrer Schicht und dann gehen sie.

Wenn wir es den Sozialarbeiter*innen sagen, sagen sie, dass sie mit ihnen reden werden, aber nachdem die Sozialarbeiter*innen mit ihnen gesprochen haben, machen sie es vielleicht eine Woche lang besser. Dann, nach dieser Woche, gehen sie zurück zu ihrer normalen Routine, wir haben uns daran gewöhnt, dass sie das tun.

Es gibt ein Problem mit Rassismus. Der Rassismus hier ist sehr gravierend, besonders wenn du ins Büro gehst. Wenn sie die arabische Gemeinschaft treffen, nehmen sie sich richtig viel Zeit mit ihnen. Ja, auch wenn sie mit ihren Kindern kommen, sie tragen ihre Babys, sie reden – sie haben so viel Zeit.

Aber wenn es um eine Schwarze Person geht, sagen sie dir, du sollst warten. Du musst dort bleiben und bleiben und warten. Und denk dran, sie arbeiten morgens nur eine Stunde, von 10:00-11:00 Uhr. Und nachmittags von 14:00 bis 15:00 Uhr. Und wenn diese Zeit vorbei ist, können sie nichts für dich tun. Sie sagen, du sollst morgen kommen. Es ist also so, dass sie eine Seite bevorzugen und die andere Seite nicht bevorzugen. Sogar fragen wird schwierig.

Da war zum Beispiel ein Mann, ein Afrikaner, der wegen seiner Krankheit verlegt wurde. Sie sind einfach zum Zimmer des Mannes gegangen, haben geklopft und dem Mann gesagt: „Sie sind verlegt worden”.

Der Mann folgte ihnen und fragte: „Wohin?”, und sie sagten ihm den Namen des Ortes, aber sie gaben dieser Person nicht die Details über den Ort, wo er hingeht, was es ist, ob es ein Heim oder ein Haus ist. Also sagte der Mann: „Ich gehe nicht hin”.

Und diese*r Sozial(arbeiter*in), hat die Ausländerbehörde angerufen und gesagt, dass dieser Mann die Verlegung abgelehnt hat. Nach einem Tag rief die Ausländerbehörde im Büro an und wollte mit dem Mann sprechen. Sie fragten den Mann: „Warum geben wir Ihnen eine Verlegung und Sie weigern sich zu gehen?” Der Mann sagte: „Ich habe sie gefragt, wohin sie mich bringen, und sie haben sich geweigert, mir zu sagen, wohin”.

„Weil”, sagten sie dem Mann, „wir geben Ihnen ein Haus wegen Ihrer Krankheit”. Der Mann sagte: „Das haben sie mir nie gesagt, sie haben mir nicht einmal die Adresse gegeben, wo ich hingehen soll, sodass ich das wenigstens weiß”.

Also wollten sie dem Mann die Schuld geben, so als ob der Mann nicht gehen wollte. Und tatsächlich haben sie ihm die Details nicht gesagt, und dabei musst du bedenken, dass sie, wenn sie der arabischen Gemeinde Häuser geben – denn das ist was sie tun –  sie setzen sich mit ihnen zusamme,  erklären ihnen alles im Detail, geben ihnen die Adresse, und diese Leute gehen und prüfen nach. Wenn der Ort gut ist –  gehen sie. Wenn der Ort schlecht ist, gehen sie nicht.

Sie geben der Ausländer[behörde] einen wohlwollenden Bericht. Sie gehen auf die Leute der arabischen Gemeinschaft ein, warum sie nicht an den Ort gehen wollen, an den sie sie bringen.

Also für uns ist es eine Herausforderung, weil die Antwort, die sie der Ausländerbehörde geben, ist so etwas wie eine negative Antwort für die Schwarzen (Menschen) und für die Araber*innen (/ arabischen Menschen) eine positive.

Nun, es gibt noch ein weiteres Problem beim Ändern von Ausweisen. Wir ändern unseren Ausweis 15 Tage vor Ablauf. Wir gehen einfach zum Büro, noch bevor du ihnen gibst, ist dein Ausweis schon da. Sie ändern ihn und geben dir einen neuen. Manche bekommen die Papiere und manche bekommen die echten Ausweise.

Im Moment sind keine Besucher*innen erlaubt. Wenn du eine*n Besucher*in hast, musst du rausgehen. Sie dürfen nicht reinkommen, vor allem nicht in dieser Zeit.

Es gibt einen weiteren Fall von Abschiebung. Eine Person, die abgeschoben werden sollte, und sie kamen, um diese Person zu holen, und leider haben sie den Mann (nicht) gefunden, denn die Person hatte, ich glaube, er hat den Brief bekommen, dass sie ihn abschieben würden. Also ist die Person verschwunden. Sie kamen, sie suchten nach ihm, sie gingen nicht in jedes Zimmer, sie gingen einfach direkt in das Zimmer des Mannes. Sie sahen, dass er nicht da war und gingen wieder.

Bis jetzt gibt es nicht viel, was ich über diesen Ort sagen kann. Ja… das ist das Einzige, was ich für heute habe. Ich danke Euch.

Report #54
27.02.2021

I’m reporting from Massow in Halbe.

In this month of February, we have not recorded any case of coronavirus and apparently, there are no measures that have been taken. It has been the same story. No sanitizers or dispensers anywhere in both buildings.

Massow has two buildings that is Waldstraße 1 and Waldstraße 2. There is nowhere that we have the sanitizer dispensers.

With the wearing of the mask, it’s only in the office – strictly in the office. So on the corridors, no one cares whether you’re wearing the mask or not. In the kitchen, no keeping distance. In the rooms, no keeping distance. So it’s just – there are totally no measures that are taken.

The other thing is the cleanliness of the place. Before there has been people who’ve come in to clean the place at least once in a week. And you could even smell the disinfectant but nowadays they rarely come. Like, the last time they were here it was two weeks ago. The place has been very, very dirty so it is upon you. You take the initiative and maybe you clean your area, even on the corridor. That’s what now we are doing.

Now our Ausländerbehörde has been closed down and [there’s] no renewing of Ausweis. If you have an expired Ausweis, you get a note from the office that allows you to get all the services that you need with your Ausweis. So no more going to the office until further notice. For example, we are having our pocket money next week and we are just going to use the expired Ausweis accompanied by the note from the office.

Today we had a workshop, or rather, there were some people who came to talk to us about the vaccine – that is, the Coronavirus vaccine. What they mentioned is that it is not compulsory to get the vaccine. And they mentioned that you will not get a certificate unlike other Heims where they are getting the certificate. Our heim, we are not going to get certificates.

They are going to indicate on the yellow card, the card which we got in Eisenhüttenstadt. That is where they are going to indicate that they have given you the vaccination. Those people who got Coronavirus earlier, they are not going to get the vaccine. The only thing that they mentioned is that they will get the booster vaccination. And they did not give us the date when the vaccine will be given. They said that they are giving us time so that everybody can go and think about it, whether they need it or no. And they go and research about it.

The Deutsch course has been in our Heim, in our Landkreis, or rather Heim, has been restricted for those people who came to Germany in 2020. The only people who are allowed to join the Deutsch course in our Landkreis are the people who came in Germany, or rather they registered in Eisenhüttenstadt, in 2019 going downwards. But those people who came to Germany in 2020, they are not allowed to apply for Deutsch course.

I went and inquired about it in the office because they had mentioned to me, immediately when I came to this Heim I asked about it, and they say that for those people who came to Germany in 2020 their intake is in September. But this week I went and inquired about it again and they said that they haven’t gotten any information but they are suspecting that the intake for people who came in 2020 will be conducted next year. So that is what is happening in our Heim.

There is a lot of discrimination and especially with the white and black color. This is so much outright because what the social workers have done, they have closed down their office in our building and they are all working in one office on the other side of the building. And doing an investigation from reliable sources is that they get so much favors from the Arab community. They offer them lunch, they will bake for them cakes, they will make for them pizza, they will give them gifts.

And that’s why even when we go to their offices, maybe if you need help, you can see the difference. Those people are given much [more] attention than the attention that us guys get – the Black people get. And everybody has been complaining about it.

You know, our offices, we are only allowed to enter two people at a time and when two people from the other community goes to their office, it takes them so much time. But when us guys, like the Black people, go to their office, it’s just like, they just brush you off. So the discrimination is very outright.

That’s all I have to say. Thank you.

Ich melde mich aus Massow in Halbe.

In diesem Monat Februar haben wir keinen einzigen Corona-Fall registriert und offenbar wurden auch keine Maßnahmen ergriffen. Es war immer die gleiche Geschichte: Keine Desinfektionsmittel oder Spender irgendwo in beiden Gebäuden.

Massow hat zwei Gebäude, das ist die Waldstraße 1 und die Waldstraße 2. Es gibt nirgendwo  Desinfektionsmittelspender.

Das Tragen der Maske gibt es nur im Büro – ausschließlich im Büro. Auf den Fluren interessiert es Keine*n, ob du die Maske trägst oder nicht. In der Küche wird kein Abstand gehalten. In den Zimmern wird kein Abstand gehalten, es gibt also überhaupt keine Maßnahmen, die ergriffen werden.

Die andere Sache ist die Sauberkeit des Ortes. Früher gab es Leute, die mindestens einmal in der Woche gekommen sind, um zu reinigen. Und du konntest sogar das Desinfektionsmittel riechen, aber heutzutage kommen sie nur noch selten. Das letzte Mal, dass sie hier waren, war vor zwei Wochen. Der Ort war sehr, sehr schmutzig, also liegt es an dir. Du ergreifst die Initiative und reinigst vielleicht deinen Bereich, sogar auf dem Flur. Das ist es, was wir jetzt tun.

Jetzt wurde unsere Ausländerbehörde geschlossen und [es gibt] keine Erneuerung von Ausweisen. Wenn du einen abgelaufenen Ausweis hast, bekommst du einen Schein vom Amt, mit dem du alle Leistungen, die du brauchst und die du mit deinem Ausweis bekommst, bekommst. Also bis auf Weiteres kein Gang zum Amt mehr. Zum Beispiel bekommen wir nächste Woche unser Taschengeld und wir werden einfach den abgelaufenen Ausweis zusammen mit dem Schein vom Amt benutzen.

Heute hatten wir einen Workshop, oder besser gesagt, es waren einige Leute da, die mit uns über den Impfstoff – also den Coronavirus-Impfstoff – gesprochen haben. Was sie erwähnten, ist, dass es nicht obligatorisch ist, den Impfstoff zu bekommen. Und sie erwähnten, dass wir kein Zertifikat bekommen, im Gegensatz zu anderen Heimen, wo sie das Zertifikat bekommen. Unser Heim, wir werden keine Zertifikate bekommen.

Sie werden es auf der gelben Karte verzeichnen, auf der Karte, die wir in Eisenhüttenstadt bekommen haben . Dort werden sie angeben, dass sie dir die Impfung gegeben haben. Die Leute, die früher das Coronavirus hatten, die werden nicht geimpft. Das einzige, was sie erwähnt haben, ist, dass sie die Auffrischungsimpfung bekommen werden. Und sie haben uns kein Datum genannt, wann der Impfstoff verabreicht werden wird. Sie sagten, dass sie uns Zeit geben, damit jede*r darüber nachdenken kann, ob er*sie es braucht oder nein. Und sie gehen und forschen darüber nach.

Der Deutschkurs in unserem Heim, in unserem Landkreis, oder besser gesagt Heim, ist für die Menschen, die im Jahr 2020 nach Deutschland gekommen sind, eingeschränkt worden. Die einzigen Leute, die in unserem Landkreis am Deutschkurs teilnehmen dürfen, sind die Leute, die im Jahr 2019 und davor nach Deutschland gekommen sind, bzw. sich in Eisenhüttenstadt angemeldet haben. Aber die Leute, die 2020 nach Deutschland gekommen sind, die dürfen sich nicht für den Deutschkurs anmelden.

Ich bin hingegangen und habe mich im Büro danach erkundigt, weil sie mir gesagt hatten, gleich als ich in dieses Heim kam, habe ich danach gefragt, und sie sagen, dass für die Leute, die 2020 nach Deutschland gekommen sind, die Aufnahme im September ist. Aber diese Woche bin ich hingegangen und habe noch einmal nachgefragt, und sie sagten, dass sie keine Informationen bekommen haben, aber sie vermuten, dass die Aufnahme für die Leute, die 2020 gekommen sind, nächstes Jahr durchgeführt wird. Das ist also das, was in unserem Heim passiert.

Es gibt eine Menge Diskriminierung und vor allem mit der weißen und schwarzen Farbe. Das ist so sehr offensichtlich, denn die Sozialarbeiter*innen haben ihr Büro in unserem Gebäude geschlossen und arbeiten jetzt alle in einem Büro auf der anderen Seite des Gebäudes. Und eine Untersuchung aus zuverlässigen Quellen hat ergeben, dass sie so viele Gefälligkeiten von der arabischen Gemeinde bekommen. Sie bieten ihnen Mittagessen an, sie backen für sie Kuchen, sie machen für sie Pizza, sie machen ihnen Geschenke.

Und das ist der Grund, warum sogar, wenn wir in ihre Büros gehen, vielleicht, wenn du zum Beispiel Hilfe brauchst, kannst du den Unterschied sehen. Diesen Leuten wird viel Aufmerksamkeit geschenkt, viel mehr, als die Aufmerksamkeit, die wir bekommen – die Schwarzen Menschen bekommen. Und alle beschweren sich darüber.

Weißt du, in unsere Büros dürfen immer nur zwei Leute auf einmal rein, und wenn zwei Leute aus der anderen Community in ihr Büro gehen, brauchen sie so viel Zeit. Aber wenn wir, die Schwarzen Menschen, in ihr Büro gehen, ist es einfach so, dass sie dich loswerden wollen. Die Diskriminierung ist also sehr offenkundig.

Das ist alles, was ich zu sagen habe. Danke.


"Hello, good afternoon everyone. This is ___ reporting from Michendorf." - Lager Reports, January 2021

Report #53
20.01.2021

Hello everyone, good afternoon.

I want to give a report from here in Herzberg. Here in Herzberg, we are based in Herzberg town. It’s a one building Heim, which has three floors and so far, we are not so many, we are less than 30 people. People have moved out, most of the people have moved out, and the rest of us are safe here. We do not have any reported cases of Corona in our Heim so far, we are all safe. We don’t even have people who are quarantined, the quarantine rooms are free, no one is there. We have enough sanitizers in our Heim, from the main entrance to every floor has two sanitizers.

The other thing is about cleanliness in our Heim, the Heim is clean. We have people who clean here every day, and there is someone who comes there every Tuesday and Thursday to confirm whether the Heim is clean. We all wear masks when we are moving around. We’re not supposed to move around without a mask, whether you’re going to the kitchen, whether you’re going to the offices or talking to someone outside, you are always supposed to wear a mask.

The thing is about renewing our Ausweis, our Ausländerbehörde is not far from here. It’s a walking distance. We normally go there and just wait for a few minutes and just come back with your Ausweis and so far, nothing has changed, we’re still doing the same.

About the school, everyone is at home – even children are not going to school, they are all at home, even those who go to the German course, they’re all at home. We who are waiting to join the German classes, who go to VHS (community college), we are also at home but we’re doing everything online. We are receiving homework, we do it and then we post it back to the VHS. As we are waiting to join their classes, we were supposed to join the classes on the 21st of January and now we don’t know because of the lockdown. Now we are all at home waiting for more, so we don’t know until when the lockdown will go up to.

The other thing is about receiving new people, we are not receiving more people in here. We don’t have any transfers going out or coming in and everything is calm, we are waiting to hear what will happen in the next one month. So far, so good.

About the deportations, also nothing is happening, everything is calm, no deportations, nothing is happening at the moment. Everything is just calm.

That’s all for now and thank you for everything. Stay safe.

Hallo an alle, guten Tag.

Ich möchte einen Bericht von hier in Herzberg geben. Hier in Herzberg, sind wir in Herzberg-Stadt ansässig. Es ist ein Ein-Gebäude-Heim, das drei Etagen hat und bis jetzt sind wir nicht so viele, wir sind weniger als 30 Leute. Die Leute sind ausgezogen, die meisten Leute sind ausgezogen und der Rest von uns sind hier sicher, wir haben bisher keine gemeldeten Fälle von Corona in unserem Heim, wir sind alle sicher, wir haben nicht einmal Leute, die in Quarantäne sind, die Quarantäneräume sind frei, niemand ist dort. Wir haben genügend Desinfektionsmittel in unserem Heim, vom Haupteingang bis zu jeder Etage gibt es zwei Desinfektionsmittelspender.

Die andere Sache ist die Sauberkeit in unserem Heim, das Heim ist sauber, wir haben Leute, die hier jeden Tag putzen, und es gibt eine Person, die jeden Dienstag und Donnerstag kommt, um zu bestätigen, ob das Heim sauber ist. Wir tragen alle Masken, wenn wir uns bewegen, wir sollen uns nicht ohne Maske bewegen, ob du in die Küche gehst, ob du in die Büros gehst oder mit einer Person draußen redest, du sollst immer eine Maske tragen.

Es geht jetzt um die Erneuerung unseres Ausweises. Unsere Ausländerbehörde ist nicht weit von hier, sie ist zu Fuß zu erreichen. Wir gehen normalerweise dorthin und warten einfach ein paar Minuten und kommen dann mit dem Ausweis zurück und bis jetzt hat sich nichts geändert, wir machen immer noch dasselbe.

Was die Schule angeht, sind alle zu Hause, auch die Kinder gehen nicht in die Schule, die sind alle zu Hause, auch die, die in den Deutschkurs gehen, die sind alle zu Hause. Wir, die wir darauf warten, in den Deutschkurs zu kommen, die zur VHS gehen, wir sind auch zu Hause, aber wir machen alles online, wir bekommen Hausaufgaben, wir machen sie und dann schicken wir sie zurück an die VHS. Da wir darauf warten, in den Unterricht zu kommen, wir sollten am 21. Januar in den Unterricht kommen, und jetzt wissen wir es nicht, wegen des Lockdowns. Jetzt sind wir alle zu Hause und warten auf mehr, so wir  wissen nicht, bis wann der Lockdown gehen wird.

Die andere Sache ist die Aufnahme neuer Leute, wir nehmen keine neuen Leute hier auf, wir haben keine Transfers, die rausgehen oder reinkommen, und alles ist ruhig, wir warten darauf, was im nächsten ein Monat passieren wird. So weit so gut.

Was die Abschiebungen angeht, passiert auch nichts, alles ist ruhig, keine Abschiebungen, nichts passiert im Moment. Alles ist einfach ruhig.

Das ist alles für den Moment und ich danke euch für alles. Bleibt sicher.

Report #52
20.01.2021

Hi ladies, I’m reporting from Neuruppin.

Our Heim in Neuruppin in Treskow has been evacuated. There are families who had Corona and there was so much stress and people have been moved with emergency from the Gesundheitsamt (health office) to different places.

This is very serious because they didn’t control the others, they just had people who tested positive and they’ve been isolated in the hospital. But the rest who tested negative have been distributed to other Lagers, which is very dangerous because according to the health people, COVID could get you today or maybe after 14 days or whatsoever. So the situation is getting serious, people are nervous.

I am there, my things have been moved, I just got the information from a social worker – I don’t know where my things are. I couldn’t go. I took a COVID test here in Berlin because I had an appointment to pick up some letters and go to renew my stay here, so people had [good] intention.

But I don’t think they’re being cautious or being careful for the reason that, what about the others who have tested negative in the moment? What if in 14 days they have COVID? The ones who have COVID have been isolated in the hospital. Families and children, things like this. The hospital is playing the role of quarantine, so they say this place has to be well cleaned, because we are a few, like 30 people, so they are going to make it a quarantine for those who are sick to come back to their families and things like this.

Okay, the hygiene is not good because we have the first floor and second floor. For the women upstairs, there’s only a toilet in the bathrooms downstairs. So downstairs we have like 20 women, 10 are men because it’s a family house, so the men who have families, like children – the boys and the men are counted to be men, okay? They’re fathers.

So there is only one bathroom which the 20 women use downstairs, which is not very hygienic. Sometimes you have to clean before you take a shower, things like this, for your own hygiene. That means there’s a cleaning company that comes once in the day, only in the morning, and the rest is upon you.

So the situation is not good in the moment, everybody is afraid, who is sick, who is not sick? We have been told the other people who were transferred to other Lagers will be tested again and again. But until now, there are no further precautions or whatever with the people who moved to the other Lager, they might be sick as well, but this is really serious.

Hallo meine Damen, ich melde mich aus Neuruppin.

Unser Heim in Neuruppin in Treskow ist evakuiert worden. Es gibt Familien, die Corona hatten und es gab so viel Stress und die Leute sind mit Not vom Gesundheitsamt an verschiedene Orte verlegt worden.

Das ist sehr ernst, weil sie die anderen nicht kontrolliert haben, sie hatten nur Leute, die positiv getestet wurden und die sind im Krankenhaus isoliert worden. Aber der Rest, die negativ getestet wurden, sind auf andere Lager verteilt worden, was sehr gefährlich ist, denn laut den Leuten vom Gesundheitsamt kannst du dich heute mit COVID anstecken oder vielleicht erst nach 14 Tagen oder so. Die Situation wird also immer ernster, die Leute sind nervös.

Bei mir ist es so, meine Sachen sind woandershin gebracht worden, ich habe gerade die Information von einer*einem Sozialarbeiter*in bekommen, ich weiß nicht, wo meine Sachen sind. Ich konnte nicht gehen. Ich habe hier in Berlin einen COVID-Test gemacht, weil ich einen Termin hatte, um ein paar Briefe abzuholen und meinen Aufenthalt hier zu verlängern, die Leute hatten also schon eine [gute] Absicht.

Aber ich glaube nicht, dass sie vorsichtig oder umsichtig sind  aus dem Grund, weil, was ist mit den anderen, die im Moment negativ getestet wurden? Was ist, wenn sie in 14 Tagen COVID haben? Diejenigen, die COVID haben, sind im Krankenhaus isoliert worden. Familien und Kinder und so weiter. Das Krankenhaus wird als Quarantänestation verwendet, also sagen sie, dass dieser Ort gut gereinigt werden muss, weil wir sind schon einige, etwa 30 Leute, also werden sie es für die Quarantäne benutzen, für diejenigen, die krank sind, damit sie zurück zu ihren Familien kommen können und solche Dinge.

Okay, die Hygiene ist nicht gut, weil wir den ersten Stock und den zweiten Stock haben, für die Frauen oben gibt es nur eine Toilette in den Bädern unten. Also unten haben wir ungefähr 20 Frauen, 10 sind Männer, weil es ein Familienhaus ist, also es sind Männer, die Familien haben, also Kinder  – die Jungs und die Männer werden zu den Männern gezählt, ok? Sie sind Väter.

Es gibt also nur ein Badezimmer unten, das die 20 Frauen benutzen, was nicht sehr hygienisch ist. Manchmal musst du erst putzen, bevor du duschen kannst, solche Sachen, für die eigene Hygiene. Das heißt, es gibt eine Reinigungsfirma, die einmal am Tag kommt, nur morgens und den Rest musst du selber machen.

Also die Situation ist im Moment nicht gut, alle haben Angst, wer ist krank, wer ist nicht krank? Uns wurde gesagt, dass die anderen Leute, die in andere Lager verlegt wurden, immer wieder getestet werden, aber bis jetzt gibt es keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen oder was auch immer bei den Leuten, die in das andere Lager verlegt wurden, die könnten auch krank sein, aber das ist wirklich ernst.

Report #51
18.01.2021

Good afternoon ladies, I would like to give a report of corona from Rahnsdorf.

We don’t have any cases of corona this time, but we are taking the required measures, people are requested to put on masks when you’re going outside of our room, or maybe you’re going to the toilet, to the office, to the kitchen, you are supposed to have a mask on you.

The kids are not going to school, so the big kids are allowed to play outside, because they are responsible. They can wash their hands, that is they are asked to wash their hands any time they finish playing. The young kids under four, three years, are staying indoors, playing indoors. Also there’s no playing in the corridors, the kids are just allowed to play outside on the compound, not in the corridors.

The other thing is they have put sanitizers everywhere at the entrances, at the office entrance and the main entrance they have sanitizer, so hygiene is ok. Also the cleanliness, the people who clean the Heim are also coming every day, morning and evening. So we are not the ones who are cleaning the place. We have the workers who are coming and doing it.

About the Ausweis, once you get a new Ausweis, you have to sign and make a copy and send it back to the Ausländerbehörde, so that when the one you have expires, they will have to send you another one. But in case, because I heard of a few cases whereby the Ausweis were not sent on time, so you have to call them and remind them, whereby they send it in a few days.

We don’t have any transfers yet, all the people just stay here and no people have gone out of the Heim for transfers or others coming in, so the number is just the same.

About the internet, we’re still buying the password for the hotspot which we buy one Euro every month, that goes for 28 to 30 days, which is very ok. Although at some point the internet is very low so we end up buying the internet SIM cards which help a lot, we find it ok.

Yeah. So far we don’t have anything else, that’s ok.

Guten Tag meine Damen, ich möchte einen Bericht über Corona aus Rahnsdorf geben.

Wir haben diesmal keine Fälle von Corona, aber wir ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, die Leute werden gebeten, Masken aufzusetzen, wenn sie aus ihren Räumen rausgehen, oder vielleicht auf die Toilette gehen, ins Büro, in die Küche, dann immer soll eine Maske getragen werden.

Die Kinder gehen nicht in die Schule, also die großen Kinder dürfen draußen spielen, weil sie verantwortlich sind. Sie müssen sich die Hände waschen, das heißt, sie werden aufgefordert, sich die Hände zu waschen, jedes mal wenn sie mit dem Spielen fertig sind. Die kleinen Kinder unter drei, vier Jahren, bleiben drinnen und spielen drinnen. Es gibt auch kein Spielen in den Gängen, die Kinder dürfen nur draußen auf dem Gelände spielen, nicht in den Gängen.

Die andere Sache ist, dass sie überall an den Eingängen Desinfektionsmittel angebracht haben, am Büroeingang und am Haupteingang haben sie Desinfektionsmittel, also ist die Hygiene in Ordnung. Auch die Sauberkeit, die Leute, die das Heim reinigen, kommen auch jeden Tag, morgens und abends. Wir sind also nicht diejenigen, die putzen, sondern wir haben die Arbeiter*innen, die kommen und sich darum kümmern.

Was die Ausweise angeht, wenn du einen neuen Ausweis bekommst, musst du unterschreiben und eine Kopie machen und sie an die Ausländerbehörde zurückschicken, damit sie dir, wenn der Ausweis, den du gerade hast , abläuft, einen neuen schicken können. Aber für den Fall, denn ich habe von ein paar Fällen gehört, in denen die Ausweise nicht rechtzeitig verschickt wurden, muss die Ausländerbehörde angerufen werden und daran erinnert werden, dann werden die Ausweise in ein paar Tagen verschickt.

Wir haben noch keine Transfers, alle Leute bleiben einfach hier und es sind noch keine Leute aus dem Heim rausgegangen für Transfers oder andere, die reinkommen, also ist die Zahl einfach gleich geblieben.

Was das Internet angeht, so kaufen wir immer noch das Passwort für den Hotspot, das wir jeden Monat für einen Euro kaufen, das geht für 28 bis 30 Tage, das ist ganz ok. Obwohl irgendwann das Internet sehr niedrig ist, so dass wir am Ende die Internet-SIM-Karten kaufen, die sehr helfen, das finden wir ok.

Ja. Bis jetzt haben wir nichts anderes, das ist ok.

Report #50
18.01.2021

Good afternoon ladies, this is a report from Fürstenberg Havel.

About corona, currently there are no corona cases, but the usual hygiene measures and keeping social distance still apply. For instance mandatory wearing of masks outdoors and along the corridors and frequent washing of hands.

We’ve been given information about the upcoming corona vaccine, so that we can read the information and understand and after reading the information and understanding, there is a consent form attached. I believe it is to ask if you want to receive the corona vaccine and if yes, then you sign the form. Then you are given the vaccine.

It is not yet clear when they are going to start giving the vaccination, but we are required to just read the information and understand the information, if we have any questions, we ask the social [worker] to explain to us.

What the information is talking about is just about what the vaccine is, what it contains, how effective it is, the side effects and what to do in case of a severe reaction to the vaccine.

The other thing is how we should continue living during this lockdown, which has been extended up to about April. We are encouraged to adopt a routine and activities that are meant to reduce fear among people, because there is a lot of fear.

Movement is not restricted so people can move around and then just do some things, like for example you can sing, you can make music, just do normal things so you’re not concentrating on the disease and at the same time you’re keeping calm.

For parents with children, they are encouraged to plan creative activities that they can do together with their kids and this is just to avoid kids running from here to there aimlessly. So parents and kids plan activities to do together.

The children are still not going to school, but we have been given wifi so the teachers are sending them homework to do via the internet.

Also for other people who don’t have families here, they’re encouraged to keep social contact with their families and friends by either video calls or through the internet since we have free wifi.

About the Ausweis, they’re renewing them regularly, once your Ausweis expires, one week before expiry date, they send a Ausweis via post so when you go, you collect your new Ausweis and you surrender the old one.

About transfers, the last time we had transfers was December, this year we have not yet seen any transfers here and also we have not heard of cases of deportation.

Thank you for now.

Guten Tag meine Damen, dies ist ein Bericht aus Fürstenberg Havel.

Zum Thema Corona, derzeit gibt es keine Corona-Fälle, aber es gelten weiterhin die üblichen Hygienemaßnahmen und das Einhalten von social distance. Zum Beispiel das obligatorisches Tragen von Masken im Freien und auf den Fluren und häufiges Händewaschen.

Uns wurden Informationen über die bevorstehende Corona-Impfung gegeben, damit wir die Informationen lesen und verstehen können, und nachdem wir die Informationen gelesen und verstanden haben, ist da eine Einverständniserklärung beigefügt. Ich glaube, es geht darum zu fragen, ob wir den Corona-Impfstoff erhalten möchten und wenn ja, dann soll das Formular unterschrieben werden. Dann bekommst du den Impfstoff verabreicht.

Es ist noch nicht klar, wann sie mit der Impfung beginnen werden, aber wir sind verpflichtet, die Informationen zu lesen und zu verstehen, wenn wir Fragen haben, bitten wir die Sozialarbeiter*innen, unsere Fragen zu klären. In den Informationen geht es nur darum, was der Impfstoff ist, was er enthält, wie wirksam er ist, welche Nebenwirkungen es gibt und was im Falle einer schweren (Abwehr-) Reaktion auf den Impfstoff zu tun ist.

Die andere Sache ist, wie wir während dieses Lockdowns, der bis etwa April verlängert wurde, weiterleben sollen. Wir werden ermutigt, Routinen und Aktivitäten zu entwickeln bzw. nachzugehen, denn diese sollen helfen, die Angst der Menschen zu reduzieren, denn es gibt eine Menge Angst.

Die Möglichkeit zur Bewegung ist nicht eingeschränkt, so dass die Menschen sich bewegen können und dann einfach einige Dinge tun können, wie zum Beispiel singen, Musik machen, einfach normale Dinge tun, damit wir uns nicht auf die Krankheit konzentrieren und gleichzeitig ruhig und gelassen bleiben.

Eltern mit Kindern werden ermutigt, kreative Aktivitäten zu planen, die sie zusammen mit ihren Kindern machen können, um zu verhindern, dass die Kinder ziellos von hier nach dort rennen. Also planen Eltern und Kinder Aktivitäten, die sie gemeinsam unternehmen können.

Die Kinder gehen immer noch nicht zur Schule, aber wir haben Wifi bekommen, so dass die Lehrer*innen ihnen Hausaufgaben schicken, die sie über das Internet erledigen können. Auch die anderen, die hier keine Familien haben, werden ermutigt, mit ihren Familien und Freund*innen in Kontakt zu bleiben, entweder per Videoanruf oder über das Internet, da wir kostenloses Wifi haben.

Was die Ausweise angeht, sie erneuern sie regelmäßig. Wenn dein Ausweis abläuft, schicken sie dir eine Woche vor dem Ablaufdatum einen Ausweis per Post, so dass du wenn du deinen neuen Ausweis abholst den alten zurückgibst.

Über Transfers, das letzte Mal, dass wir Transfers hatten, war im Dezember, dieses Jahr haben wir hier noch keine Transfers gesehen und wir haben auch nicht von Abschiebungen gehört.

Dann Vielen Dank!

Report #49
18.01.2021

I am reporting from Doberlug-Kirchhain.

From first one, I want to start with the deportation case. So far, we have no deportation here in Doberlug-Kirchhain. The last deportation was in mid-December.

Second, so far, the transfers to Heim are ongoing but none incoming transfer from Eisenhüttendstadt yet.

The Corona case is decreasing. From last month, the number of Corona was high compared to now. We are taking precautions, especially people going for transfers. They must be test for Corona and if the report is coming is positive, they must go for quarantine for at least 14 days.

We are putting on masks everywhere we walk or go, even in the kitchen as we are cooking, we must have our masks on. When in the mensa, we get to be measured – our temperatures. And the social distance we are taking, or lining up for food. Even on the tables, we are only allowed to be seated two people.

We get to wash our hands with soap but only with cold water though. The disinfections is put in every entrance for people to disinfect their hands. We get to be tested (temperature) as we go in and come back outside the gate.

The language classes has been postponed until further notice. For the Ausweis, renewal is still going on as always. You get to take your Ausweis when it get to expire and you receive it after three working days.

Thank you.

Ich melde mich aus Doberlug-Kirchhain.

Zuallererst möchte ich mit dem Thema Abschiebungen beginnen. Bis jetzt haben wir hier in Doberlug-Kirchhain keine Abschiebung. Die letzte Abschiebung war Mitte Dezember.

Zweitens, bis jetzt laufen die Transfers in das Heim, aber noch keine Transfers, die aus Eisenhüttendstadt hierher gekommen sind.

Die Corona Fälle sind rückläufig. Vom letzten Monat an war die Zahl der Corona Fälle hoch im Vergleich zu jetzt. Wir treffen Vorsichtsmaßnahmen, vor allem bei den Leuten, die Transfers machen. Sie müssen sich auf Corona testen lassen und wenn das Ergebnis positiv ist, müssen sie für mindestens 14 Tage in Quarantäne gehen.

Wir setzen überall, wo wir hingehen, Masken auf, sogar in der Küche, während wir kochen, müssen wir unsere Masken aufsetzen. Wenn wir in der Mensa sind, wird unsere Temperatur gemessen. Und die soziale Distanz, die wir einhalten, oder das Anstehen zum Essen. Auch an den Tischen dürfen wir nur zu zweit Platz nehmen.

Wir dürfen uns die Hände mit Seife waschen, allerdings nur mit kaltem Wasser. In jedem Eingang steht ein Desinfektionsmittel, damit sich die Leute die Hände desinfizieren können. Wir werden getestet (Temperatur), wenn wir hineingehen und wenn wir zurückkommen.

Der Sprachunterricht ist bis auf Weiteres verschoben worden. Für den Ausweis läuft die Erneuerung wie immer weiter. Du kannst deinen Ausweis hinbringen, wenn er abläuft und du bekommst ihn nach drei Werktagen zurück.

Dankeschön!

Report #48
18.01.2021

Hi ladies, this is a report from Havelland and I’m reporting concerning the current situation that we are in.

Well, some people were infected and they were taken to quarantine. But when they came back, we were given new rules to be using masks everywhere, especially inside the Heim. The biggest challenge is some are not following the rules but the majority are following the rules.

About hygiene, the place is clean. They’re cleaning well. We’ve seen another change. We have disinfectant down the stairs so when you come from outside, you disinfect yourself before going to your room.

Well, we are not allowed to be visited yet because of the current situation that we are in.

Here, children have resumed school. They are going to school normally. We’ve not seen anything that they have been told to stay at home.

The small kids are not allowed to play in the corridors. They are in the rooms with their parents.

About the language classes, we’ve not resumed. We’ve been told to wait until the 31st January so that they’ll tell us on how to go about it.

Well, renewal of Ausweis, we are renewing our Ausweis 15 days to expiry date. We give them to the social [worker] and they take them to the Ausländerbehörder and they bring them back to us so we are not even allowed to go to the Ausländerbehörder.

About deportation, we’ve not had [any]. About transfers, people are not being transferred to come here but people are transferred to go to houses. But for those people who have stayed, like, four years, with them, they are going for transfers.

Concerning the issue of those people who have been given houses, we were given different reasons. For those who have stayed for 4 to 5 years, that the families has grown big, they have 4 to 5 kids, so the rooms are small for them.

Some were given the reasons that the family – the husband is working so they need to go and pay for the house for themselves.

And for the young people who are single, if they’re working, they’re told also to go and pay for themselves outside. So those are the only reasons we are given.

Concerning the issue of hospital, when it’s something serious, you ask the security to call for you the Krankenwagen [ambulance] and it comes. But when it’s not serious, you just go by yourself to the hospital because we have the insurance card. So far, we’ve not had anything that is serious.

Well, so far, those are the reports that I’ve heard. Those are just what I have for now. Stay safe.

Hallo ladies, dies ist ein Bericht von Havelland und ich berichte über die aktuelle Situation, in der wir uns befinden.

Nun, einige Leute waren infiziert und sie wurden in Quarantäne gebracht. Aber als sie zurückkamen, wurden uns neue Regeln gegeben – wie überall Masken zu benutzen, besonders im Heim drinnen. Die größte Herausforderung ist, dass sich einige nicht an die Regeln halten, aber die Mehrheit hält sich an die Regeln.

Was die Hygiene angeht, ist das Heim sauber. Sie putzen gut. Wir haben eine weitere Veränderung gesehen: Wir haben Desinfektionsmittel auf der Treppe, wenn du von draußen kommst, desinfizierst du dich, bevor du in dein Zimmer gehst.

Wir dürfen noch nicht besucht werden, wegen der aktuellen Situation, in der wir uns befinden.

Hier haben die Kinder die Schule wieder aufgenommen. Sie gehen ganz normal zur Schule. Wir haben nicht gesehen, dass ihnen gesagt wurde, sie sollen zu Hause bleiben.

Die kleinen Kinder dürfen nicht auf den Fluren spielen. Sie sind in den Zimmern mit ihren Eltern.

Was den Sprachunterricht angeht, haben wir ihn nicht wieder angefangen. Uns wurde gesagt, dass wir bis zum 31. Januar warten sollen, damit sie uns sagen, wie wir vorgehen sollen.

Nun, die Erneuerung des Ausweises, wir erneuern unseren Ausweis 15 Tage vor Ablaufdatum. Wir geben sie dem*r Sozialarbeiter*in und er*sie bringt sie zur Ausländerbehörde und er*sie bringt den Ausweis zu uns zurück, also wir dürfen nicht einmal zur Ausländerbehörde gehen.

Über Abschiebung, wir haben keine [gehabt]. Über Transfers, die Leute werden nicht hierher versetzt, sondern die Leute werden versetzt, um in Häuser zu gehen.[gemeint ist: sie bekommen Unterkünfte in Wohnungen zugewiesen. ] Aber für diese Leute, die, sagen wir, vier Jahre bei ihnen gewohnt haben…, sie werden umgesetzt.

Was die Angelegenheit der Menschen betrifft, die Häuser bekommen haben, wurden uns verschiedene Gründe genannt. Bei denjenigen, die seit 4 bis 5 Jahre hier wohnen, sind die Familien groß geworden, sie haben 4 bis 5 Kinder, also sind die Zimmer (zu) klein für sie.

Einigen wurde die Begründung gegeben, dass die Familie – der Ehemann arbeitet, also müssen sie das Haus selbst bezahlen.

Und den jungen Leuten, die alleinstehend sind, wird gesagt, falls sie arbeiten, sollen sie auch gehen und für sich selbst draußen bezahlen. Das sind also die einzigen Gründe, die uns genannt werden.

Was die Sache mit dem Krankenhaus betrifft, wenn es etwas Ernstes ist, bittet wir den Sicherheitsdienst, den Krankenwagen zu rufen, und er kommt. Aber wenn es nicht ernst ist, gehen wir einfach selbst ins Krankenhaus, weil wir die Versicherungskarte haben. Bis jetzt hatten wir noch nichts Ernstes.

Nun, bisher sind das die Berichte, die ich gehört habe. Das sind nur die, die ich im Moment habe. Passt auf euch auf!

Report #47
18.01.2021

I am reporting from Massow in Halbe.

I am going to start with Corona cases. Now so far, I think I am the only person who has been having problems with Corona. And I am going to take you through the experience that I got – the experience that I gotten – how the whole issue was handled.

Now I got sick on a certain day – that was last week on Monday at around 8pm. When I contacted the security guard, he reacted very fast and the ambulance came. They did all the tests and it turned out to be positive so I was taken to the hospital immediately and I was being admitted.

I stayed in the hospital for four days. After four days, I came back to the Heim. Now, when I was in the hospital, people got their pocket money, which I didn’t get because I wasn’t there.

So, the day that I came, the social worker followed me to the room and she was like, “now you can go for your pocket money next week on Tuesday”. I told her I can’t be able to go because I will be in quarantine for ten more days and she was like, “oh so you are positive”. I said, “yes, they did the test. It turned out positive”.

And then she came to my room, right inside, and there’s a certain shelf that I put food stuff and she was like, “oh I can see that you’ve got food – enough food for two weeks”.

I didn’t want to fight back because those were just dry food. I didn’t want to fight back – I didn’t want to argue with her because I didn’t have any energy. And as a woman, maybe I needed something like sanitizing towels and this stuff.

But she didn’t even care whether I needed anything else – so she just left the room and she said, “okay so on Tuesday you can go for your money so what I’m going to do, I’m going to give you a call on the next move”.

Since then, I’ve never heard from her. I’ve never seen anyone come to ask me how I’m feeling or how I’m progressing or if I have any problem.

Apart from that, I have not seen people. Because sometimes I open my door and I try to peek what is happening around. I have not seen people wearing masks. I have not seen anything or I have not heard any precaution that has been taken.

Apparently, even in Massow, we don’t have any dispenser for sanitization, for sanitizer. People only wear masks strictly when they are going to the office. Otherwise, you can roam about freely – nobody will ask you.

The other thing is visitors are not allowed in the Heim. There are warnings everywhere at the gate. But we still find people sneaking in visitors into their rooms and I wonder whether there is no security, whether there is no CCTV. I think even these people who are coming in are the ones who are coming with these infections and all this.

Now, the children are all over the corridors, and especially at this time they are not going to school. Sometimes when I look at the parents in our Heim, I find them so reluctant – there’s no one even to guide them to tell them what they’re supposed to do with their children. They can’t even contain their children in their rooms.

Especially at this period there is harsh weather, sometimes you see this children outside playing in the snow and they’re not even – they don’t have gear. They don’t have enough clothes for the weather. So I find it very, very, very unfair for them to be outside on such harsh weather conditions.

The third thing is about our pocket money. We’re getting pocket money for two months. Like now, people got pocket money for January and February, which I find that these people are tired of coming all the time to give pocket money – or something.

I feel that it shouldn’t be so. They should at least be giving the way they have been giving – one month, one month. Okay, fine, it’s our own responsibility to manage our money. But I feel there is something that is not … that is something that is not right.

About our Ausweis, I think we have the best procedure about renewing the Ausweis. Once your Ausweis is almost expiring, you go to the social [workers] and they book for you an appointment with the Ausländerbehörde and then the day for you to renew the Ausweis, you go and after, like, ten minutes you get your Ausweis ready.

That’s all I have for today. Thank you so much.

This is additional information about our Heim, that is Massow in Halbe.

Now, when I was in quarantine, as I mentioned earlier that no one cared, like, even if I go to the kitchen to cook. I don’t think they would even care but danke [glad] that I have my small cooker in the room, which I have been using. If I didn’t have it, of course, I would be going to cook, just like any other person.

The other thing is about the management of the Heim. We have very poor management. That’s what I can say because since I came last year in October, we’ve been having different social [workers].

The ones I found during that time, they are not the ones who are there now. They keep on changing. I don’t understand. Today, you go to the office and then you find new faces. So it becomes even difficult because this is a new person, who is new to the place and if you ask any question, sometimes they don’t even know what to respond.

So I don’t really understand why every time when we go to the office, you only find new office. So I think that’s why it’s very hard to manage the place because by the time, maybe, a new person come and they are oriented, then all of the sudden they disappear and then a new person comes.

I think that is what is making the difference. There is only one lady who is in charge of them all. She is the only one who’s been there since I came.

Ich berichte von Massow in Halbe.

Ich fange mit den Coronafällen an. Ich denke bis jetzt bin ich die einzige Person, die Probleme mit Corona gehabt hat. Und ich werde die Erfahrung, die ich gemacht habe, mit euch teilen, die Erfahrung, die ich gemacht habe, wie mit der ganzen Angelegenheit umgegangen wurde.

Ich bin an einem bestimmten Tag krank geworden, das war am letzten Montag um ungefähr 8 Uhr abends. Als ich den Security-Mitarbeiter kontaktiert habe, hat er sehr schnell reagiert und die Rettung ist gekommen. Sie haben alle Tests gemacht und es hat sich herausgestellt, dass ich positiv war.

Ich bin für vier Tage im Krankenhaus geblieben. Nach vier Tagen bin ich ins Heim zurückgekommen. Nun, als ich also im Krankenhaus war, haben die Leute ihr Taschengeld bekommen, was ich nicht bekommen habe, weil ich nicht da war.

So, an dem Tag an dem ich [zurück]gekommen bin, ist mir die Sozialarbeiterin zu meinem Zimmer gefolgt und hat mir sowas gesagt wie “Jetzt kannst du dir dein Taschengeld nächste Woche Dienstag abholen”. Ich sagte ihr, dass das für mich nicht möglich sein wird, weil ich noch für 10 weitere Tage in Quarantäne sein werde und sie meinte, “ Oh, Sie sind also positiv?” Ich sagte: “Ja, sie haben den Test gemacht und er ist positiv ausgefallen.”

Und dann ist sie geradewegs in mein Zimmer gekommen, und da gibt es ein Regalbrett auf dem ich meine Lebensmittel aufbewahre und sie meinte, “Oh, ich kann sehen, dass Sie Lebensmittel haben, genug Lebensmittel für zwei Wochen.”

Ich wollte nicht widersprechen, denn das waren ja eigentlich nur trockene Lebensmittel. Ich wollte mich nicht zur Wehr setzen, ich wollte nicht mit ihr streiten, weil ich keine Energie hatte. Und ich als Frau, vielleicht würde ich ja auch so etwas wie Binden und sowas brauchen.

Aber es hat sie nicht interessiert, ob ich vielleicht etwas anderes brauchen würde, sie hat dann einfach das Zimmer verlassen und hat gesagt: “Ok, am Dienstag können Sie also Ihr Geld holen. Was ich also machen werde, ich werde Sie anrufen, wie wir weiter vorgehen werden.

Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich habe keine Person gesehen, die vorbeigekommen wäre und gefragt hätte, wie es mir geht oder ob es mir besser geht oder ob ich Probleme habe.

Sonst habe ich keine Leute gesehen. Weil manchmal öffne ich meine Tür und versuche zu spähen, was draußen passiert.

Ich habe keine Personen gesehen, die eine Maske tragen. Ich habe nichts von irgendwelchen Sicherheitsmaßnahmen gesehen oder gehört.

Anscheinend haben wir in Massow nicht einmal Spender für Desinfektionsmittel. Die Leute tragen nur dann Masken, wenn sie ins Büro gehen. Ansonsten kannst du frei herumlaufen – niemand wird dich fragen.

Die andere Sache ist die, dass im Heim keine Besucher*innen erlaubt sind. Beim Eingang gibt es überall Warnschilder. Aber wir sehen immer noch Leute, die Besucher*innen in ihre Zimmer schmuggeln und ich frage mich, ob es gerade keine Security oder Videoüberwachung gibt. Ich denke, dass gerade diese Leute, die hier reinkommen, die sind, die die Infektionen und all das bringen.

Nun, die Kinder sind überall auf den Gängen, speziell zu dieser Zeit, in der sie nicht zur Schule gehen. Manchmal, wenn ich mir die Eltern im Heim anschaue, finde ich sie so zögerlich, es gibt keine Person, die ihnen sagt, was sie mit ihren Kindern machen sollen. Nicht mal in ihren Zimmern können sie ihre Kinder unter Kontrolle halten.

Gerade zu dieser Jahreszeit ist das Wetter sehr hart, manchmal siehst du diese Kinder draußen im Schnee spielen, und sie sind nicht einmal…, sie haben keine Ausrüstung. Sie haben nicht genug Kleidung für dieses Wetter.Daher finde ich es sehr, sehr unfair für sie, dass sie in so harten Wetterbedingungen draußen sind.

Die dritte Sache ist über unser Taschengeld. Wir bekommen das Taschengeld für zwei Monate. Zum Beispiel jetzt haben die Leute das Taschengeld für Januar und Februar bekommen, was meiner Meinung nach heißt, dass diese Menschen es müde geworden sind die ganze Zeit hierher zu kommen um uns unser Taschengeld zu geben – oder so.

Meinem Gefühl nach soll das nicht so sein. Sie sollten uns zumindest so geben, wie sie das immer gemacht haben – Monat für Monat. Ok, zugegeben es liegt in unserer eigenen Verantwortung unser Geld zu managen. Aber ich fühle, dass da etwas ist, das nicht…, da ist etwas, das nicht in Ordnung ist.

Was unseren Ausweis angeht, denke ich, dass wir das beste Verfahren für die Verlängerung des Ausweises haben. Wenn dein Ausweis fast abläuft, gehst du zu den Sozialarbeiter*innen und sie buchen für dich einen Termin mit der Ausländerbehörde und an dem Tag, an dem du den Ausweis verlängern musst, gehst du hin und nach ungefähr zehn Minuten haben sie deinen Ausweis fertig.

Das ist alles, was ich für heute habe. Ich danke Ihnen vielmals.

Hier kommt eine zusätzliche Information über unser Heim, das ist Massow in Halbe.

Nun, als ich in der Quarantäne war, habe ich schon erwähnt, dass es niemanden interessiert hat, selbst wenn ich zum Beispiel in die Küche gegangen wäre um zu kochen. Ich glaube, es hätte sie nicht gestört, aber glücklicherweise hatte ich meinen kleinen Herd im Zimmer, den ich auch benutzt habe. Wenn ich ihn nicht gehabt hätte, wäre ich natürlich kochen gegangen, wie alle anderen auch.

Die andere Sache geht um die Heimleitung. Wir haben ein sehr schlechtes Management. Das kann ich so sagen, denn seit ich letztes Jahr im Oktober kam, hatten wir jedes Mal andere Sozialarbeiter*innen.

Diejenigen, die ich damals vorgefunden habe, sind nicht die, die jetzt da sind. Sie wechseln andauernd. Ich verstehe das nicht. Du gehst heute ins Büro und triffst auf neue Gesichter. Es wird also schwierig, weil es sich um eine neue Person handelt, die neu an diesem Ort ist, und wenn du irgendeine Frage stellst, wissen sie manchmal nicht einmal, was sie antworten sollen.

Ich verstehe also wirklich nicht, warum wir jedes Mal, wenn wir ins Büro gehen, ein neues Team vorfinden. Ich denke, dass es deshalb sehr schwer ist, den Ort zu verwalten, denn wenn vielleicht eine neue Person kommt und sich eingearbeitet hat, verschwindet sie plötzlich und dann kommt eine neue Person.

Ich denke, das macht den Unterschied aus. Es gibt nur eine Dame, die über alle das Sagen hat. Sie ist die Einzige, die schon da war, als ich gekommen bin.

Report #46
18.01.2021

Hello, good afternoon everyone. This is ____ reporting from Michendorf. I will be giving my Corona report from here.

First, I will say that in Michendorf we have several cases reported and confirmed of Coronavirus. So what’s happened is we started with three families which were infected and their results were positive. But they had already interacted with a lot of people here, so many people had the signs and symptoms.

The management took that seriously. They invited the Gesundheit people. They came and they carried [out] the test with everyone who was at the Heim on that day. Unfortunately, a lot of people tested positive and they were asked to quarantine themselves for 14 days.

Those who had roommates who were positive and who probably were not positive, they were separated – so people were separated from their rooms. They quarantined for 14 days. The social workers and the security were helping people with the cooking and making shopping.

The people who were not sick, they were also asked, if you have a friend who is sick, then the social workers will approach you and kindly ask you to assist that person with cooking or making the shopping. They also told us to be careful when helping, when giving a helping hand, then you have to be very careful when doing that.

At the moment, the people who are in quarantine have come out. So many of them have tested negative. At the moment, we don’t have anyone in quarantine or any positive case here.

The visitors are still not allowed to come inside the premises. It’s only the residents who are allowed in. We have sanitizer dispensers everywhere. Since the infection was there, they even added more. So on the hygiene, it’s very, very good. Outside, the kitchen, the corridors, everywhere it’s very, very, very clean.

We have not had any deportations here in Michendorf. The children are not going to schools. The Kitas [preschools] and the Schules [schools] – they are closed. I can see so many children around. People are not – the kids and the ones integrating are not going to schools.

About our Ausweis, if you’re Ausweis is about to expire, maybe one week to expiry, then you are supposed to give it to the social workers in the office and they will contact the Ausländerbehörder and they will renew your Ausweis, which you will receive here in the Heim in, like, a Post.

So basically, what they do is you take your Ausweis when it’s one week to expiry, they will make a copy, and they will send it to Ausländerbehörder, then they will send it back – they will send a new Ausweis back to you in the form of a Post.

For the money, for the payment, what they do here in Michendorf is that they come every first Tuesday of the month. They come to pay with checks for those people who do not accounts. But if you have the account, then they will put the money directly to the account. So for the money, we don’t have any issues. And the Ausweis, we also don’t have any issue.

That’s all from Michendorf. Thank you.

Hi, this is ____ again.

I will add about the children. We had a small meeting down and we decided – we were told by parents we need to take care of our children. So normally, what we do – before the children used to play in the corridors, you could hear the kids playing, running, everywhere.

So now we are taking care of our kids. You just make sure that your kids don’t go out or if maybe the kids can go out, they are the kids that can take care of themselves. They can put on the masks.

You can see some parents may be sending their kids to the kitchen maybe to put something under the oven but the kids have masks on. And the bigger kids know how to sanitize their hands. But for the smaller kids, there is no playing in the corridors. So as the parents, you just take care of your kid and make sure that your kid is in good care and the baby doesn’t mix with the other kids. As always, there are no kids playing in the corridors. That is something we don’t have.

The only case we had for admission was one woman. She was complaining of chest pains so when she was taken to the hospital, they said she had an infection with her lungs and they had to give her antibiotics for three days.

She’s Kenyan that’s why I know the information. She was admitted to be given the antibiotics and so she came back after four or three days. And she was okay.

Hallo, das ist ____ und ich berichte aus Michendorf. Ich werde meinen Coronabericht von hier abgeben.

Erstens möchte ich sagen, dass wir in Michendorf mehrere bestätigte Coronafälle haben. Was passiert ist, es hat mir drei Familien angefangen, die infiziert wurden und positive Resultate hatten. Aber sie hatten da bereits mit einigen Leuten hier interagiert und so hatten einige Leute schon Anzeichen und Symptome.

Die Lagerleitung hat das ernst genommen. Sie haben die Gesundheitsmenschen [das Gesundheitsamt] eingeladen. Sie sind gekommen und haben bei allen, die an diesem Tag im Lager waren, den Test durchgeführt. Leider wurden viele Menschen positiv getestet und sie wurden angewiesen sich für 14 Tage in Selbstquarantäne zu begeben.

Diejenigen, die Mitbewohner*innen hatten, die positiv waren und die selbst vielleicht nicht positiv waren, wurden getrennt – die Menschen wurden also von ihren Zimmern separiert. Sie waren für 14 Tage in Quarantäne. Die Sozialarbeiter*innen und die Security haben den Menschen beim Kochen und beim Einkaufen geholfen.

Die Menschen, die nicht krank waren, sie wurden auch gefragt, ob du eine*n Freund*in hast, der/die krank ist, dann treten die Sozialarbeiter*innen an dich heran und würden dich bitten freundlicherweise diese Person beim Kochen oder beim Einkaufen zu unterstützen.Sie haben uns auch gesagt, dass wir vorsichtig sein müssen, wenn wir helfen. Wenn du eine helfende Hand anbietest, dann musst du dabei sehr vorsichtig sein.

Im Moment sind die Menschen gerade aus der Quarantäne rausgekommen. Viele von ihnen wurden negativ getestet. Im Moment haben wir niemand in Quarantäne und es gibt auch keine positiven Fälle.

Es ist den Besuchern immer noch nicht gestattet, das Gelände zu betreten. Nur Bewohner sind auf dem Gelände erlaubt. Überall haben wir Desinfektionsmittelspender. Seit wir die Infektion hatten, haben sie sogar noch mehr angebracht. So, was die Hygiene betrifft, ist es sehr, sehr gut. Draußen, die Küche, die Flure, überall ist es sehr, sehr sauber.

Wir hatten hier in Michendorf keine Deportationen. Die Kinder gehen nicht in die Schulen. Die Kitas und die Schulen – sie sind geschlossen. Ich kann überall so viele Kinder sehen. Die Menschen gehen nicht – die Kinder und die, die sich integrieren [die Integrationskurse besuchen] – sie gehen nicht in die Schule.

Über die Ausweise: Wenn dein Ausweis dabei ist abzulaufen, vielleicht eine Woche davor, dann sollst du ihn im Büro der Sozialabeiter*innen abgeben.Die werden dann die Ausländerbehörde kontaktieren und die werden dann deinen Ausweis erneuern und den wirst du dann hier ins Heim bekommen mit der Post.

So was sie im Grunde machen, ist, dass sie deinen Ausweis nehmen, ungefähr eine Woche bevor er abläuft, sie werden eine Kopie machen, sie werden ihn zur Ausländerbehörde schicken und dann werden die ihn zurückschicken. Sie werden den Ausweis auf dem Postweg zu dir zurückschicken.

Für das Geld, für die Auszahlungen, was sie hier in Michendorf machen, sie kommen hier jeden ersten Dienstag im Monat. Sie bezahlen die Leute, die keine Konten haben, mit Schecks. Aber wenn du ein Konto hast, werden sie das Geld direkt auf das Konto überweisen. So in Punkto Geld haben wir hier keine Probleme. Und mit dem Ausweis haben wir hier auch keine Probleme.
So, das war’s von Michendorf. Danke.

Hallo, hier ist nochmal ____.

Ich möchte noch was zu den Kindern ergänzen. Wir hatten ein unten ein kleines Treffen und wir haben beschlossen – uns wurde von Eltern gesagt, dass wir auf unsere Kinder aufpassen müssen. So was wir normalerweise machen, früher haben die Kinder immer auf den Gängen gespielt, du hast die Kinder spielen gehört, rennen – überall.

Und jetzt passen wir auf unsere Kinder auf. Du musst darauf aufpassen, dass deine Kinder nicht rausgehen, oder dass nur die Kinder rausgehen, die auf sich selbst aufpassen können. Sie können ihre Masken von selbst aufsetzen.

Du kannst sehen, dass manche Eltern eventuell ihre Kinder in die Küche schicken, vielleicht um etwas unter den Ofen [in das Backrohr] zu stellen, aber die Kinder haben Masken an.Und die größeren Kinder wissen auch wie sie ihre Hände desinfizieren können. Aber die kleineren Kinder dürfen nicht auf den Gängen spielen. So als Elternteil, passt du einfach gut auf dein Kind auf, und passt auf dass dein Kind gut aufgehoben ist und dass es sich nicht mit den anderen Kindern mischt. Und jetzt spielen keine Kinder auf den Fluren. Das gibt es bei uns nicht.

Der einzige Fall, der hier aufgenommen wurde, war ein Frau. Sie hat über Brustschmerzen geklagt, als sie also in das Krankenhaus gebracht wurde, haben sie gesagt, dass sei eine Infektion in der Lunge habe und sie mussten ihr für drei Tage Antibiotika geben.

Sie ist aus Kenia, deswegen habe ich die Information. Die Antibiotika wurden für sie zugelassen und so ist sie nach vier oder drei Tagen zurückgekommen. Und sie war o.k.


"I am reporting from Massow, Halbe. Massow has recorded many cases of Corona" - Lager Reports, December 2020

These reports were initiated by the Break Isolation Group of International Women* Space - read their statement here. They are recording audio messages on their current situation in their different accommodations and invite other women to share their experiences too. The voices in uploaded recordings have been altered. If you would like to share a report, get in touch with us on iwspace@iwspace.de.

Report #45
14.12.2020

Good afternoon everyone, this is … from Michendorf and I’m here to give my current Corona report in Michendorf.

First, I will say that in Michendorf there have been three recorded cases of Coronavirus, three families have the coronavirus but the information was not passed to anyone. We just saw the activities that have been going on because the three families that were positive were asked to quarantine themselves in the house, no going out, but the social workers are helping them with the shopping and sometimes cooking.

So that’s what made people ask questions like why are some families being treated special and that’s when the rumours came from the security that the three families have tested positive, which is a very bad thing because immediately, when the social workers knew that some people are positive, they should have informed the rest of the people.

Instead they only insisted on us putting on the mask and sanitising every time, like when you come inside the building you have to sanitize, it’s a must. They’ve put one red sanitizer box there, you have to sanitize your hands, you have to put on the mask, even if you are going inside the corridors. No children playing in the corridors. Those are some of the things that made us suspicious. We later found out that the families were positive.

The other thing is the social workers are not working in their office. When you go for help, if you have some letter to be read or if you need any help from the office, they are turning you out saying that they are not working because of the Corona, because they fear contacting the disease. So many people have issues if you need anything from the office then you cannot be helped at the moment.

Cleaning is very okay. Everywhere is clean – the kitchen and everywhere. We still.., in Michendorf, there is no visitors. There is no visitors allowed inside the heim.

About the internet, we don’t have any internet here so if you need anything to do with the internet then you have to buy the internet yourself.

The other thing is about the Ausweis. Here we have a very nice coordination. If your Ausweis is two days to expiry then you have to take it to the office and they will communicate with the Ausländer. What they do is they take your Ausweis, make a copy of it, give you [it] back until the other renewed Ausweis is here. So about the Ausweis that’s what they are doing.

Last week we had, like, a campaign. The social workers, or rather, the head of the heim organized some medical people to come here and speak to us about the Corona thing. How to prevent yourself, how to handle the situation. They have already come twice and people have shown cooperation because immediately they came, and immediately people were called out. Everyone – many people – were interested and we went, we sat down, we listened. To me, I think that is a positive thing.

Otherwise what we are doing here is just taking care of ourselves like avoiding places like the kitchen. What people are doing here is buying small burners to cook in their rooms because we don’t know who is infected. So we’re just trying to protect ourselves and trying to protect the kids.

That is the current situation here in Michendorf. Thank you.

Guten Tag an alle, hier ist … aus Michendorf und ich bin hier, um meinen aktuellen Corona-Bericht in Michendorf zu geben.

Zuerst möchte ich sagen, dass in Michendorf drei Fälle von Coronavirus registriert wurden, drei Familien haben das Coronavirus, aber die Information wurde an keine*n weitergegeben. Wir haben nur die Aktivitäten gesehen, die stattgefunden haben, weil die drei Familien, die positiv waren, gebeten wurden, sich im Haus unter Quarantäne zu stellen, nicht auszugehen, aber die Sozialarbeiter*innen helfen ihnen beim Einkaufen und manchmal beim Kochen.

Das hat die Leute dazu gebracht, Fragen zu stellen, warum einige Familien besonders behandelt werden, und dann kamen die Gerüchte vom Sicherheitsdienst, dass die drei Familien positiv getestet wurden, was eine sehr schlechte Sache ist, denn sobald die Sozialarbeiter*innen wussten, dass einige Leute positiv sind, hätten sie den Rest der Leute informieren müssen.

Stattdessen haben sie nur darauf bestanden, dass wir die Maske aufsetzen und uns jedes Mal desinfizieren, wie wenn du ins Gebäude kommst, musst du dich desinfizieren, das ist ein Muss. Sie haben dort eine rote Desinfektionsmittelkiste aufgestellt, du musst deine Hände desinfizieren, du musst die Maske aufsetzen, auch wenn du in die Gänge gehst. Keine Kinder, die in den Gängen spielen. Das sind einige der Dinge, die uns misstrauisch machten. Später fanden wir heraus, dass die Familien positiv waren.

Die andere Sache ist, dass die Sozialarbeiter*innen nicht in ihrem Büro arbeiten. Wenn du um Hilfe bittest, wenn du einen Brief zu lesen hast oder wenn du irgendeine Hilfe vom Büro brauchst, weisen sie dich ab und sagen, dass sie wegen Corona nicht arbeiten, weil sie Angst haben, sich mit der Krankheit anzustecken. So viele Leute haben Probleme, wenn du etwas vom Büro brauchst, dann bekommst du im Moment keine Hilfe.

Die Reinigung ist sehr in Ordnung. Überall ist es sauber – in der Küche und überall. Wir haben immer noch…, in Michendorf, da gibt es keine Besucher*innen. Im Heim ist kein Besuch erlaubt.

Über das Internet, wir haben hier kein Internet, also wenn du irgendetwas brauchst, was mit dem Internet zu tun hat, dann musst du das Internet selbst kaufen.

Die andere Sache ist das mit dem Ausweis. Hier haben wir eine sehr gute Koordination. Wenn dein Ausweis zwei Tage vor dem Ablaufdatum ist, musst du ihn zum Büro bringen und sie werden mit der Ausländerbehörde kommunizieren. Die nehmen deinen Ausweis, machen eine Kopie davon und geben ihn dir zurück, bis der andere erneuerte Ausweis da ist. Also mit den Ausweisen ist es das, was sie machen.

Letzte Woche hatten wir sowas wie eine Aktion. Die Sozialarbeiter*innen, oder besser gesagt, der Leiter des Heims hat ein paar medizinische Kräfte organisiert, die hierher kommen und mit uns über die Corona-Sache sprechen. Wie du dich schützen kannst, wie du mit der Situation umgehen kannst. Sie sind schon zweimal gekommen und die Leute haben sich kooperativ gezeigt, weil sie sofort gekommen sind, und sofort wurden die Leute aufgerufen. Alle – viele Leute – waren interessiert und wir sind hingegangen, haben uns hingesetzt, haben zugehört. Für mich ist das eine positive Sache.

Ansonsten ist das, was wir hier tun, nur, dass wir uns um uns kümmern und Orte wie die Küche meiden. Was die Leute hier tun, ist, kleine Brenner zu kaufen, um in ihren Zimmern zu kochen, denn wir wissen nicht, wer infiziert ist. Wir versuchen also nur, uns selbst und die Kinder zu schützen.

Das ist die aktuelle Situation hier in Michendorf. Vielen Dank.

Report #44
14.12.2020

I am reporting from Doberlug-Kirchhain. There are a few people in quarantine, 20 people are in quarantine. The people from the camp, we as asylum seekers, are in quarantine. But we are taking cautions, everyone is supposed to be wearing masks in the mensa [dining area], in the corridor, going anywhere. Walking around you should be in masks. There are dispensers of disinfectants. We are taking cautions with washing our hands. Everyone is supposed to wash their hands when you’re getting inside the mensa. We are keeping distance in the mensa, we are sitting two people at every table. So they are taking good cautions in, we think, the quarantine issue.

The second matter is that deportation is still going on, especially this week from Sunday, the Polizei have been coming every day at around 5am. Everyday, let me say everyday, I’ve seen them coming and they are taking people. They have taken a few people, they have deported a few people.

And the issue of the bus, we feel like the bus is needed every one hour at Doberlug location, because we are having difficulties to go to the market or even to go to the Bahnhof. And also the issue of Ausweis, the Ausweis has been cancelled from Brandenburg to Elbe/Elster for everyone. You are not supposed to go to Berlin. You’re not supposed to go anywhere around Berlin. So we are supposed to be inside here Elbe/Elster.

Ich berichte aus Doberlug-Kirchhain. Es sind ein paar Leute in Quarantäne, 20 Leute sind in Quarantäne. Die Leute aus dem Lager, wir als Asylbewerber*innen, sind in Quarantäne. Aber wir sind vorsichtig, alle sollen in der Mensa und auf dem Flur und überall Masken tragen. Alle die herumlaufen, sollten eine Maske tragen. Es gibt Spender für Desinfektionsmittel. Wir achten darauf, dass wir uns die Hände waschen. Alle sollen sich die Hände waschen, wenn sie die Mensa betreten. Wir halten Abstand in der Mensa, an jedem Tisch sitzen zwei Personen. Sie sind also sehr vorsichtig, was die Quarantäne angeht, denken wir.

Die zweite Sache ist, dass die Abschiebung immer noch im Gange ist. Besonders in dieser Woche seit Sonntag kommt die Polizei jeden Tag gegen 5 Uhr morgens. Jeden Tag habe ich sie kommen sehen und sie nehmen Leute mit, sie haben ein paar Leute abgeschoben.

Und die Sache mit dem Bus, wir haben das Gefühl, dass ein stündlicher Bus in Doberlug gebraucht wird, weil wir Schwierigkeiten haben zum Markt oder sogar zum Bahnhof zu gehen.

Und auch die Angelegenheit mit dem Ausweis: Der Ausweis gilt nicht mehr in ganz Brandenburg sondern nur noch in Elbe/Elster. Du darfst nicht nach Berlin fahren. Du darfst auch nicht in die Nähe von Berlin fahren. Wir sollen also hier innerhalb von Elbe/Elster bleiben. So, das ist mein Bericht. Dankeschön.

Report #43
14.12.2020

Good evening ladies, I hope you are all well. I would like to give a report of Covid-19 from Rahnsdorf. So far, we have two cases that have occurred in the last one week. The two people are in self-quarantine. They are provided with somebody who is going to buy food for them.

Still, we have been requested to use, because we have two kitchens and two sides of toilets, we have been requested to use one side, so that the other two people, the ones who have Covid can use the other side, of which is okay.

Sanitizers are everywhere and once they are finished the social worker is very sharp in replacing them. We are using masks in the Heim. Everytime you are going maybe to the kitchen or to the toilet or to the office – it is mandatory to have a mask.

The children are supposed to be indoors because they cannot be going outside and touching everywhere, because now it seems the virus is already in the Heim, we need to be extra careful.

The other thing is about the internet. The internet is really disturbing in our Heim. Normally by hotspot password, [it costs] one euro every month, but because I think, because we are too many, the internet is very weak. So most of us are just buying our own internet, which is just okay, because now there is nothing else that can be done.

The Heim is very clean. There are people who are coming to clean it every morning and every evening. The hygiene is at a higher notch. It is very much okay.

About the Ausweis, once your Ausweis expires you have to call the Ausländerbehörde just to notify them. Then they will send a new one to you, then you have to sign it and photocopy, then send the copy back to them for the next time. Which is okay because they are not allowing people to go to the offices because of Covid.

About schools, there is a little problem about schools, because some people are denied the right to go to school by BAMF. Once you go to apply for school, you know you have to wait for BAMF to get back to you, and most people are getting negatives, which we don’t understand why. Some of the people have already started school. But once you get a negative, we really don’t understand why BAMF is giving a negative. We are just waiting though they are saying you can appeal. I have not heard of anyone who has appealed yet.

Everything else is okay, everything else is being taken care of, so far so good. Thank you.

Guten Abend meine Damen, ich hoffe, es geht euch allen gut. Ich möchte einen Bericht über Covid-19 aus Rahnsdorf geben. Bis jetzt haben wir zwei Fälle, die in der letzten Woche aufgetreten sind. Die beiden Personen befinden sich in Selbstquarantäne. Ihnen wird eine Person zu Verfügung gestellt, die sie bei den Einkäufen unterstützt.

Trotzdem wurden wir gebeten, weil wir zwei Küchen und zwei Seiten von Toiletten haben, nur eine Seite zu benutzen, damit die anderen zwei Leute, die Covid haben, die andere Seite benutzen können, was in Ordnung ist.

Desinfektionsmittel sind überall und wenn sie aufgebraucht sind, ist der*die Sozialarbeiter*in sehr sehr schnell darin, sie zu ersetzen. Wir benutzen Masken im Heim. Jedes Mal, wenn du z.B. in die Küche oder auf die Toilette oder ins Büro gehst, ist es Pflicht eine Maske zu tragen.

Die Kinder sollen drinnen bleiben, weil sie nicht nach draußen gehen und alles anfassen können, denn jetzt ist das Virus schon im Heim, wir müssen besonders vorsichtig sein.

Die andere Sache geht um das Internet. Das Internet ist wirklich ärgerlich in unserem Heim. Normalerweise per Hotspot-Passwort, [kostet es] einen Euro pro Monat, aber ich denke, weil wir zu viele sind, ist das Internet sehr schwach. Also kaufen sich die meisten von uns einfach ihr eigenes Internet, was auch ganz okay ist, weil es jetzt nichts anderes zu tun gibt.

Das Heim ist sehr sauber. Es gibt Leute, die jeden Morgen und jeden Abend kommen, um es zu reinigen. Die Hygiene ist auf einem hohen Niveau. Es ist sehr in Ordnung.

Bezüglich des Ausweises: Wenn dein Ausweis abläuft, musst du bei der Ausländerbehörde anrufen, um sie zu informieren. Dann schicken die dir einen neuen, den musst du dann unterschreiben und fotokopieren, dann schickst du die Kopie zurück für das nächste Mal. Was okay ist, weil sie den Leuten wegen Covid nicht erlauben zu den Ämtern zu gehen.

Was die Schulen angeht, gibt es ein kleines Problem, denn einigen Leuten wird vom BAMF das Recht verweigert, zur Schule zu gehen. Wenn du einen Antrag darauf stellst zur Schule zu gehen, weisst du, dass du warten musst, bis das BAMF sich wieder meldet. Und die meisten Leute bekommen einen negativen Bescheid, und wir verstehen nicht , warum. Einige der Leute haben bereits mit der Schule begonnen. Aber wenn du einmal eine Absage bekommst…, wir verstehen wirklich nicht, warum das BAMF eine Absage erteilt. Wir warten einfach ab, obwohl sie dir sagen, dass du Widerspruch einlegen kannst. Ich habe noch von keiner Person gehört, die Widerspruch eingelegt hat.

Alles andere ist in Ordnung, es wird sich um alles andere gekümmert, so weit so gut. Vielen Dank.

Report #42
11.12.2020

Good evening ladies, I am giving a report from Fürstenwalde.

At the moment, there are no Corona cases that have been reported but we do have some precautionary requirements that have been placed. For example, before we could just walk in the Heim without a mask. But as from November, they have introduced the rule that you have to wear the mask when you are in the Heim all the time even when you are along the corridors. And then for those people who do not sleep in the heim, you are required to submit the address of where you are living in Berlin. They say this is because of Corona precautions.

About your Ausweis [it is about prolonging the short term permit for residence; tolerance], when your Ausweis expires, no need to go to an Ausländerbehörde [foreigner’s office]. The Ausweis comes via post to the heim directly. Then when you go there it comes through the post. When you are told you have a post you find it’s a new Ausweis, which is there. And then you are told after you receive a new Ausweis, surrender the old ausweis.

About cleanliness, so far so good. There is no complaint about cleanliness. The only new thing they have introduced, during this time of Corona, before we did not have the sanitizer at the entrance of the building. Now you have to sanitize yourself at the door of the entrance, before entering into the building. So the door is located near the security officer. When you enter you sanitize. You don’t need to touch the door to open, like before, you just open the door and enter. Nowadays, the security will have to press a button and the door opens automatically, so once you sanitize, the door will open automatically for you and then you enter the building.

As far as the internet is concerned, the internet has discontinued for some time now and we don’t know why and it has not come back since. So we are buying our own internet.

The other thing is there were some changes in terms of the staff, the security staff. They added for us some more security people, so there are more than there used to be. And apart from that their uniform was changed, before they used to have red shirts and black trousers. But then they changed their uniforms to white and blue, dark blue trousers.

And for somebody like me, I did not know that we had new security people with new uniforms. So the first time I stepped in, I just saw people walking about, and they’re inspecting the rooms, walking along the corridors. It scared me, I thought probably these were Polizei looking for people. Later on, I learned that they were just normal security people but they just changed their uniforms.

The other thing is the family people. I realize most of them are just confined within their buildings. They don’t offer them any support in terms of even to go and learn this language. So they really feel so depressed because they can’t move because they have small children. Only those people who are single, they are able to go out and look for the schools for themselves. The heim doesn’t take you to schools at all.

So there is a lady who had a small child, the child was around 1 year and 2 months, she was telling me she has a place she can stay in Berlin and if I know of any schools she can go. I gave her an address of a school where mothers with children can go. The children – it’s a kind of Kita with caregivers, so when the mothers go to school, their children are taken care of by caregivers so I gave her this address and she really appreciated it.

But then there was another one also with a small child. For her, she has no one in Berlin. So even if I give her the address there is no way she could go to that school because it was too far, the distance is a long way for her. So that is the only thing I was able to observe in the heim.

I would like to make an additional point on the schools for refugees in Berlin. The schools are free of charge. Only that we have some schools whereby you are required to pay a small fee of around 20 euro for the textbooks that you are given, while some schools you are given books for free. If you are under Job center, Job center pays for you and if you are under social then BAMF pays for you. Thank you.

Guten Abend meine Damen, ich gebe einen Bericht aus Fürstenwalde.

Im Moment gibt es keine Corona-Fälle, die gemeldet wurden, aber wir haben einige Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen wurden. Zum Beispiel konnten wir früher einfach ohne Maske ins Heim gehen. Aber ab November haben sie die Regel eingeführt, dass du die Maske die ganze Zeit tragen musst, wenn du im Heim bist, auch wenn du dich in den Gängen aufhältst. Und dann wird von den Leuten, die nicht im Heim schlafen, verlangt, dass sie die Adresse angeben, wo sie in Berlin wohnen. Sie sagen, das ist wegen der Corona-Vorsorge.

Zum Ausweis [es geht hier um die Verlängerung der Duldung!]: Wenn dein Ausweis abläuft, musst du nicht zu einer Ausländerbehörde gehen. Der Ausweis kommt per Post direkt ins Heim. Wenn du dorthin gehst, kommt er mit der Post. Wenn dir gesagt wird, dass du Post hast, findest du dort einen neuen Ausweis vor. Und dann wird dir gesagt, wenn du einen neuen Ausweis bekommst, gibst du den alten Ausweis ab.

Über Sauberkeit, so weit so gut. Es gibt keine Beschwerde über die Sauberkeit. Die einzige neue Sache, die sie eingeführt haben, während dieser Zeit von Corona, vorher hatten wir keine Desinfektionsmittel am Eingang des Gebäudes. Jetzt musst du dich am Eingangstor desinfizieren, bevor du das Gebäude betrittst. Und die Tür befindet sich in der Nähe der Sicherheitskontrolle, also wenn du reinkommst desinfizierst du dich. Du musst die Tür nicht mehr anfassen, um sie zu öffnen, so wie früher, du öffnest einfach die Tür und gehst hinein. Heutzutage muss das Sicherheitspersonal einen Knopf drücken und die Tür öffnet sich automatisch, hast du dich erst mal desinfiziert, öffnet sich die Tür automatisch für dich und dann betrittst du das Gebäude.

Was das Internet betrifft, so ist es seit einiger Zeit ausgefallen und wir wissen nicht, warum, und es ist seitdem auch nicht mehr zurückgekommen. Also kaufen wir unser eigenes Internet [unseren eigenen Internetzugang].

Die andere Sache ist, dass es einige Änderungen in Bezug auf das Personal gab, das Sicherheitspersonal. Sie haben für uns ein paar mehr Sicherheitsleute hinzugefügt, es gibt also mehr als früher. Und außerdem wurde ihre Uniform geändert, vorher hatten sie rote Hemden und schwarze Hosen. Aber dann haben sie ihre Uniformen auf weiß und blau geändert, dunkelblaue Hosen.

Und für jemanden wie mich, ich wusste nicht, dass wir neue Sicherheitsleute mit neuen Uniformen hatten. Als ich das erste Mal hereinkam, sah ich nur Leute, die herumliefen und die Zimmer inspizierten, die Gänge entlang liefen. Das hat mir Angst gemacht, ich dachte, das ist wahrscheinlich Polizei, die nach Leuten sucht. Später erfuhr ich, dass es ganz normale Sicherheitsleute waren, sie hatten einfach nur ihre Uniformen gewechselt.

Die andere Sache sind die Menschen mit Familien. Ich merke, dass die meisten von ihnen einfach in ihren Gebäuden eingesperrt sind. Sie bieten ihnen keine Unterstützung an, nicht einmal in Bezug darauf, [wohin] zu gehen und diese Sprache zu lernen. Also fühlen sie sich so deprimiert, weil sie sich nicht bewegen können, weil sie kleine Kinder haben. Nur die Leute, die alleinstehend sind, sie sind in der Lage, rauszugehen und sich die Schulen selbst zu suchen. Das Heim bringt dich überhaupt nicht zu den Schulen.

Also da ist eine Frau, die ein kleines Kind hat, das Kind war ungefähr 1 Jahr und 2 Monate, sie hat mir erzählt, dass sie einen Platz hat in Berlin, wo sie wohnen kann, und ob ich irgendwelche Schulen kenne, wo sie hingehen kann. Ich gab ihr die Adresse einer Schule, in die Mütter mit Kindern gehen können. Die Kinder, es ist eine Art Kita mit Betreuer*innen, also wenn die Mütter zur Schule gehen, werden ihre Kinder von Betreuer*innen versorgt, also gab ich ihr diese Adresse und sie wusste es wirklich zu schätzen.

Aber dann war da noch eine andere, auch mit einem kleinen Kind, sie hatte niemanden in Berlin. Also selbst wenn ich ihr die Adresse gebe, gibt es für sie keine Möglichkeit in diese Schule zu gehen, weil es zu weit ist, die Entfernung ist für sie ein weiter Weg. Das ist also das Einzige, was ich in dem Heim beobachten konnte.

Ich möchte noch einen Punkt zu den Schulen für Geflüchtete in Berlin anmerken. Die Schulen kosten nichts. Nur, dass wir einige Schulen haben, bei denen du eine kleine Gebühr von etwa 20 Euro für die Schulbücher zahlen musst, die du bekommst, während du in anderen Schulen die Bücher umsonst bekommst. Wenn du beim Jobcenter bist, zahlt das Jobcenter für dich und wenn du beim Sozialamt bist, zahlt das BAMF für dich. Vielen Dank.

Report #41
11.12.2020

Hello, everyone, I want to give the latest report from Herzberg. Here we don’t have any reported cases of COVID-19. Although there’s so much infections in this region. Inside our Heim, we are taking measures. We wear masks throughout when we are moving around our corridors, kitchen and offices. We have enough sanitizers. From the main entrance, every floor has sanitizers.

Our building is, I can say it’s clean, because we have people who clean the floor every day. We have three people because our building has three floors – each and every floor has someone to clean everyday the kitchen and all that. So we can’t complain about cleanliness.

Another thing is about internet. We still have a problem with the internet because we normally buy 10€ for 18 days for one gadget. So if someone has two gadgets, you have to buy 20€ for 18 days.

The other thing is about hospitals. In Herzberg, we don’t have – we don’t get the treatment because we have our house doctor here where we normally go when we have emergencies. When we call to book a Termin, they normally tell us, we don’t need more patients, we have enough or if you have a Termin, when you get there and you find the reception, and you go to the reception, they normally tell us we don’t have doctors – go and look for the doctor somewhere else.

So that’s a big challenge to us because of most of us, we have medical issues. If someone has diabetes you have to go and find them the right doctor for you. Because if you go here and you don’t have medicine, they will tell us go and find a doctor somewhere else. That’s a big challenge to us.

Another challenge to us is when you go to another doctor, or to another hospital, a different one. There is so much discrimination in this region, especially for African people. They don’t treat us.

I remember one of the lady from Africa, she went out to the hospital. She was very sick when she went. The doctor told her you are what you have is not painful. So just go and wait for the pain to disappear or wait for another or find another… something to do with your body. And she was so depressed. She went back to the social Amt [office] to complain and nothing had happened about the hospitals and all that.

Another thing is about deportation here. We don’t have any deportation cases. We have never had any. We haven’t had anyone who has been deported.

Another thing is about transfers. We have only received one family from Frankfurt/Oder. There are these people who are rescued from Moria camp in Greece. They came here but now they are almost leaving the Heim because they are being given the status. Actually they’re supposed to move tomorrow from this place to the apartment.

And we also have someone else who moved last week from Arab community, and also from our community, someone else was given yesterday she was given a status. She received a positive yesterday and now she has refugee status.

So that’s all for now. Thank you for everyone. Take care and stay safe.

Hallo, alle zusammen, ich möchte den neuesten Bericht aus Herzberg geben. Hier haben wir keine gemeldeten Fälle von COVID-19. Obwohl es in dieser Region so viele Infektionen gibt. In unserem Heim treffen wir Maßnahmen. Wir tragen durchgängig Masken, wenn wir uns in unseren Fluren, der Küche und den Büros bewegen. Wir haben genügend Desinfektionsmittel. Vom Haupteingang an, hat jede Etage einen Desinfektionsmittelspender.

Unser Gebäude ist, ich kann sagen es ist sauber, weil wir Leute haben, die jeden Tag den Boden putzen. Wir haben drei Personen, weil unser Gebäude drei Etagen hat – jede Etage hat jemanden, um jeden Tag die Küche und all das zu reinigen. Wir können uns also nicht über die Sauberkeit beschweren.

Eine andere Sache ist das Internet. Wir haben immer noch ein Problem mit dem Internet, weil wir normalerweise ein 10€ Guthaben für 18 Tage kaufen – für ein Gerät. Wenn also jemand zwei Geräte hat, dann musst du 20€ für 18 Tage bezahlen.

Die andere Sache betrifft die Krankenhäuser. In Herzberg haben wir keine…, wir bekommen keine Behandlung, weil wir hier unsere*n Heimärzt*in vorort haben, wo wir normalerweise hingehen, wenn wir Notfälle haben. Wenn wir anrufen, um einen Termin zu buchen, sagen sie uns normalerweise, wir brauchen nicht mehr Patienten, wir haben genug. Oder wenn du einen Termin hast, wenn du dort ankommst und und zur Rezeption gehst, sagen sie dir normalerweise: Wir haben keine Ärzt*innen, – gehen Sie und schauen Sie woanders nach einer*m Ärzt*in. Das ist also eine große Herausforderung für uns, denn die meisten von uns haben medizinische Probleme. Wenn eine Person Diabetes hat, dann muss du gehen und die*den geeignete*n Ärzt*in finden. Denn wenn du hierher kommst, weil du keine Medikamente mehr hast, dann wird uns niemand sagen, geht und findet einfach woanders eine*n Ärzt*in. Das ist eine große Herausforderung für uns.

Eine weitere Herausforderung für uns ist, wenn du zu irgendeiner*m andere*n Ärzt*in oder in ein anderes Krankenhaus gehst. Es gibt es so viel Diskriminierung hier in dieser Gegend, besonders für afrikanische Menschen. Sie behandeln uns nicht.

Ich erinnere mich an eine Dame aus Afrika, sie ging ins Krankenhaus. Sie war sehr krank, als sie hinging. Der Arzt sagte ihr: Dass was Sie haben, ist nicht schmerzhaft. Also gehen Sie einfach und warten Sie darauf, dass der Schmerz verschwindet oder warten Sie auf einen anderen oder finden Sie etwas anderes… etwas, was Sie mit Ihrem Körper machen können. Und sie war so deprimiert. Sie ging wieder zum Sozialamt [Sozialstelle im Heim], um sich zu beschweren, und nichts ist passiert, wegen der Krankenhäuser und dieser ganzen Sache.

Über die Sache mit den Abschiebungen. Wir haben keine Abschiebungsfälle. Wir haben nie welche gehabt. Wir haben hier keine Person, die abgeschoben worden ist.

Eine andere Sache sind die Transfers. Wir haben nur eine Familie aus Frankfurt/Oder aufgenommen. Es gibt diese Leute, die aus dem Lager Moria in Griechenland gerettet wurden. Sie kamen hierher, aber jetzt stehen sie kurz davor, das Heim zu verlassen, weil sie den Status [Aufenthaltserlaubnis] bekommen haben. Eigentlich sollen sie morgen von hier in die Wohnung umziehen.

Und wir haben auch noch eine Person, die letzte Woche aus der arabischen Community umgezogen ist, und auch aus unserer Community hat eine andere Person gestern einen Status bekommen. Sie hat gestern einen positiven Bescheid bekommen und hat jetzt den Flüchtlingsstatus.

Das ist also alles für den Moment. Vielen Dank an alle. Passt auf euch auf.

Report #40
11.12.2020

Hello ladies, this is a report from Havelland and I’m reporting concerning the current situation that we are in.

Well, so far so good. We’ve seen new changes. We have new cleaners, they clean every day. They clean nicely. They clean everywhere. There are no complaints, people are comfortable, people are okay. And it’s something that you just realize that there’s a change.

Well, there’s another challenge that came up recently. There’s a family that tested Corona, and they were told to quarantine in the room, instead of them being quarantined outside, they were told to quarantine in the room.

Now the biggest challenge is where we live, we share things like the toilet, kitchen, bathroom corridors, and also the staircase. So being or getting infected is very easy. So I don’t know why the social [worker] did that. And we are still in shock, actually, because we’ve never heard that.

And the social [worker] last week, she was telling people to put on masks everywhere. We didn’t know why she was telling us this. So when we realized later that there’s somebody who has tested this and that … This has annoyed everyone who is living here. And so we find it not good. It’s a very big challenge for us people who are living here, especially because we are sharing so many things, you know.

There is another thing that is challenging: the internet. This has been a very big challenge. Yeah, because you buy for 10€ basic, it’s a basic rate for 10€, and it’s only for 18 days. In a month, you use 20€ to buy it because you buy it two times. The biggest challenge is also that the internet works midday. When it’s seven o’clock, it doesn’t work, it hangs until around midnight. So after midnight is when it starts working.

Now honestly, people are asleep at night, you cannot use it. The other thing, midday, some are in school, some are working, you cannot use it. So it’s like a waste – and it’s costly. So I don’t know how we can be helped on that area. Because we find it so challenging to us.

Another thing is about our Ausweis when it’s almost expiring. They don’t ask for the old Ausweis. They send you a plain paper and the sticker that they stick in your Ausweis behind, they stick it on that plain paper and they tell you that is your Ausweis as per now until further notice. So maybe it’s because of the current situation of Corona that we are in. So that’s it for the Ausweis.

Another thing last time I talked about a Strafe [fine] I had. I want to clarify about it again. I was given Strafe of 900€. This 900€ I was given because I was told I entered Germany illegally. And so they told me I have to pay it and I’ve been paying 30€ every month. So I just found it good to clarify about it. I don’t know [what] others are given for what but for me it was because of coming to Germany illegally.

We’ve not started receiving visitors. In fact, for now it’s totally no visitors allowed and no people who are coming for transfer too. Still those things are still at a stand. So far, that’s all I have from this side and stay safe!

Hallo, die Damen, dies ist ein Bericht aus dem Havelland und ich berichte über die aktuelle Situation, in der wir uns befinden.

Nun, so weit so gut. Wir haben neue Veränderungen gesehen. Wir haben neue Reinigungskräfte, sie putzen jeden Tag. Sie putzen sehr gut. Sie putzen überall. Es gibt keine Beschwerden, die Leute fühlen sich wohl, es geht ihnen gut. Und das ist etwas, du merkst einfach, dass es eine Veränderung gibt.

Nun, es gibt noch eine andere Herausforderung, die kürzlich aufkam. Es gibt eine Familie, die Corona positiv getestet wurde, und ihnen wurde gesagt, sie sollen im Zimmer in Quarantäne bleiben, anstatt außerhalb [des Lagers] in Quarantäne zu gehen, wurde ihnen gesagt, sie sollen zur Quarantäne im Zimmer bleiben.

Nun ist die größte Herausforderung, dass wir dort, wo wir leben, Dinge wie die Toilette, die Küche, die Badezimmerflure und auch das Treppenhaus teilen. Es ist also sehr einfach, sich selbst oder andere anzustecken. Ich weiß also nicht, warum die Sozialstelle das getan hat. Und wir sind eigentlich immer noch geschockt, weil wir sowas noch nie gehört haben.

Und die Sozialarbeiterin hat letzte Woche gesagt, dass die Leute überall Masken aufsetzen sollen. Wir wussten nicht, warum sie uns das gesagt hat. Wir haben dann später gemerkt, dass es eine Person gibt, die [positiv] getestet wurde und das… Das hat alle, die hier leben, verärgert. Und so finden wir es nicht gut. Es ist eine sehr große Herausforderung für uns Menschen, die hier leben, vor allem, weil wir so viele Dinge miteinander teilen.

Es gibt noch eine andere Sache, die eine Herausforderung ist: das Internet. Das ist immer eine sehr große Herausforderung gewesen. Ja, denn du kaufst für 10€ einen Grundtarif, und der gilt nur für 18 Tage. In einem Monat verbrauchst du 20€ dafür, weil du es zweimal kaufst. Die größte Herausforderung ist auch, dass das Internet nur tagsüber funktioniert. Wenn es sieben Uhr ist, funktioniert es nicht, es hängt bis etwa Mitternacht. Nach Mitternacht fängt es also an zu funktionieren.

Jetzt mal ehrlich, nachts schlafen die Leute, da kann man es nicht nutzen. Die andere Sache, tagsüber sind einige in der Schule, einige arbeiten, es kann nicht benutzt werden. Es ist also eine Verschwendung – und es ist teuer. Ich weiß also nicht, wie wir in diesem Bereich HIlfe bekommen können. Denn wir finden es so herausfordernd für uns.

Eine andere Sache ist unser Ausweis, wenn er fast abläuft. Sie fragen nicht nach dem alten Ausweis. Sie schicken dir ein einfaches Papier und den Aufkleber, den sie hinten in dein Ausweis kleben, kleben sie auf dieses einfache Papier und sagen dir, dass das dein Ausweis ist, ab jetzt bis auf Weiteres. Vielleicht liegt es an der aktuellen Situation von Corona, in der wir uns befinden. Das war’s also mit dem Ausweis.

Noch etwas: Letztes Mal habe ich über eine Strafe gesprochen, die ich hatte. Ich möchte das noch einmal klarstellen. Ich habe eine Strafe über 900€ bekommen. Diese 900€ habe ich bekommen, weil mir gesagt wurde, dass ich illegal nach Deutschland eingereist bin. Und so haben sie mir gesagt, dass ich es bezahlen muss und ich habe jeden Monat 30€ bezahlt. Also ich fand es einfach sehr gut, das zu klären. Ich weiß nicht, was und wofür andere eine bekommen haben, aber für mich war es wegen der illegalen Einreise nach Deutschland.

Wir haben nicht damit angefangen Besuch zu empfangen. Eigentlich ist es so, dass im Moment überhaupt keine Besucher*innen erlaubt sind und es werden auch keine Leute zu uns verlegt werd. Diese Dinge sind immer noch im Stillstand. Das ist alles, was ich von meiner Seite habe und bleibt sicher!

Report #39
11.12.2020

I am reporting from Massow, Halbe. Massow has recorded many cases of Corona, approximately 10 people tested positive and they did self-quarantine. The first people to record Corona were the social worker and the house master, then it went on spreading to other people.

Apparently in Massow there are no measures taken about Corona. You only do it if you feel like you want. For example, wearing the mask, you can only wear the mask if you feel that you want to wear the mask – otherwise there is nobody that pressures you to wear the mask. The only place that you have to wear the mask, that is a must, is in the office. When you’re going to the office, it’s a must that you wear the mask.

There is nowhere where we have the sanitizer dispenser – nowhere. So I feel that the measures are not taken care of. Apparently, those people who self-quarantine, our rooms are self contained, so they are able to self-quarantine themselves and the shopping is done for them so they don’t have anything they need to go out to do.

Hygienically, it is not well kept. Okay, I am going to say Massow, Halbe has two sections of Heims. There is Waldstraße 1 and Waldstraße 2. Waldstraße 1 is very untidy and very unkempt. And the condition there is – sometimes I feel that the condition is not conducive for humans to stay. It is very untidy.

The second section, Waldstraße 2, is very neat, apparently contrary of Waldstraße 1 because they come to sanitize the whole area once a week. The corridors are clean, there are people who have been hired. I see them coming in a car, they have been hired to clean the corridors and everywhere. So those are two different situations.

In Massow, we have Deutsch class, which is open to everyone, even if you joined the Heim tomorrow you are allowed to start the classes. The classes start at 5:00pm to 8:00pm, that is three times in a week.

Apparently, sometimes the classes are not so promising because the teacher is only one. I find it so hard, maybe she finds it so hard to cope with the situation because these are different groups of people who are joining in. There are those who have been there for long. There are those who have just joined in from the camps. When you join, I find it that she is concentrating more on the people who she had started with than the people who are just joining in. So you find there is a lot of neglect.

And sometimes the teacher sometimes does not come for a whole week though there is a notification that next week the teacher will not be there. When we applied for a school, because we have a school in Königs [Wusterhausen] we were told that the intake is for the people who came to Germany latest by 2019. But the people who came in 2020, according to the Ausweis, they are getting their intake next year in September. So we are just there not knowing what to do.

The internet is another challenge in the camp. A very big challenge because the signals are on and off so it’s not promising. And this internet you have to buy a ten euro card and then you install. So what people are doing, they are buying their own internet and maybe share the hotspots. So the internet in our Heim is not promising.

The pocket money that we get every month, we are given in the Heim in the form of a check, so we have to go and cash in the check. They bring the mobile banking van, where immediately you get your check in the office you have to take it to the van for banking. Other things that are taken care of well. Like the children, they are taken to school and everything is in order. Thank you so much.

There is something I want to clarify about the two buildings in Massow, Halbe. The two buildings as I mentioned earlier in my other report, they are Waldstraße 1 and Waldstraße 2, which I mentioned Waldstraße 1 is very untidy and Waldstraße 2 is contrary of the other one.

The amazing thing is that these two buildings are under one management but there is too much concentration on Waldstraße 2. This is what I have to say. When I went, the first day, in Massow, Halbe, I was given a room in Waldstraße 1, the dirty one. The room that I got, I think it was the worst room of them all because when we opened the door, the room was stinky, the room was so dirty with stains all over the carpet. Apparently they had the in-built carpets.

My roommate and I, we just got in the house, got in the room and started cleaning the room. We tried brushing with hard brush, vacuum cleaning but nothing was working out. So we just said maybe in the future we will remove the in-built carpet or maybe spread another carpet.

So that night I remember very well I had an allergic reaction to the dust and dampness. I coughed throughout the night, it was so uncomfortable. So the following day, I could not bear it, I went to the social worker in charge of that section and I discussed it with her. Apparently she was so rude to me, she shouted at me that, “I don’t have any other rooms for you, you have to accept what you have been given. I don’t have other rooms, everybody else is living in these conditions, so why am I complaining?”

So I told her about my coughing at night. She said, “that is upon you.” I did not raise my voice. I asked her gently whether she could transfer us to another room, which she agreed. She gave me the key.

When I went to that room, I am telling you the condition in that room was worse than the room we were given. So I said, “okay.” We spent the second night there, which was even worse than the first night because the cough still continued, I coughed the whole night. That was now unbearable, completely unbearable.

So the following day I said I have to go to the other side [of the camp] and see what they can do for me. So I went to the other side, I went to the office and I met one lady, a social worker. I came to learn that she is the head of them all. So I approached her and asked for her a Termin [appointment]. She told me to come the following day, she will be in the office by 6:45. At 7:00 I was there and I discussed with her how the room is and how I cannot get sleep. And she was like, “but we don’t have rooms on this side.” I said, “I know there are rooms on this side, I can see there are empty rooms on this side. And if you’re not going to give me a room, please let me go back and look for accommodation in Eisenhüttenstadt because this is unbearable. I am going to get a sickness, which I do not have because I started coughing and reacting to the dust and dampness.

When I told her that she told me I can come the following day – I can come at 2:00pm to get the feedback. So I just waited. At 2:00 I was there in the office and she told me that after checking whether there are rooms she got a room for my roommate and I.

She showed me the room and she told me it is ready and I can move in anytime. That is how I ended up in the other section of the Heim, Waldstraße 2.

Now another thing is that in Waldstraße 1, that is the dirty Heim, it is occupied by most Blacks. Most people there are Blacks, and there are only a few Arabs and Vietnamese. So on our side it has, our side has so many Arabs. The Africans, we are six, we are less than ten and there is no single Black man on our side in Waldstraße 2. So it is a kind of racism, because all the families from Vietnam, from Arab communities, are in Waldstraße 2 and most Blacks are in Waldstraße 1.

So that is all I have to say. Thank you so much.

Ich berichte aus Massow/Halbe. In Massow wurden viele Corona Fälle registriert, ca. 10 Personen wurden positiv getestet und haben sich in Selbstquarantäne begeben. Die ersten Personen, bei denen Corona festgestellt wurde, waren die*der Sozialarbeiter*in und die*der Hausmeister*in, dann breitete sich die Krankheit auf andere Personen aus.

Offenbar werden in Massow keine Maßnahmen gegen Corona ergriffen. Du machst es nur, wenn du Lust dazu hast. Zum Beispiel das Tragen der Maske, du trägst die Maske nur, wenn du Lust hast, die Maske zu tragen – ansonsten gibt es keine Person, die dich zwingt, die Maske zu tragen. Der einzige Ort, an dem du die Maske tragen musst, das ist ein Muss, ist das Büro.

Wir haben nirgendwo den Desinfektionsmittelspender – nirgendwo. Ich habe also das Gefühl, dass die Maßnahmen nicht beachtet werden. Offensichtlich sind die Leute, die Selbstquarantäne machen…, wir haben in sich geschlossene Zimmer, so dass sie in der Lage sind, Selbstquarantäne zu machen, und die Einkäufe werden für sie erledigt, so dass sie nichts zu tun haben, was sie draußen machen müssen.

Was die Hygiene betrifft, ist es nicht gut gepflegt. Okay, ich sage mal Massow, Halbe hat zwei Abschnitte des Heims. Es gibt die Waldstraße 1 und die Waldstraße 2. Die Waldstraße 1 ist sehr unordentlich und sehr ungepflegt. Und der Zustand dort ist – manchmal habe ich das Gefühl, dass der Zustand nicht geeignet ist, dass sich Menschen dort aufhalten. Es ist sehr unsauber.

Der zweite Teil, Waldstraße 2, ist sehr ordentlich, anscheinend im Gegensatz zu Waldstraße 1, denn sie kommen einmal in der Woche, um den ganzen Bereich zu desinfizieren. Die Flure sind sauber, es gibt Leute, die eingestellt worden sind. Ich sehe sie in einem Auto kommen, sie sind angestellt worden, um die Flure und überall zu reinigen. Das sind also zwei verschiedene Situationen.

In Massow haben wir Deutschunterricht, der für alle offen ist, auch wenn du ins Heim kommst, darfst du morgen in den Unterricht. Der Unterricht beginnt um 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr, und das dreimal die Woche.

Anscheinend sind die Klassen nicht so aussichtsreich, weil die Lehrerin nur eine ist. Ich finde es so schwer, vielleicht findet sie es so schwer, mit der Situation zurechtzukommen, weil es unterschiedliche Gruppen von Menschen sind, die da mitmachen. Es gibt die, die schon lange dabei sind, und dann die, die gerade aus den Lagern dazukommen. Wenn du dazu kommst, finde ich, dass sie sich mehr auf die Leute konzentriert, mit denen sie angefangen hat, als auf die Leute, die gerade erst dazukommen. Sodass du feststellst, es gibt ganz schön viele Versäumnisse.

Und manchmal kommt die Lehrerin eine ganze Woche lang nicht, es gibt aber eine Ankündigung, dass die Lehrerin nächste Woche nicht da sein wird. Als wir uns für eine Schule beworben haben, weil wir eine Schule in Königs [Wusterhausen] haben, wurde uns gesagt, dass die Aufnahme für die Leute ist, die spätestens 2019 nach Deutschland gekommen sind. Aber die Leute, die 2020 gekommen sind, die bekommen laut Ausweis ihre Aufnahme nächstes Jahr im September. Wir stehen also einfach da und wissen nicht, was wir tun sollen.

Das Internet ist eine weitere Herausforderung im Camp. Eine sehr große Herausforderung, weil das Signal immer wieder an und ausgeht, es ist also nicht sehr vielversprechend. Und dieses Internet musst du mit einer Zehn-Euro-Karte kaufen und dann installieren. Die Leute kaufen sich also ihr eigenes Internet und teilen sich vielleicht die Hotspots. Das Internet in unserem Heim ist also nicht vielversprechend.

Das Taschengeld, das wir jeden Monat bekommen, wird uns im Heim in Form eines Schecks gegeben, also müssen wir hingehen und den Scheck einlösen. Sie bringen den mobilen Banking-Bus, wo du sofort…, du bekommst deinen Scheck im Büro und musst ihn sofort zum Banking-Bus bringen um ihn einzulösen. Um andere Dinge wird sich gut gekümmert. Zum Beispiel die Kinder, sie werden zur Schule gebracht und alles ist in Ordnung. Vielen Dank!

Ich möchte noch etwas klarstellen zu den beiden Gebäuden in Massow/Halbe. Die beiden Gebäude, die ich schon in meinem anderen Bericht erwähnt habe, das sind die Waldstraße 1 und die Waldstraße 2, ich habe erwähnt, dass die Waldstraße 1 sehr unordentlich ist und die Waldstraße 2 ist das Gegenteil von der anderen.

Das Erstaunliche ist, dass diese beiden Gebäude unter einem Management stehen, aber es gibt eine zu große Konzentration auf die Waldstraße 2. Dazu muss ich folgendes sagen. Als ich am ersten Tag in Massow/Halbe war, habe ich ein Zimmer in der Waldstraße 1, also dem schmutzigen Gebäude, bekommen. Das Zimmer, das ich bekam, war, glaube ich, das schlimmste Zimmer von allen, denn als wir die Tür öffneten, stank das Zimmer. Das Zimmer war so schmutzig mit Flecken überall auf dem Teppich. Anscheinend hatten sie fest verlegten Teppichboden.

Mein*e Mitbewohner*in und ich, haben, als wir im Haus angekommen sind, das Zimmer betreten und angefangen, das Zimmer zu putzen. Wir haben es mit einer harten Bürste versucht, mit dem Staubsauger, aber nichts hat funktioniert. Also sagten wir einfach, vielleicht werden wir in den Zukunft den Teppichboden entfernen oder vielleicht einen anderen Teppich auslegen.

In dieser Nacht, ich erinnere mich sehr gut, hatte ich eine allergische Reaktion auf den Staub und die Feuchtigkeit. Ich habe die ganze Nacht gehustet, es war so unangenehm. Am nächsten Tag konnte ich es nicht mehr ertragen, ich ging zu der Sozialarbeiterin, die für diese Abteilung zuständig war, und sprach mit ihr darüber. Sie war so unhöflich zu mir, dass sie mich anschrie: “Ich habe keine anderen Zimmer für Sie, Sie müssen akzeptieren, was man Ihnen gegeben hat. Ich habe keine anderen Zimmer, alle anderen leben unter solchen Bedingungen, also warum beschwere ich mich?”

Also erzählte ich ihr von meinem Husten in der Nacht. Sie sagte: “Das liegt an Ihnen.” Ich erhob meine Stimme nicht. Ich fragte sie freundlich, ob sie uns in ein anderes Zimmer verlegen könne, was sie bejahte. Sie gab mir den Schlüssel.

Als ich zu diesem Zimmer ging, ich sage euch, der Zustand in diesem Zimmer war schlimmer als das Zimmer, das wir bekommen hatten. Also sagte ich “okay”. Wir verbrachten die zweite Nacht dort, die noch schlimmer war als die erste Nacht, weil der Husten weiter ging, ich hustete die ganze Nacht. Das war jetzt unerträglich, völlig unerträglich.

Also sagte ich am nächsten Tag, ich muss auf die andere Seite [des Lagers] gehen und sehen, was sie für mich tun können. Also ging ich auf die andere Seite, ich ging in das Büro und traf eine Frau, eine Sozialarbeiterin. Ich erfuhr, dass sie die Leiterin von allen ist. Also ging zur ihr und bat sie um einen Termin. Sie sagte mir, ich solle am nächsten Tag kommen, sie werde um 6:45 Uhr im Büro sein. Um 7:00 Uhr war ich da und habe mit ihr besprochen, wie das Zimmer ist und dass ich nicht schlafen kann. Und sie sagte sowas wie: “Aber wir haben keine Zimmer auf dieser Seite.” Ich sagte: “Ich weiß, dass es auf dieser Seite Zimmer gibt, ich sehe, dass es auf dieser Seite leere Zimmer gibt. Und wenn Sie mir kein Zimmer geben, dann lassen Sie mich bitte zurückgehen und eine Unterkunft in Eisenhüttenstadt suchen, denn das ist unerträglich. Ich werde eine Krankheit bekommen, die ich noch nicht hatte, weil ich anfing zu husten und auf den Staub und die Feuchtigkeit reagierte.

Als ich ihr das sagte, sagte sie mir, dass ich am nächsten Tag kommen kann – ich kann um 14:00 Uhr kommen, um die Rückmeldung zu bekommen. Also habe ich einfach gewartet. Um 14:00 Uhr war ich im Büro und sie sagte mir, dass sie nach der Überprüfung, ob es Zimmer gibt, ein Zimmer für meine*n Mitbewohner*in und mich bekommen hat.

Sie hat mir das Zimmer gezeigt und gesagt, dass es fertig ist und ich jederzeit einziehen kann. So kam ich in den anderen Teil des Heims, in die Waldstraße 2.

Nun ist es so, dass in der Waldstraße 1, das ist das dreckige Heim, vor allem Schwarze Personen untergebracht sind. Die meisten Leute dort sind Schwarz, und es gibt nur wenige arabische und vietnamesische Personen. Und auf unserer Seite hat es, unsere Seite hat so viele arabische Menschen. Die Afrikaner*innen, wir sind sechs, wir sind weniger als zehn und es gibt keinen alleinstehenden Schwarzen Mann auf unserer Seite in der Waldstraße 2. Es ist also eine Art Rassismus, weil alle Familien aus Vietnam, aus den arabischen Communities, in der Waldstraße 2 sind und die meisten Schwarzen Personen in der Waldstraße 1 sind.

So, das ist alles, was ich zu sagen habe. Ich danke euch vielmals.


"Good evening, everyone. This is ___ from Michendorf" - Lager Reports, October 2020

These reports were initiated by the Break Isolation Group of International Women* Space - read their statement here. They are recording audio messages on their current situation in their different accommodations and invite other women to share their experiences too. The voices in uploaded recordings have been altered. If you would like to share a report, get in touch with us on iwspace@iwspace.de.

Report #38
16.10.2020

Hello everyone. Good morning. I want to give a report from here in Herzberg. It’s a Heim based in Herzberg town. We are not so many in this Heim because it’s one building with three floors. From main entrance, we have enough sanitizers. Every floor has two sanitizers.

I also want to talk about the Corona issue. Here in Herzberg we have not any report of Corona. But we have quarantine here, if someone broke rules in Hohenleipisch, this is like staying outside for seven days, they brought you here for quarantine for 14 days. And if someone breaks rules here in Herzberg, if you have stayed outside for seven days, you will be taken to Hohenleipisch for 14 days and be quarantined.

Another thing is about Corona infections. We have not reported any corona cases here, but we have three people from Hohenleipisch who are here for quarantine but we are not sure whether they have corona or not. But we are also careful with all that.

That thing is about cleanness – the Heim is very clean. We have someone who cleans every floor every day. We have three people who clean each and every floor and they have to keep checking whether the floors are clean and whether the toilets are clean and whether the kitchens are clean.

Another thing is about the deportations. We haven’t had any case of deportation here. We also asked around and we heard for this year they have not have any deportations cases here.

Another thing is about transfers. We don’t have new arrivals but we have one person who came here last month from Doberlug-Kirchhain. We also have people who are moving out here. These people are given stays. They are like five families and we also have two singles who are moving out. They have [been] given apartments outside the Herzberg, outside the Heim, so they are moving out. Some are still preparing to move out.

So the other thing is about the school. We have been asking since we came here, that was in May, to join the classes, but these people have been telling us: you will join the school soon, you will join the school soon, which has never happened. We have already done the interview to join the classes but we haven’t had any of the schools opening.

But last week we were called to the office and we were told we have to wait until next year because there are no classes starting this year and we were also told that it’s only the social Amt that pays the schools for us. Since there was this law that was passed around August last year that we cannot look schools out of our Landkreis. We cannot go to Berlin or in any other place to look for schools because it’s only the social Amt that pays the schools. There before, there is an organization that used to pay the schools – this is DFF, although we don’t understand the meaning of DFF. But for us, we have to wait until next year for the schools to reopen again.

The other thing is about the internet. Here in Herzberg, we don’t have internet in our rooms. We have to go to the supermarket to buy internet. We go to the supermarket to buy a voucher for 10€. You can get access to your handset, which costs 10€ for 18 days.

This internet you cannot use for two people, it’s only for one person and it’s only for one gadget. You cannot share this Internet if you have two phones or if you have another laptop. So if you have a laptop and you have a phone, you have to buy it for 20. This internet is very expensive for us and we are asking these people whether we can access our internet in our rooms and they say no, we can not do that. The whole thing is too expensive because we want to learn online since there is no school and we are like four or five people who are not going to school.

We are doing nothing in the Heim and we want to access our internet but they say no we can not do that unless we buy the data for 10€ and this internet is only in this Heim. It’s not something you go – after you get out of the gate, you do not have the internet. You have to buy another internet. So this thing has been a challenge for us because we don’t know what to do. We want to read online and it will be too expensive for us.

That’s all for now and stay safe. Thank you so much!

Hallo zusammen. Guten Morgen. Ich möchte einen Bericht von hier in Herzberg geben. Dieses Heim hat seinen Sitz in der Stadt Herzberg. Wir sind nicht so viele in diesem Heim, es handelt sich um ein Gebäude mit drei Stockwerken. Im Haupteingang haben wir genügend Desinfektionsmittel, jede Etage hat zwei Desinfektionsmittel.

Ich möchte auch über das Corona-Problem sprechen. Hier in Herzberg haben wir keine Meldungen über Corona (-Fälle). Aber wir haben hier Quarantäne, wenn jemand in Hohenleipisch gegen die Regeln verstoßen hat, z.B. wenn man sieben Tage draußen geblieben ist, wird man für 14 Tage in Quarantäne hierher gebracht. Und wenn jemand hier in Herzberg gegen die Regeln verstößt, wie sieben Tage draußen bleiben, wirst du für 14 Tage nach Hohenleipisch gebracht und unter Quarantäne gestellt .

Eine andere Sache sind die Corona-Infektionen. Wir haben hier keine Corona-Fälle gemeldet, aber wir haben drei Personen aus Hohenleipisch, die hier zur Quarantäne sind, aber wir sind nicht sicher, ob sie Corona haben oder nicht. Aber wir sind auch vorsichtig mit all dem.

Bei dieser Sache geht es um Sauberkeit – das Heim ist sehr sauber. Wir haben jemanden, der jeden Tag alle Böden reinigt. Wir haben drei Leute, die jedes einzelne Stockwerk reinigen, und sie müssen immer wieder überprüfen, ob die Böden sauber sind oder ob die Toiletten sauber sind oder ob die Küchen sauber sind.

Eine andere Sache betrifft die Abschiebungen. Wir hatten hier noch keinen Fall von Abschiebung. Wir haben auch herumgefragt, und wir haben gehört, dass sie hier in diesem Jahr keine Fälle von Abschiebungen hatten.

Eine andere Sache ist die Frage der Umverteilungen. Wir haben keine Neuankömmlinge, aber wir haben eine Person, die letzten Monat aus Doberlug-Kirchhain hierher gekommen ist. Und wir haben auch Leute, die hier ausziehen. Diese Menschen haben das Bleiberecht bekommen. Sie sind fünf Familien, und wir haben auch zwei Singles, die ausziehen. Sie haben ihnen Wohnungen außerhalb von Herzberg, außerhalb von dem Heim zur Verfügung gestellt, also ziehen sie aus. Einige bereiten sich noch darauf vor auszuziehen.

Und die andere Sache ist über die Schule. Seit wir hierher gekommen sind, das heißt seit Mai, haben wir darum gebeten, am Unterricht teilnehmen zu dürfen, aber diese Leute haben uns gesagt: Ihr werdet bald in die Schule gehen, ihr werdet bald in die Schule gehen, was bs jetzt nicht geschehen ist. Wir haben bereits das Interview gemacht, um am Unterricht teilzunehmen, aber es wurde noch kein Schulplatz für uns bereitgestellt.

Aber letzte Woche wurden wir ins Büro gerufen, und uns wurde gesagt, dass wir bis zum nächsten Jahr warten müssen, weil in diesem Jahr kein Unterricht beginnt, und uns wurde auch gesagt, dass nur das Sozialamt die Schulen für uns bezahlt. Da es dieses Gesetz gab, das im August letzten Jahres verabschiedet wurde, dürfen wir keine Schulen außerhalb unseres Landkreises suchen. Wir können nicht nach Berlin oder an irgendeinen anderen Ort gehen, um nach Schulen zu suchen, weil nur das Sozialamt die Schulen bezahlt. Früher gab es dort eine Organisation, die die Schulen bezahlte – die heisst DFF, aber wir wissen nicht was DFF bedeutet. Aber für uns müssen wir bis zum nächsten Jahr warten, bis die Schulen wieder geöffnet werden.

Die andere Sache ist das Internet. Hier in Herzberg haben wir kein Internet in unseren Zimmern. Wir müssen in den Supermarkt gehen um Internet zu kaufen. Wir gehen in den Supermarkt um ein Guthaben über 10€ zu kaufen. Du kannst Zugang für dein Telefon bekommen, der für 18 Tage 10 € kostet.

Dieses Internet kann man nicht für zwei Personen nutzen, es ist nur für eine Person und es ist nur für ein Gerät. Du kannst dieses Internet nicht benutzen, wenn du zusätzlich ein zweites Telefon hast oder wenn du zusätzlich ein Laptop besitzt. Wenn du also einen Laptop und ein Telefon hast, musst du es für 20 € kaufen. Dieses Internet ist für uns sehr teuer, und wir fragen diese Leute, ob wir in unseren Zimmern Zugang zu unserem Internet bekommen können, und sie sagen nein, das können wir nicht tun. Das Ganze ist zu teuer, weil wir online lernen wollen, da es keine Schule gibt und wir vier oder fünf Leute sind, die nicht zur Schule gehen.

Wir tun nichts im Heim und wir wollen Zugang zu unserem Internet haben, aber sie sagen nein, wir können das nicht tun, es sei denn, wir kaufen den Zugang für 10€ und dieses Internet ist nur innerhalb dieses Heimes verfügbar. Nicht wenn du gehst – wenn du aus dem Tor herauskommt, hast du kein Internet. Du musst ein anderes Internet kaufen. Diese Sache war also eine Herausforderung für uns, weil wir nicht wissen, was wir tun sollen. Wir wollen online lesen, und das wird zu teuer für uns.

Das ist alles für den Moment und passt auf euch auf. Ich danke euch vielmals!

Report #37
16.10.2020

Hello ladies, this is … reporting from Havelland. I’m giving a report of the current situation with Corona. Presently, there are no cases of anyone infected, people are keeping safe, people are keeping distance, despite the challenge that we don’t have disinfectant and the only place we see disinfectant is at the social office but the other areas we don’t have. We asked for, but they never responded, they never did anything about that so we just left them.

There’s a challenge of cleanliness. There is no improvement. The cleaners come like three days a week or sometimes two days a week and it’s so challenging because like the toilet, bathrooms, and the kitchen, they need to be cleaned, leave alone even the corridor. But now, sometimes it’s very dirty, especially the toilets and the other day the kitchen was so dirty, so dirty until the dustbin was pouring water down, the water was even smelly so it was challenging. When you tell the social, they just say, “we check on that”.

Another thing, challenge at the toilet, in the toilet, we find some people using the toilet not good. They’re stepping on the toilet, using the toilet when they’re stepping on it, so they left the footprints on top of the toilet so you cannot use it – not unless you use the disinfectant or you use the toilet paper, so that’s another challenge we have.

There are no transfers. The only transfer we saw yesterday was a family that was given housing in Premnitz and they went there. They have a special son, so they went yesterday.

Another challenge we have here is about school. When we came here we registered for school, people were not taken. We came last year. This year, people were not taken until last month. We went to EKW here in Nauen and we started school there and upon asking about the school, how it goes, they told us that we’ll just go for the classes but there are no exams to be given and so we were wondering how. And then they told us we are going to send names to the BAMF so that they can allow us to do an integration course so they told us the only exam you are going to do is for integration course.

You don’t know about it, we just feel that it’s a very big challenge to ask because other schools – they are doing exams, they are promised exams, so we don’t know what’s going on. The children from here in this Heim, their parents had applied for school outside from last year and this year and no one, not even a single child, was taken in this Landkreis.

So we are wondering what is happening. Other children outside, they’re being taken, but from Heim they don’t take the children. If the parents go and ask they take them this, they tell them like that, go and see this person, when you go to that person, that person tells you I’m not in charge, the other one is in charge, so there’s something also fishy going on there.

The issue on deportations, there are no deportations. We’ve not heard about deportations so far and we’re hoping it will not happen. Well, there’s something that also happened like a week ago. This one Somalian guy was fighting with one Arab guy and when they called the Polizei, the Polizei came, and after the Polizei came, they were solving the issue and then they told them, if you don’t solve this issue nicely, somebody can die here. Then the Polizei said OK, you can kill yourselves.

So we found it something, they were like less concerned of which we thought that they’re the people who are protecting people but instead they’re the ones giving such an answer. So, I don’t know how people are going to be helped because if such a thing happen, it will be not good, so that shows that there’s no protection at all, at all.

Well, so far, so good that’s all from this side and keep safe and stay safe.

Hallo meine Damen, hier ist … ich berichte aus dem Havelland. Ich gebe einen Bericht über die aktuelle Situation mit Corona. Zur Zeit gibt es keine Fälle von Infizierten, die Menschen passen auf, die Menschen halten Abstand, trotz der Herausforderung, dass wir kein Desinfektionsmittel haben, und der einzige Ort, an dem wir Desinfektionsmittel sehen, ist die Sozialstelle, aber in den anderen Bereichen haben wir keins. Wir haben danach gefragt, aber sie haben nie geantwortet, sie haben nie etwas unternommen, also haben wir es einfach dabei belassen.

Die Sauberkeit stellt eine Herausforderung dar. Es gibt keine Verbesserung. Die Reinigungskräfte kommen an drei Tagen in der Woche oder manchmal an zwei Tagen in der Woche, und das ist deshalb so herausfordernd, weil die Toilette, die Badezimmer und die Küche gereinigt werden müssen ganz abgesehen vom Flur. Aber jetzt ist es manchmal sehr schmutzig, vor allem die Toiletten, und neulich war die Küche so schmutzig, so schmutzig, dass die Mülltonne Wasser verlor, das Wasser stank sogar, also es war wirklich eine Herausforderung. Wenn man es den Sozialarbeitern sagt, sagen sie einfach: “Das überprüfen wir”.

Eine andere Sache, eine Herausforderung auf der Toilette, in der Toilette, wir finden, dass einige Leute, die Toilette nicht gut benutzen. Sie steigen auf die Toilette, benutzen die Toilette so, dass sie darauf (auf den Sitz) steigen, also haben sie Fußabdrücke auf dem Toilettensitz hinterlassen, so dass man sie nicht benutzen kann – es sei denn, du benutzt das Desinfektionsmittel oder du benutzt das Toilettenpapier, also ist das eine weitere Herausforderung, die wir haben.

Es gibt keine Transfers. Der einzige Transfer, den wir gestern registriert haben, war eine Familie, die eine Unterkunft in Premnitz bekommen haben, und sie sind dorthin umgezogen. Sie haben einen Sohn, mit speziellen Bedürnissen, also sind sie gestern dorthin umgezogen.

Eine weitere Herausforderung, die wir hier haben, betrifft die Schule. Als wir hierher kamen, meldeten wir uns für die Schule an, aber die Leute wurden nicht genommen. Wir kamen letztes Jahr. In diesem Jahr wurden die Leute bis zum letzten Monat nicht genommen. Wir gingen zum EKW hier in Nauen und begannen dort mit der Schule, und als wir fragten, wie das mit der Schule läuft, sagten sie uns, dass wir nur zum Unterricht gehen würden, aber es gibt keine Prüfungen, und so fragten wir uns, wie das sein kann. Und dann sagten sie uns, dass sie Namen an das BAMF schicken werden, damit sie uns erlauben, einen Integrationskurs zu machen, also sagten sie uns, die einzige Prüfung, die ihr machen werdet, ist der Integrationskurs.

Du weisst nicht, was du davon halten sollst, wir finden nur, dass es eine sehr große Herausforderung ist, die uns abverlangt wird weil andere Schulen – sie machen Prüfungen, ihnen werden Prüfungen versprochen, also wissen wir nicht, was los ist. Die Kinder hier von diesem Heim, ihre Eltern hatten sich im letzten Jahr und in diesem Jahr für einen Schulplatz außerhalb dieses Heims beworben, und niemand, kein einziges Kind, wurde in diesem Landkreis aufgenommen.

Wir fragen uns also, was hier vor sich geht. Andere Kinder draußen, sie werden genommen, aber aus dem Heim nehmen sie die Kinder nicht. Wenn die Eltern hingehen und sie darum bitten, dass sie sie aufnehmen, sagen sie ihnen geht zu dieser und dieser Person, wenn man zu dieser Person geht, sagt diese Person, ich bin dafür nicht zuständig, die andere Person ist dafür zuständig, also ist da auch etwas faul.

Die Frage der Abschiebungen, es gibt keine Abschiebungen. Wir haben bisher noch nichts über Abschiebungen gehört und hoffen, dass es nicht dazu kommt. Nun, es gibt auch etwas, das vor etwa einer Woche passiert ist. Dieser eine Somalier hat mit einem Araber gekämpft, und als sie die Polizei riefen, kam die Polizei, und nachdem die Polizei gekommen war, haben sie das Problem gelöst, und dann haben sie ihnen gesagt, wenn man dieses Problem nicht auf nette Weise löst, kann hier jemand sterben. Dann sagte die Polizei: OK, ihr könnt euch gegenseitig umbringen.

Also haben wir etwas herausgefunden, sie waren weniger darum besorgt, wie wir erst dachten, dass sie die Menschen sind, die Menschen beschützen, sondern sie sind diejenigen, die eine solche Antwort geben. Ich weiß also nicht, wie den Menschen geholfen werden soll, denn wenn so etwas passiert, wird es nicht gut sein, das zeigt also, dass es überhaupt keinen Schutz gibt, überhaupt keinen.

Nun ja, so weit, so gut, das ist alles von dieser Seite und bleibt sicher.

Report #36
10.10.2020

Hello everyone, I’m reporting from Doberlug-Kirchhain and I’ll start with the current Corona situation. So far we have recorded one case of Corona and the guy who tested positive is put in isolation and the people who are in contact with him, there was a follow up and they are also in quarantine. Now, the measures are taken very well, there is wearing of masks especially in public gatherings, they’ve also introduced checking of temperature at the gate when you’re going out, when you’re coming in. There is also washing hands, which is mandatory now under the supervision of a social worker on duty.

Now so many things have been closed like the gym and avoiding so much of public gathering due to the Corona case. Now the quarantine is still for two days when you stay outside for more than 48 hours you’re being quarantined. There is also a new law in Doberlug that when you stay for more than seven days outside the camp then you have to start again the process, your process, again in Eisenhüttenstadt. Now that’s a new law that has come up and the notices are being pinned everywhere.

Now the next thing that I’m going to talk about is deportations. Now the deportations, it’s like they’ve been put on hold for the last one month now. I’ve been in Doberlug for two months and three cases of deportations have happened. That is one from – the first one was from France. They came in two buses. The first bus was full of people from Arab community, from a reliable source, they were picked up from different Heims. The other bus was empty and they managed to get one guy from Kenya, took him back to France, but he managed and he came and started his way – he managed to come back and he started his process again in Eisenhüttenstadt. Now the other one was from Sweden, a family that had gotten their transfer and the morning of their transfer that is at least six o’clock they were being deported, the Polizei came, they were being deported. The other one was not I’m sure from which country but it was from Arab community.

Now the other thing that I’m going to talk about is about the transfers. So far the transfers are on hold because of the Corona case but before the Corona case the transfers were being done very well, like 10 people would get transferred on each and every week, in each and every week, and that was good. Now because of that, because of those transfers, Doberlug has become so deserted because the number of people entering Doberlug has decreased. Now people coming from Eisenhüttenstadt, the number is just decreasing day by day. That means that Doberlug is deserted, like for example, in our building, that is the family building, it’s a five story building and 5th floor, 4th floor and 3rd floor is totally deserted, they are totally deserted. Now everybody is being put in 1st and 2nd floor, not sharing their rooms, everybody has their own room.

Now there’s also another concern about people in the camp since Doberlug is a deportation camp, there’s a lot of stress there. There is a lot of depression – especially with women – and one case we have is a girl of 20 years and that girl is so depressed, she does not know what to do, she does not know who to turn to. Then the whole thing is being covered up. She’s doing some things and instead of finding a way out, a solution to her problem, they called Polizei, they inject her to calm down, they took her for an overnight and then brought her back the following day in the morning. There’s also another girl also, who is also in Doberlug and she is also now engaging herself in heavy drinking because of depression. So that means that people in the camp are getting depressed especially now in Doberlug since everybody has that mentality, it is a deportation camp so I don’t know what can be done, maybe a follow up, a mentorship just to talk to people about how they can manage their stress and depression.

Now that’s all I have to report, thank you for listening.

Hallo zusammen. Ich berichte aus Doberlug-Kirchhain und ich fange mit der aktuellen Corona-Situation an. Bisher haben wir einen Corona-Fall und der Mann, der positiv getestet wurde wurde isoliert und alle Personen, die mit ihm Kontakt hatten, wurden zurückverfolgt und befinden sich ebenfalls in Quarantäne. Jetzt werden die Maßnahmen sehr gut eingehalten, die Masken werden getragen, besonders bei öffentlichen Versammlungen. Sie haben auch eine Fieberkontrolle am Eingangstor eingeführt für alle, die kommen oder gehen. Und das Händewaschen ist jetzt verpflichtend – unter der Aufsicht eines*r diensthabenden Sozialarbeiter*in.

So viele Dinge sind geschlossen worden, das Fitnessstudio zum Beispiel, und größere Versammlungen werden gemieden wegen des Corona-Falls. Die Quarantäne ist momentan noch 2 Tage lang – wer mehr als 48 Stunden draußen ist, muss in Quarantäne.

Ein neues Gesetz wurde gerade in Doberlug eingeführt, das besagt, dass alle, die mehr als sieben Tage außerhalb des Lagers verbringen, ihren ganzen Prozess in Eisenhüttenstadt von vorne beginnen müssen. Das ist jetzt ein neues Gesetz, und die Bekanntmachung darüber wird gerade überall aufgehängt.

Die nächste Sache über die ich sprechen werde sind Abschiebungen. Die Abschiebungen – es scheint, dass sie für das letzte Monat ausgesetzt worden sind. Ich bin seit zwei Monaten in Doberlug und drei Fälle von Abschiebungen haben stattgefunden. Der erste Fall war aus Frankreich. Es kamen zwei Busse. Der erste Bus war, laut einer zuverlässigen Quelle, voll mit Leuten aus der arabischen Community, die von verschiedenen Heimen abgeholt wurden. Der zweite Bus war leer und es gelang ihnen dann, einen Mann aus Kenia mitzunehmen, sie brachten ihn nach Frankreich zurück, aber er hat es geschafft hierher zurückzukommen und er hat seinen Prozess in Eisenhüttenstadt erneut begonnen. Die andere (Abschiebung) war aus Schweden. Eine Familie hatte ihren Transfer genehmigt bekommen, und am morgen des Transfers um etwa 6 Uhr wurden sie abgeschoben – die Polizei kam, sie wurden abgeschoben. Und der andere (Bus?), ich bin mir nicht sicher, von welchem Land, aber aus der arabischen Community.

Eine andere Sache, von der ich berichten will, sind die Transfers. Momentan sind sie ausgesetzt wegen dem Corona-Fall, aber vor dem Corona-Fall im Lager lief es gut – in jeder Woche wurden um die 10 Leute verlegt, und das war gut. Genau deswegen, wegen dieser Transfers, ist Doberlug mittlerweile so verlassen, weil die Zahl der neuen Ankünfte abnimmt. Jetzt nimmt die Zahl der Leute, die aus Eisenhüttenstadt kommen, Tag für Tag ab. Das heisst Doberlug ist verlassen. Zum Beispiel: In unserem Gebäude, das ist das Familienhaus, es ist ein fünfstöckiges Gebäude, und der fünfte Stock, der vierte Stock, der dritte Stock sind total leer. Jetzt werden alle im ersten und im zweiten Stock untergebracht, Zimmer werden nicht mehr geteilt, jede Person hat ihr eigenes Zimmer.

Eine andere Sorge betrifft die Leute im Lager. Da Doberlug ein Abschiebelager ist, gibt es viel Stress. Depression ist weit verbreitet, besonders unter den Frauen. Ein Fall, den wir hier haben, ist eine 20 Jahre alte Frau, sie ist so depressiv, dass sie nicht weiß, was sie tun soll oder an wen sie sich wenden kann. Aber das Ganze wird vertuscht. Es gab einen Vorfall und anstatt dem Mädchen zu helfen und eine Lösung für ihr Problem zu finden, riefen sie die Polizei, injizierten sie mit Beruhigungsmittel, nahmen sie für eine Nacht mit und brachten sie am nächsten Morgen zurück. Eine andere Frau, die ebenfalls in Doberlug ist, neigt wegen der Depression sehr stark zum Alkohol trinken. Das bedeutet, dass viele Leute im Lager gerade jetzt depressiv werden, weil alle diese Einstellung haben, dass es ja ein Abschiebelager ist. Ich weiß auch nicht, wie man das angehen kann, vielleicht ein Follow up, ein Mentoring, sodass Leute jemanden haben, um über ihren Stress und ihre Depression zu reden.

Das war’s, mehr habe ich nicht zu berichten, vielen Dank fürs zuhören.

Report #35
09.10.2020

Good evening, everyone. This is … from Michendorf and I want to give my reports on the Corona situation in Michendorf. I would like to say that hygiene is still maintained to the highest level here. We still have dispensers full of sanitizer everywhere, we have them at almost every entrance because we have one at the roundry entrance, we have two in the kitchen, we have one at the staircase. The cleaning is at the highest level. We have not recorded any cases so far. We have not had anyone sick. People are still going to work and coming back. Regarding Corona, I would say, our situation is quite good.

About deportations: We have not had any cases of deportations. I have not seen or heard about any deportations here. So about deportation, I do not have anything to report, we do not have any. About transfers, yes, we have a lot of transfers. There is one Heim in Teltow which was closed, it was locked down. It was a men’s Heim. So they divided the guys, some were brought here to Michendorf and some were distributed to other areas. So last week we had like twenty guys who came to Michendorf from a Heim in Teltow. This is what I was told by one of the guys. I tried to ask one of the guys, they told me the place was closed down because it was not clean, it was dirty. About Corona, they had to be locked down and they were brought here to Michendorf and the others were distributed to other Heims. We had transfers out. A lot of people, especially the families they’ve been given houses so we had a lot of families going to their houses.

I also have one case to report of an Iranian woman. She has a disabled girl, her daughter is 17 years old and she mostly has received a lot of discrimination in the office. Before they used to give her Pampers (windel [diapers]) for the girl. They don’t give them anymore. Last week she had a fight with one of the social workers in the office and her blood pressure went up and she fainted. She had a heart attack. So when the krankenwagen [ambulance] came they said they couldn’t handle her case so a helicopter was sent here which took her to a hospital, which we do not know about. No one knows about the hospital. But we have information that her situation is not good, her condition is not good at the moment. She kept complaining about the social workers not giving her enough Pampers for the lady. They only give her two Pampers per day and her daughter is 17 years old! She receives her period! So she was so stressed because especially when she is on her period surely she cannot use two diapers per day. So she was requesting for more and she kept on fighting with the women at the office. And on that day she had a heart attack, she fainted, and she was taken to the hospital. And I think that is all I have from Michendorf. Thank you.

Sorry I forgot about that part, the baby was taken by the Jugendamt [Youth welfare office] later in the day, I think it was around 7pm. That’s when the Jugendamt people came and took her because she cannot survive without her mother. She was very used to her mother. So we also understand her condition is not very good wherever they took her. I also forgot to mention, she cannot speak here. The lady who went to see her today said she is not in a very good condition. She is with the Jugendamt.

About Corona they are not issuing masks like they used to do before, they’re not issuing them. We still don’t allow – they still don’t allow visitors in, so that still sticks. No visitors allowed inside the camp. But on the masks, they’re not issuing the masks. About the transfers, we are women mainly, because this is a family Heim, we don’t have many singles. So the guys who came, they were about twenty. Still the women and children are many. According to the numbers the women and children are many, men are not so many in this Heim. Thank you.

Guten Abend euch allen. Ich bin … aus Michendorf und möchte über die Corona-Situation in Michendorf berichten. Ich möchte sagen, dass die Hygiene-Maßnahmen immer noch auf der höchsten Stufe eingehalten werden. Wir haben immer noch überall Spender mit Desinfektionsmittel, wir haben sie an fast jedem Eingang: Einen am Haupteingang (?), zwei in der Küche und einen bei den Treppen. Es wird gründlich gereinigt. Wir haben bis jetzt keinen (Corona-) Fall verzeichnet. Und niemand ist uns krank geworden. Die Leute gehen immer noch zur Arbeit und kommen wieder zurück. In Bezug auf Corona würde ich sagen, unsere Situation ist recht gut.

Zum Thema Abschiebungen: Wir hatten keine Fälle von Abschiebungen. Ich habe keine Abschiebung gesehen oder von einer gehört. Über Abschiebungen habe ich also nichts zu berichten, wir haben keine. Zum Thema Transfers: Ja, wir haben viele. Es gibt ein Heim in Teltow, das geschlossen wurde, es wurde gesperrt. Es war ein Heim für Männer. Sie haben die Männer also aufgeteilt, einige wurden hierher nach Michendorf gebracht und manche wurden in andere Gebiete verteilt. Letzte Woche hatten wir also so um die zwanzig Männer, die aus einem Heim in Teltow nach Michendorf gekommen sind. Das hat mir einer der Männer erzählt. Ich habe versucht, einen von ihnen zu fragen, sie haben mir erzählt, dass das Heim geschlossen wurde, weil es nicht sauber war, es war schmutzig. Wegen Corona musste das Heim gesperrt werden und deswegen wurden sie hierher nach Michendorf gebracht und die anderen wurden auf andere Heime aufgeteilt. Leute wurden auch aus dem Lager raus verlegt. Vielen Leuten, insbesondere den Familien, wurden Häuser zugeteilt, es gab also viele Familien, die in ihre Häuser gezogen sind.

Ich muss ausserdem von einem Fall von einer iranischen Frau berichten. Sie hat eine Tochter mit einer Beeinträchtigung, sie ist 17 Jahre alt und hat im Büro viel Diskriminierung erfahren. Früher gaben sie ihr Pampers (Windeln) für das Mädchen. Jetzt geben sie ihr keine mehr. Letzte Woche hat die Frau sich mit einer*m der Sozialarbeiter*innen aus dem Büro gestritten und ihr Blutdruck ist gestiegen und sie ist in Ohnmacht gefallen. Sie hatte einen Herzinfarkt. Ein Krankenwagen kam, aber die meinten, dass sie den Fall nicht übernehmen können, also wurde ein Hubschrauber her geschickt, der die Frau in ein Krankenhaus brachte, über das wir nichts wissen. Niemand weiß etwas über das Krankenhaus. Aber wir haben Informationen, dass ihre Situation nicht gut ist, ihr Zustand ist momentan nicht gut. Sie hat sich immer wieder darüber beschwert, dass die Sozialarbeiter*innen ihr nicht genügend Windeln für ihre Tochter geben. Sie geben ihr nur zwei Windeln am Tag und ihre Tochter ist 17 Jahre alt! Sie bekommt ihre Tage. Die Mutter war gestresst, besonders wenn die Tochter ihre Tage hat, reichen zwei Windeln am Tag sicher nicht aus. Also fragte sie nach mehreren und hat sich weiter mit den Frauen im Büro gestritten. Und an diesem Tag hatte sie einen Herzinfarkt und wurde zum Krankenhaus gebracht. Ich denke das ist alles, was ich aus Michendorf berichten kann. Danke.

Tut mir leid, eine Sache hatte ich vergessen. Die Tochter wurde später an diesem Tag vom Jugendamt abgeholt, ich denke es war gegen 19 Uhr. Da kamen die Leute vom Jugendamt und haben sie mitgenommen, weil sie ohne ihre Mutter nicht überleben kann. Sie war sehr an ihre Mutter gewöhnt. Wir gehen davon aus, dass ihr Zustand nicht sehr gut sein kann, wo auch immer sie sie hingebracht haben. Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass das Mädchen sich hier nicht sprachlich ausdrücken kann. Eine Frau ging sie heute besuchen und meinte, dass ihr Zustand nicht gut ist. Sie ist beim Jugendamt.

Ein bisschen mehr zu Corona. Sie stellen keine Masken mehr zur Verfügung wie zuvor. Sie stellen keine zu Verfügung. Wir erlauben immer noch keine – sie erlauben immer noch keine Besucher*innen im Lager. So, es bleibt dabei: Besucher*innen sind im Lager nicht erlaubt. Aber Masken werden nicht mehr ausgehändigt. Bezüglich der Transfers – wir sind hauptsächlich Frauen, weil dies ein Familienheim ist, also haben wir wenige Singles. Aber die Männer, die kamen, waren ungefähr zwanzig. Zahlenmäßig gibt es hier viele Frauen und Kinder. Männer gibt es nicht so viele. Danke.


"Hello and good evening women, this is the current report from an den Kopfweiden, Potsdam..."- Lager Reports, August 2020

These reports were initiated by the Break Isolation Group of International Women* Space - read their statement here. They are recording audio messages on their current situation in their different accommodations and invite other women to share their experiences too. The voices in uploaded recordings have been altered. If you would like to share a report, get in touch with us on iwspace@iwspace.de.

Report #34
18.08.2020

Good afternoon women, I want to give a report from where I live in a Heim based in Finsterwalde.

So far here we have not reported any cases of COVID-19 but we have been receiving people from Herzberg, brought here for quarantine, and then after two weeks they’re taken back to their Heims. We also have new transfers from different camps like Doberlug-Kirschain location, Wünsdorf and Frankfurt Oder. About the measurements here in this place it’s normal simply because we are very few, so there is not so much contact with other people. Visitors are also allowed, we don’t have a lockdown here, maybe even that the space here is big, people can have visitors and stay outside without even coming in our rooms so we’re allowed to bring visitors in our Heim.

Another thing is police interviews, so many people have gone through the interview. The reason is because they say the figures are here regularly and people are given different Strafe some are given between 200 euro and 1200 euro and normally they ask people to pay like from 20 euro to 50 euro monthly until the money is over.

The other thing is racism and discrimination, when we’re traveling people are experiencing insults, maybe when you’re sitting next to some white people they tell black people to keep distance, some even walk out of the bus because they don’t want to see black people and we are grateful to some drivers who normally supported us and ask them to move to another to seat or they wait they for the next bus. Thank you and stay safe.

Guten Morgen Frauen, ich möchte aus dem Heim in Finsterwalde, in dem ich lebe, berichten.

Bis jetzt gibt es hier keine Covid-19 Fälle, aber es sind Menschen aus Herzberg hierher gebracht worden, um in Quarantäne zu gehen und dann nach zwei Wochen werden sie zurück in ihr Heim gebracht. Wir haben darüber hinaus neue Personen, die aus verschiedenen Lagern wie Doberlug-Kirchhain, Wünsdorf und Frankfurt/Oder verlegt worden sind.

Über die Maßnahmen hier an diesem Ort, es ist gewöhnlich einfach, denn wir sind sehr wenige, es gibt also nicht so viel Kontakt mit anderen Menschen. Besucher*innen sind erlaubt, wir haben keinen Lockdown hier, vielleicht auch weil es so viel Platz gibt, können Menschen Besucher*innen empfangen und draußen bleiben ohne in unsere Zimmer zu kommen, deshalb ist es erlaubt Besucher*innen in unser Heim mit zu bringen.

Eine andere Sache sind die Polizei Interviews, so viel Menschen mussten diese Befragungen machen. Der Grund ist, sagen sie die Zahlen seien regulär und Menschen werden unterschiedliche Strafen gegeben. Manche bekommen eine Strafe zwischen 200€ und 1200€ und normalerweise müssen Menschen zwischen 20€-50€ monatlich zahlen, bis das Geld abbezahlt ist.

Die andere Sache ist Rassismus und Diskriminierung, wenn wir reisen erleben Menschen Belästigungen. Zum Beispiel, wenn du neben einigen weißen Personen sitzt, dann sagen sie den Schwarzen Menschen sie sollen Abstand halten, manche verlassen sogar den Bus, denn sie wollen keine Schwarzen Menschen sehen und wir sind dankbar, dass uns normalerweise die Busfahrer*innen unterstützen und die Menschen auffordern zu einem anderen Platz zu gehen oder auf den nächsten Bus zu warten. Danke und bleibt sicher.

Report #33
10.08.2020

Hi girls. There’s something strange which has been going on in the lagers. The police have been harassing people on the pay day and the day to renew your stay here. They have been claiming that some people have some fine or something to pay. They take them with them. The social workers either they don’t give you the money or they refuse to renew your stay here.

This harassment has been going on so long that people are so afraid. And for those who are a little bit careful, you bring somebody along with you so that the other person will understand what’s going on. But they don’t give people really a reason why they are doing this. So far, three ladies have disappeared, we don’t know where they are. While they refuse to renew their stay here, they were claiming that they have to release their passports, which they refused and one of them brought her passport, claiming that her passport was sent from another country. They even refused to give her money and to renew her stay claiming that they want to see the envelope from which the passport has been… from which country and who sent her the passport.

So this harassment of police is making people so afraid. And they really wait for you, they know who to pick and who not to pick on the pay day, on the day that they renew your stay here. They’re taking advantage of this time, they know you need something from them, so they call the police, and the police tell her you have to answer something at the station and they take you with them. And three people have disappeared. Some came back and some people don’t say what they went through, it’s difficult, if somebody don’t want to explain. Yeah.

Hallo Frauen. Es geht eine seltsame Sache im Lager vor sich. Die Polizei bedrängt Menschen am Zahltag und an den Tagen, an denen sie ihren Aufenthalt erneuern. Die Polizei gibt an, die Menschen müssen eine Strafe oder so zahlen. Um sie dann mit zu nehmen. Entweder geben dir die Sozialarbeiter*innen nicht das Geld oder sie weigern sich, deinen Aufenthalt zu verlängern. Diese Belästigung geht schon so lange, dass die Menschen sehr verängstigt sind. Und die, die ein bisschen vorsichtig sind, die nehmen jemanden mit sich mit, damit die andere Person versteht was passiert. Aber sie nennen den Leuten keinen richtigen Grund, warum sie das machen.

Bis jetzt sind bereits drei Frauen verschwunden, wir wissen nicht, wo sie sind. Während sie sich weigerten, den Status der Frauen zu erneuern, haben sie behauptet, die Frauen müssten ihr Pässe abgeben, was sie verweigerten, aber eine von ihnen brachte ihren Pass, behauptend, dass ihr Pass aus einem anderen Land geschickt wurde. Sie haben sich sogar geweigert ihr Geld zu geben und ihren Aufenthalt zu verlängern und sie forderten, den Umschlag zu sehen, in welchem der Pass kam … aus welchem Land und wer den Pass gesendet hat.

So, diese Belästigung der Polizei macht die Menschen sehr ängstlich. Und sie warten so richtig auf dich, sie wissen genau, wen sie sich am Zahltag heraussuchen und wen nicht, an dem Tag, an dem der Aufenthalt erneuert wird. Sie nutzen diese (schwere) Zeit aus, denn sie wissen du brauchst etwas von ihnen, also rufen sie die Polizei und die Polizei sagt dann du musst auf der Wache einige Fragen beantworten und sie nehmen dich dann mit. Und drei Menschen sind verschwunden. Einige sind zurückgekommen und manche reden nicht darüber, was sie durchgemacht haben. Es ist schwierig, wenn jemand nicht reden möchte. Yeah.

Report #32

08.08.2020

Good morning ladies, this is ___. I’m reporting from Eisenhüttenstadt. But apparently I got a transfer to Doberlug two weeks ago. For now I’m going to give a report on Eisen. Everything has been OK.

Concerning Corona, there were no reported cases so far. The quarantine is still there for the new people who are joining in, and those who stay for more than 24 hours outside the camp, they’re still quarantined. But the dispenser for sanitizer, there is one at the cantine. So I find it a bit funny because it’s only at the cantine. It should be everywhere, the dispensers should be everywhere, especially in the buildings. Because there’s so many doors to open, so at least there should be one dispenser on each and every floor.

Now there’s some cases that happened before I left. There was one case of a lady who got sick and when I called, I’m the one actually who called the security, they were so reluctant. They didn’t even take much interest on the lady. The lady was in pain. They were just like, “You need to walk. Walk to the-” apparently they called the Krankenwagen. They forced her to walk to the ambulance, but she could not make it. She actually fell on the door near the stairs. That’s when they thought, “Ay, this is a serious case.” That’s when they just lifted her up. And this lady has a baby. And the security didn’t care much about the baby. Believe it or not, this baby spent the night in the men’s building because this girl, I don’t know, had a very close friend in B5. So the baby spent with that guy. And the guy complained the following morning. And the baby was taken to – I don’t know where they are taken when the mother is admitted in the hospital – they are taken somewhere – that’s where the Socials took the initiative to take the baby to that place.

So, that’s how it has been. By the time I was leaving, there were so many newcomers, especially from the Arabs. And mostly there were families, and since now I’m in Doberlug, I’m just hoping that I’ll keep on giving reports on Doberlug. Since … is now transferred, maybe I can be reporting on Doberlug.

So far, so good, especially in matters concerning Corona, I think I like the measures that they take. There are dispensers everywhere, the masks is a must when you are going to the Mensa. There’s washing hands which is a must to each and every one. They’re social distancing, but it’s only when we’re queueing for food, when we’re sitting on the tables, we mix up and we’re close to each other. The quarantine is still there.

I’m hoping that I will keep reporting for Doberlug. Concerning the bus, they said they’re going to return the bus on the first of September, which we are hoping it’s going to be. Because since I’ve been there for two weeks, it’s not easy walking for one hour when you have a need, maybe to the lawyer, to just go meet lawyers you have to walk, that is two hours. It’s not easy. So thanks guys and have yourself a blessed weekend.

Guten Morgen meine Damen, hier spricht ___. Ich berichte aus Eisenhüttenstadt. Aber offenbar, bin ich vor zwei Wochen nach Doberlug verlegt worden. Aber für jetzt berichte ich aus Eisen(hüttenstadt). Alles war in Ordnung.

Corona betreffend: bis jetzt gab es noch keine gemeldeten Fälle. Es gibt immer noch die Quarantäne für Menschen di neu dazukommen und für die, die länger als 24 Stunden das Lager verlassen haben. Diese Menschen sind immer noch in Quarantäne. Aber wegen der Händedesinfektions-Spender, es gibt einen in der Kantine. Ich finde das ein bisschen lustig, denn es gibt nur einen in der Kantine. Sie sollten überall sein, die Spender sollten überall sein, ganz besonders im Gebäude. Denn es gibt so viele Türen, die geöffnet werden müssen, also wenigstens auf jedem Stockwerk/Gang sollte ein Spender stehen.

Es gab einige Fälle bevor ich gegangen bin. Es gab einen Fall, bei welchem eine Dame krank wurde und als ich den Wachdienst, ich war es nämlich gewesen, die den Wachdienst gerufen hat, dieser war dann so widerwillig. Sie haben sich so gar nicht für die Frau interessiert. Die Dame hatte Schmerzen. Sie sagten einfach“ Du musst laufen, laufe zu dem“ – offenbar haben sie dann den Krankenwagen gerufen. Sie haben sie gezwungen zu dem Krankenwagen zu laufen, aber sie hat es nicht geschafft. Sie ist sogar hingefallen, ganz in der Nähe der Treppe. Das war dann als sie dachten „Ah, das ist ein ernster Fall“ Das war als sie sie dann hochgehoben haben. Und diese Dame hat ein Baby. Und dem Wachdienst war das Baby ziemlich egal. Glaubt es oder nicht, dieses Baby hat die Nacht im Männer (-Bereich) verbracht, denn dieses Mädchen hatte einen sehr engen Freund in B5. Deshalb war das Baby dann mit dem Mann. Und der Mann hat sich dann am nächsten Morgen beschwert. Und das Baby wurde dann zu – Ich weiß nicht wohin sie das Baby gebracht haben – es wurde irgendwohin gebracht, als die Mutter ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Das war dann als dann die Sozialarbeiter*innen Initiative ergriffen haben und das Baby zu diesem Platz gebracht haben.

So, so war das alles. In der Zeit, in der ich ging, da gab es so viele Neu -Ankommende, insbesondere aus den arabischen (…). Und die meisten waren Familien und jetzt wo ich ja jetzt in Doberlug bin, hoffe ich sehr, dass ich weiter über Doberlug berichten kann. Seit _ verlegt wurde, vielleicht kann ich ja dann aus Doberlug berichten.

So weit so gut, insbesondere in Bezug auf Corona, ich denke ich mag die Maßnahmen, die eingeführt wurden. Es gibt überall Spender, auf dem Weg zur Mensa ist es verpflichtend die Maske zu tragen, es gibt die Regel für alle sich die Hände zu waschen. Sie machen soziale Distanzierung, aber nur wenn wir zum Essen anstehen, wenn wir dann an den Tischen sitzen, mischen wir uns und sind uns nah.

Ich hoffe ich werde weiter aus Doberlug berichten. Bezüglich des Buses, sie werden den Bus am 1. September zurückkommen lassen, und wir hoffen das wird auch passieren. Denn ich bin seit 2 Wochen hier und es ist nicht einfach immer eine Stunde zu laufen, wenn du etwas brauchst, zum Beispiel zur*m Anwält*in, nur im den*die Anwält*in zu treffen musst du zwei Stunden laufen. Es ist nicht einfach. Also, danke Leute und habt ein gesegnetes Wochenende.

Report #31
08.08.2020

Hello ladies, this is ____. I want to give a brief report from DoKi because I already transferred from DoKi, and I go ahead and give you something about what’s been there.

In DoKi, deportations are still there. The month of July, we had the deportations to Georgia and to the Netherlands, and then in terms of Corona prevention, we still have the isolation rooms, and people are being isolated when they are away from the system for after 48 hours they are going direct to isolation for two days. Though nowadays we don’t get so many people in the isolation, sometimes even the rooms are empty, sometimes you get one person per week.

The rules are a bit relaxed, not as before, but in the area of eating, that’s where the rules are being implemented. You have to wear masks before you go to the dining hall, and you keep distance.

Transfers are coming in from the month of May, and they’ve been happening every week. Transfers in from DoKi and Wünsdorf, they started happening during the month of July. Now, as for being transferred to Heims, they have introduced a rule whereby it is mandatory to do a Corona test before you are taken to the Heims, because some Heims, they don’t have facilities for isolation.

Now as for the transport system, still there is no bus, to take people to the Bahnhof [the train station]. So, those people who are getting transfers, are because there is no bus to take them to Bahnhof, they are being taken direct to their Heims by security. Direct.

And then, now we go to Fürstenberg. Fürstenberg/Hafel is a small Heim. It has two floors, it’s just one building with the two floors. The number of the residents are less than 40. And within the building they have the social office and the security offices situated within the building. They don’t have a place for isolation. They don’t allow visitors, because of Corona. So the people who are coming into Fürstenberg, they must have a report from the doctor that they have done a Corona test. Otherwise, the other rules for keeping distance still apply. Wearing a mask when necessary still applies, and you are supplied with those masks.

As for cleanliness, rooms, it’s your own responsibility, but the toilets and the kitchen areas are cleaned by the staff. And that we have soaps in the toilets. We have enough space in the kitchen, so at no time can you find people crowded in the kitchen. The other thing is that, although we are few, we have enough, each floor has two kitchens. So at least in terms of keeping distance, that one is OK.

Now, as for Strafe, I’ve only heard of one lady who got a Strafe. And this is because she was caught working as black [illegal], and her papers don’t allow her to work. So when they controlled her, they gave her a Strafe of 150 euros. She decided to pay them in cash, but before even she even paid this Strafe, they had already sent this report to Auslander, that she has been controlled working as black. So the Auslander denied her money.

For about 5 months, she was not receiving any social money. So what she did is, she went to the Social to complain, and to say that she’s not receiving money for the last 5 months, and yet the Strafe, she had already cleared it. So the Social had to assist her by writing a letter to the Auslander requesting that she be paid back her money. And the Auslander also needed a proof that actually she’s not been receiving any money, by taking to them bank statements from the last year. Then later on, when she did all that, she was refunded all the money for the last 5 months.

About deportation, OK, they have not been happening regularly, but let me say: the month of June, there was a family that had been transferred from Doki. This was a lady with a husband and she had 5 children, I believe, she was also pregnant, she was from Chechnya. On the day of transfer, when she was assigned a room for herself, she was complaining that the room was too small, and that it was not good enough for her. So she needed another room. But they didn’t give her an answer yet. So, I think the next day, she was required to go and do her registration. During the process of registration, the car for deportation came for them and they were deported back to France. Their Dublin country, which is France. Other than that, there have not been any cases of deportation reported. I think that is all for now.

Hallo meine Damen, ich möchte einen kurzen Bericht aus DoKi (Lager Doberlug-Kirchhain) geben, weil ich bereits aus DoKi verlegt wurde, und ich mache weiter und gebe euch etwas, darüber was hier (los) ist.

In DoKi gibt es immer noch Abschiebungen. Im Monat Juli hatten wir Abschiebungen nach Georgien und in die Niederlande. Und dann im Bezug auf die Prävention von Corona haben wir immer noch die Isolationsräume und Menschen werden isoliert, wenn sie mehr als 48 Stunden aus dem System weg sind kommen sie gleich danach direkt für zwei Tage in Isolation. Aber zurzeit gehen nicht so viele Menschen in Isolation. Manchmal sind die Räume sogar leer, manchmal ist eine Person pro Woche in Isolation.

Die Regeln sind ein bisschen entspannter, nicht so wie davor, aber der Essbereich ist da, wo die Regeln angewendet werden. Du musst eine Maske tragen, bevor du in den Speisesaal gehst und du musst Distanz halten.

Transfers kommen rein seit dem Monat Mai, und das passiert jede Woche. Transfers aus DoKi und Wünsdorf passieren seit dem Monat Juni. Jetzt, für den Transfer in Heime, haben sie die Regel eingeführt, dass es verpflichtend ist einen Corona Test zu machen, bevor du ins Heim gebracht wirst, weil manche Heime keine Einrichtungen für die Isolierung haben.

Was die öffentlichen Verkehrsmittel betrifft, gibt es jetzt noch immer keinen Bus um die Menschen an den Bahnhof zu bringen. Also die Menschen, die verlegt werden, werden – weil es ja keinen Bus gibt, der sie an den Bahnhof bringt – werden direkt von dem Wachdienst in ihre Heime gebracht. Direkt.

Und dann, jetzt gehen wir nach Fürstenberg. Fürstenberg/Havel ist ein kleines Heim. Es hat zwei Stockwerke, es ist nur ein Gebäude mit den zwei Stockwerken. Die Zahl der Bewohner*innen ist kleiner als 40. Und in dem Gebäude ist das Sozial-Büro und das Sicherheits-Büro untergebracht. Es gibt keinen Platz zur Isolierung. Wegen Corona erlauben sie keine Besucher*innen. Also die Menschen, die nach Fürstenberg kommen müssen einen Bericht von einer*m Doktor*in haben, dass sie einen Corona Test gemacht haben. Außerdem gibt es immer noch die anderen Regeln um Distanz zu halten. Eine Maske zu tragen, wenn es notwendig ist wir noch immer verlangt und diese Masken werden dir zur Verfügung gestellt.

Und wegen Sauberkeit, die Zimmer sind in unserer eigenen Verantwortung, aber die Badezimmer und der Küchenbereich wird von Angestellten gereinigt. Und wir haben Seife in den Toiletten. Wir haben genug Platz in der Küche, zu keiner Zeit ist die Küche überfüllt mit Leuten. Die andere Sache ist die, dass obwohl wir wenige sind, gibt es zwei Küchen auf jedem Stockwerk. Also zumindest in Bezug auf Distanz halten, ist das in Ordnung.

Jetzt wegen den Strafen. Ich habe nur von einer Dame gehört, die eine Strafe erhalten hat. Das alles, weil sie erwischt wurde beim Arbeiten und ihre Papiere erlauben ihr nicht zu arbeiten. Also als sie kontrolliert wurde gaben sie ihr eine Strafe über 150€. Sie entschied sich, diese in bar zu zahlen. Aber schon bevor sie die Strafe zahlen konnte, haben sie bereits ihren Bericht an die Ausländer (-Behörde), dass sie kontrolliert wurde beim Arbeiten ohne Anmeldung. Daher hat die Ausländer(-Behörde) ihr Geld verweigert.

Über fünf Monate hat sie kein Sozialgeld (Sozialhilfe) erhalten. Also was sie gemacht hat, sie ist zu der Sozial(-Arbeiterin) gegangen um sich zu beschweren und zu sagen das sie über fünf Monate kein Geld erhalten hat und das obwohl die Strafe bereits geklärt ist. Dann hat die Sozial(-Arbeiterin) sie unterstützt beim Schreiben eines Briefes an die Ausländer(-Behörde), in dem sie verlangt hat, dass ihr das Geld zurückgezahlt wird. Und die Ausländer(-Behörde) wollte einen Beweis, dass sie wirklich kein Geld erhalten hat, indem sie Bankauszüge aus dem letzten Jahr vorweist. Später dann, als sie all das gemacht hat, wurde ihr das Geld für die letzten fünf Monate zurückgezahlt.

Über Abschiebung, Ok, diese passierten nicht regelmäßig, aber lasst mich das sagen: Im Monat Juni, da gab es eine Familie, die aus Doki (Lager Doberlug-Kirchhain) verlegt wurde. Da war eine Dame mit Ehemann und sie hatte 5 Kinder, Ich denke, sie war auch schwanger, sie war aus Tschetschenien. Am Tag des Transfers, als ihr ein Zimmer für sie selbst zugesprochen wurde, hat sie sich beschwert, dass das Zimmer zu klein sein und dass es nicht gut genug für sie sei. Also brauchte sie ein anderes Zimmer. Aber sie haben ihr immer noch keine Antwort gegeben. Also sollte sie am nächsten Tag, denke ich, zur Registrierung gehen. Während des Registrierungsprozesses kam das Auto für die Abschiebung und die Familie wurde nach Frankreich abgeschoben. Ihr Dublin-Staat, welcher Frankreich ist. Davon abgesehen, gab es keinen weiteren Fall einer Abschiebung.

Ich denke das ist alles soweit.

Report #30
08.08.2020

Hello people. Good evening! This is ___ from Wünsdorf. I want to give a report on the Coronavirus, since the last time.

So far so good, because the last time we had a few cases of corona and now everybody has recovered and we have not encountered any new case. We hope that there will be no case at all. Secondly, we were not transferred, but now people have started going since this week on Wednesday. Ja. There have been several transfers and also next week there are more transfers. The other thing was about the time, we had that curfew for 6 hours, now it’s back to 48 hours but the checking of the temperature to and out of the gate and coming back is still there and also at the mensa, where we go to eat. They check the temperature every time we go to eat. So, Ja and then there is sanitizer when you enter in the gate and the wearing the mask full time when you are within the camp. So everything is ok so far – we thank God! Ja. Nice evening ladies!

Hallo Leute. Guten Abend! Das ist ___ aus Wünsdorf. Ich möchte einen Bericht über das Coronavirus geben, seit dem letzten Mal.

So weit so gut, denn beim letzten Mal hatten wir ein paar Fälle von Corona und jetzt haben sich alle erholt und es wurden keine neuen Fälle entdeckt. Wir hoffen, dass es überhaupt keinen Fall geben wird. Zweitens wurden wir nicht verlegt, aber jetzt haben die Leute angefangen zu gehen, seit Mittwoch dieser Woche. Ja. Es hat mehrere Transfers gegeben, und auch nächste Woche gibt es weitere. Die andere Sache betraf die Zeit, wir hatten diese Ausgangssperre für 6 Stunden, jetzt sind es wieder 48 Stunden, aber die Kontrolle der Temperatur am Tor sind weiterhin da, beim Rein- und Rausgehen und auch in der Mensa, wo wir essen gehen. Sie kontrollieren die Temperatur jedes Mal, wenn wir zum Essen gehen. Ja, und dann gibt es noch Desinfektionsmittel, wenn man das Tor betritt, und das Tragen der Maske während der ganzen Zeit, wenn man im Lager ist. Bis jetzt ist also alles in Ordnung – wir danken Gott! Ja. Schönen Abend, meine Damen!

Report #29
07.08.2020

Hallo! Hi, everyone. This is ___ from Michendorf and I want to give the final report of the Coronavirus.

In my place we still don’t welcome any visitors. The visitors are still not welcome. But we have a bit of change. As you remember, the last time I told you we do not have the sanitizer dispensers, they weren’t full. So nowadays they are filling it. That’s after we complained to the social workers and the sanitizers are now being filled up.

Since I came to my Heim, I have not experienced any deportation, because as I understand, most of the guys have been here for wrong. And they haven’t, they have never seen since they were in – ah I forgot the name – before they got transferred here. So there are no deportations.

But I have two women who were given Strafe. One is for being in Germany illegal, for entering. They said it’s for entering German premises illegal and they give her a Strafe of 1200€ which she pays every month. She pays that euro every month and the other one also is a Strafe for not being in the system for a very long time and I think she got 600€. Which she also pays per month. She told me she pays 50€ per month. And there is also another guy who got a Strafe of 250€. But that one came as a warning. He was also not in the System, so when he went back they give him a Strafe of 250 and they said it’s a warning, so as you can see the prices vary. I don’t know why. I don’t know what process they use to give someone a Strafe. Ja.

But that’s it for now from Michendorf. Nothing much. Nothing much is happening but we are getting transfers, many people are coming from Wünsdorf and DoKi – mostly families. But last week, we got singles from Wünsdorf. So the transfers are still welcome but the visitors are not welcome and I did not experience any type of deportation.

Thank you!

Hallo! Hallo zusammen. Dies ist ___ aus Michendorf und ich möchte den Abschlussbericht über das Coronavirus abgeben.

In meinem Lager begrüßen wir immer noch keine Besucher*innen. Die Besucher*innen sind immer noch nicht willkommen. Aber es gibt eine kleine Veränderung. Wie Sie sich erinnern habe ich beim letzten Mal gesagt, dass wir keine Desinfektionsmittelspender haben, sie waren nicht voll. Also mittlerweile füllen sie sie auf. Das war, nachdem wir uns bei den Sozialarbeiter*innen beschwert hatten, und die Desinfektionsmittelspender sind jetzt voll.

Seit ich in mein Heim gekommen bin, habe ich keine Abschiebung erlebt, denn soweit ich weiß, sind die meisten Menschen zu unrecht hier gewesen. Und das haben sie auch nicht, sie haben noch nie gesehen, seit sie in – ach, ich habe den Namen vergessen – bevor sie hierher verlegt wurden Es gibt also keine Abschiebungen.

Aber zwei Frauen haben eine Strafe bekommen. Eine Strafe ist dafür illegal in Deutschland zu sein,für die Einreise. Sie sagten, es sei für das illegale Betreten deutschen Bodens, und sie gaben ihr ein Strafe von 1200€, die sie jeden Monat bezahlt. Sie zahlt jeden Monat.

Und die andere ist auch ein Strafe dafür, dass sie sehr lange Zeit nicht im System war, und ich glaube, sie muss 600€ bezahlen, die sie auch monatlich bezahlt. Sie sagte mir, sie zahlt 50€ pro Monat, und es gibt noch einen anderen, der eine Strafe von 250€ bekommen hat. Aber diese Strafe war eine Warnung. Er war auch nicht im System, und als er zurückkam, gaben sie ihm ein Strafe von 250 €, und sie sagten, es sei eine Warnung, Ihr seht also, wie die Preise variieren. Ich weiß nicht, warum. Ich weiß nicht, welches Verfahren sie anwenden, um jemandem ein Strafe zu geben. Ja.

Aber das war’s fürs Erste aus Michendorf. Nicht viel. Es passiert nicht viel, aber wir bekommen Transfers, viele Leute kommen aus Wünsdorf und DoKi (Lager Doberlug-Kirchhain) – meistens Familien. Aber letzte Woche kamen auch Einzelpersonen aus Wünsdorf. Die Transfers sind also immer noch willkommen, aber die Besucher sind nicht willkommen, und ich habe keine Art von Abschiebung erlebt.

Ich danke Ihnen!

Report #28
07.08.2020

Hi ladies, this is ___ reporting from Nauen, Havelland.

The report here is that everything has become normal, but not so, because no visitors still allowed since the Corona. So they’re telling that if you have a visitor, go and meet the visitor outside because they are not allowed to come inside. So that is what is happening – if you have a visitor, go and meet them outside, and then when you’re done, just come inside alone.

And this thing about deportation, no deportations here still, but we’re hoping it will not happen. There’s a family that was deported last year December, and the reason as to why they were deported, we were told they had Dublin. So they had transferred them here so as to check them. Here now, that is what they are doing. They’re sending people to Heims who have Dublin, so they take the person in Heim, either when the person goes to registration, or when the person is there in Heim sleeping, or just inside. And it’s very challenging, yes, because you’re new, maybe you don’t know anybody who you could sleep at their room until Dublin is finished. So that’s a challenge.

Concerning cleanliness, it’s still a challenge to us, because they still clean when they want. They clean one day after two days. So it’s still a challenge, but now we can’t say anything to the Social. We’ve been complaining, until now it’s like we’re making noise. Well, now we’ve lived with that. So that’s a challenge to us.

Another thing, about this Strafe that they’re giving people. Yeah, mine was given last year June. They took it to my lawyer. My lawyer told me, “You’ve been given this Strafe because you came to Germany illegally.” I said, “OK.” I didn’t even ask anything. But recently I heard that some are given 600. I don’t know some are given this amount, but I don’t know why they’re giving people the Strafe like that. Maybe they have their own reason, but for me, they told me it’s because of coming to Germany illegally. Well, they sent me a letter, since I told them I’m not working, and I’m not in a position to pay the money, so they sent me a letter and I replied to them, I told them I will pay when I start work, or when I’m in a position to. So beginning of this year I thought about it, and I’m paying it, yeah. And they tell me, you say what amount you will pay. But me, they just sent me a letter that I should pay 30 euro every month. And that is what I’m paying now.

So far, we’re just keeping calm, keeping safe, and I hope you- and anyone who is being transferred, and you know you have a Dublin, just be careful. Because that is what is going on. Keep safe. Thanks.

Hallo meine Damen! Hier ist ___ aus Nauen, Havelland. Es gibt zu berichten, dass alles wieder normal ist, aber doch nicht, es werden immer noch keinen Besucher*innen erlaubt seit Corona.

Sie sagen dir, wenn du eine*n Besucher*in hast, gehe und treffe die Person draußen, weil es ist nicht erlaubt herein zu kommen. Also, das ist es was passiert – wenn du Besuch hast, gehe und treffe sie draußen und wenn wir fertig sind komme wieder alleine herein.

Und diese Sache mit der Abschiebung. Es gab noch keine Abschiebung, aber wir hoffen es wird auch nicht passieren. Da gibt es diese eine Familie, die letztes Jahr im Dezember abgeschoben wurde. Der Grund ihrer Abschiebung, wurde uns erzählt, war das sie Dublin hatten. Also sie wurden hierher verlegt, um sie zu überprüfen. Also das ist es, was sie dann tun: Sie schicken Menschen in Heime, die Dublin haben, also sie bringen die Menschen in Heime, entweder wenn die Person zur Registrierung geht oder wenn die Person im Heim ist und schläft oder einfach drinnen ist. Und es ist sehr herausfordernd, denn du bist neu, vielleicht kennst du niemanden, in deren*dessen Zimmer du schlafen kannst, bis Dublin vorbei ist. Also das ist eine Herausforderung.

In Bezug auf Sauberkeit ist es immer noch eine Herausforderung für uns, weil sie immer noch sauber machen, wenn sie wollen. Sie putzen an einem Tag nach zwei Tagen. Es ist also immer noch eine Herausforderung, aber jetzt können wir dem Sozial (-Arbeiter) nichts sagen. Wir haben uns beschwert, bis jetzt ist es so, als würden wir Lärm machen. Nun, jetzt haben wir damit gelebt. Das ist eine Herausforderung für uns.

Eine andere Sache betrifft diese Strafe, die sie den Leuten geben. Yeah, ich habe meine letztes Jahr im Juni bekommen. Sie haben sie zu meiner*m Anwält*in gebracht. Mein*e Anwält*in sagte mir: „Du hast diese Strafe bekommen, will du illegal nach Deutschland gekommen bist“. Ich sagte: „ok“. Ich habe nicht mal irgendwas gefragt. Aber kürzlich habe ich gehört manche bekommen (eine Strafe über) 600€. Ich weiß nicht manchen wird dieser Betrag gegeben, aber ich weiß nicht warum sie solche Strafen vergeben.

Vielleicht haben sie ihre eigenen Gründe, aber zu mir sagten sie das sei, weil ich illegal nach Deutschland gekommen bin. Nun ja, sie haben mir einen Brief geschickt, da ich ihnen gesagt habe, dass ich nicht arbeite und nicht in der Position bin das Geld zu zahlen also haben sie mir einen Brief geschickt und ich habe Ihnen geantwortet: Ich werde zahlen, wenn ich anfange zu arbeiten oder wenn ich in der Lage bin. Also zu Beginn dieses Jahres habe ich darüber nachgedacht und jetzt zahle ich es, yeah. Und sie sagen mir, du sagst welchen Betrag du zahlen wirst. Aber bei mir, sie haben mir einen Brief geschickt, dass ich 30€ jeden Monat zahlen soll. Und das ist es was ich jetzt mache.

Soweit bleiben wir ruhig, bleiben sicher und ich hoffe ihr und alle die verlegt werden und wissen, dass sie Dublin haben, seid vorsichtig. Denn das ist es was passiert. Bleibt sicher. Danke.

Report #27
07.08.2020

During the series of interviews at the reception at Eisenhüttenstadt, most of us, I think all of us, were given an interview with the Polizei (police). We had a choice to either do the one-to-one interview with them or do it in writing, explaining, giving details of how you came into Germany, from where. And this was applying to more of the Dublin cases, or who had come into Germany through another country and therefore after that some of us have already received a Strafe where they were supposed to be paying around 600.

I’m not so sure whether this is a standard amount or we have others who have less or more- maybe my other colleagues will be able to clarify but the majority of the people who I have met who have been given a strafe of around 600 Euros and with negotiations, of course, through the courts or either through the social workers office in the different Heims where people are. People are able to negotiate or women are able to negotiate like how often you can be able to pay that amount putting into considerations that people are not working they are not having another social income and therefore they will not be able to pay that amount as a one time of payment.

Therefore, it depends on what type of agreement each one or people have with the courts. I have not received the Strafe yet but I think this is a process and it’s something that really happens to almost everyone who has gone through the Dublin-Interview. I hope that because there are some of the people that I know who came way after I reported at Eisenhüttenstadt and they have been already given or they have already received the Strafe but for me I have not be able to receive it or I have not received the notification of like how much I need to pay.

Während der Reihe von Interviews bei der Ankunft in Eisenhüttenstadt, haben die meisten von uns, ich denke eigentlich alle, auch der Polizei ein Interview gegeben.

Wir konnten uns aussuchen, ob wir ein Einzelinterview geben wollen oder ob wir es aufschreiben wollen. Es ging darum, zu erklären, wie wir nach Deutschland und von woher wir kamen. Und das galt für die meisten Dublin-Fälle oder aber auch wer nach Deutschland über ein anderes Land eingereist ist und deswegen haben einige von uns bereits eine Strafe erhalten. Sie mussten über 600€ zahlen.

Ich bin mir unsicher ob das eine standardisierte Höhe (der Strafe) ist, oder ob andere mehr oder weniger zahlen müssen. Vielleicht können meine anderen Kolleg*innen das klären. Aber die meisten der Menschen, die ich getroffen habe, die eine solche Strafe über 600€ erhalten haben, verhandeln das natürlich vor dem Gericht oder dem Büro der Sozialarbeiter*innen in den verschiedenen Heimen, in denen die Menschen sind.

Menschen sind in der Lage zu verhandeln, Frauen sind in der Lage zu verhandeln, zum Beispiel darüber wie oft der Betrag bezahlt wird, wenn bedacht wird, dass Menschen nicht arbeiten und sie kein anderes soziales Einkommen haben und daher nicht in der Lage sind, diesen Betrag auf einmal zu zahlen. Deswegen kommt es darauf an, welche Art von Übereinkommen jede*r oder die Leute mit dem Gericht haben.

Bis jetzt habe ich noch keine Strafe erhalten, aber ich denke, das ist ein Prozess und es ist etwas das nahezu jedem*r passiert ist, die*der das Dublin-Interview durchgemacht hat.

Ich hoffe es, denn es gab Menschen, die ich kenne, die nachdem ich in Eisenhüttenstadt mein Interview gegeben habe, ankamen, diese haben schon eine Strafe erhalten. Aber für mich, ich habe noch keine Strafe erhalten und auch noch keine Benachrichtigung darüber wie viel ich zahlen muss.

Report #26
07.08.2020

Hello and good evening women, this is the current report from Kopfweide, Potsdam. This is a Heim that is in Potsdam that basically has a population of not more than 100 persons mainly who are large families and specifically from Chechnya and the rest of the other population are a few Africans, currently they are around six, and these large families are usually hosted in a different or separate building.

So far in terms of the sanitation this place is okay because all of the rooms are self-contained as in everyone has their own kitchen and bathroom in their rooms so they are able to maintain a hygiene at their own levels in their rooms. In terms of Corona and the measures that they have put across for everyone to follow. Nothing much has changed in terms of what I have reported earlier in the last report, I think a month ago, they’re still not allowing visitors to come in, but if you have to have a visitor then you are required to register the names and the details of the visitor you’re having either with security or the social workers who are always here during the day, then in the evening we have at least one or two security who are usually just there for record but mainly they do not interfere with how we run our own businesses in the Heim.

In terms of the masks in the social worker’s offices, there are usually masks that are available for anyone if you want them, you are allowed to go and take at least one every day from the social worker’s office. As for the hand sanitizers, they have installed a hand sanitizer dispenser at the main entrance to the main building which is where the rest of us, that is the Africans and the smaller families are hosted, in the main building that also hosts the offices so at the entrance we have a hand sanitizer dispenser and it’s always refilled, I’ve never found it empty at any given time.

So far since I arrived in this particular Heim I’ve not had any cases of deportation because mainly the majority of the people who are here have been here long enough, mostly some of them are already doing their Ausbildung and others are working so I’ve not had any case of deportations, I’ve not had any case of Corona being reported from this particular Heim. Everything seems to be in order and I believe this is what will continue.

I’m not so sure for how long the restrictions for the visitors will be reinforced but the last time I asked the social worker he said it shouldn’t be that strict but they are not allowing visitors to maybe spend the night or something. Probably they can allow a visitor if you really have to have a visitor, they will allow you to have a visitor, especially during the day when the social worker is around.

So far so good but they said they’re going to keep us posted every time they have new rules and they always display them on the noticeboard that is near the social workers offices so you’re always able to get information, the offices are always open, they are very kind, very receptive, so I’ve not had any issues in regards to the management and how the Heim is being run by the living quarters, the place to be, of course that is what they call the Heim: Living quarters, the place to be. So thank you so much and I wish you a good evening.

Hallo und guten Abend an alle Frauen, dies ist der aktuelle Bericht an den Kopfweiden, Potsdam. Kopfweide ist ein Heim in Potsdam, in welchem nicht mehr als 100 Menschen leben, hauptsächlich große Familien von denen ein Großteil aus Tschetschenien kommt. Die übrigen Bewohner*innen besteht aus einigen wenigen Afrikaner*innen, derzeit sind es etwa sechs. Die großen Familien sind in der Regel in einem anderen/ separaten Gebäude untergebracht.

Was die sanitären Einrichtungen betrifft, so ist dieser Ort bisher in Ordnung, da alle Räume in sich geschlossen sind, jede*r ein eigenes Zimmer, eine eigene Küche und ein eigenes Bad hat, so dass er*sie in der Lage ist, in dem Zimmern die eigene Sauberkeitsvorstellungen aufrechtzuerhalten.

In Bezug auf Corona und die Maßnahmen, die sie für alle durchgesetzt haben, hat sich nicht viel geändert im Vergleich zu dem, was ich bereits im letzten Bericht, ich glaube vor einem Monat, berichtet habe: Es werden immer noch keine Besucher*innen herein gelassen. Wenn man doch Besuch bekommt, müssen Namen und die Einzelheiten des*der Besuchers*in entweder beim Sicherheitsdienst oder bei den Sozialarbeiter*innen, die tagsüber immer hier sind, registriert werden.

Abends haben wir mindestens ein oder zwei Sicherheitsbeamt*innen, die normalerweise nur für die Akten da sind und uns meistens nicht dabei stören, wie wir unsere eigenen Angelegenheiten im Heim behandeln.

Was die Masken in den Büros der Sozialarbeiter*innen betrifft, so gibt es in der Regel Masken, die für alle erhältlich sind, die sie haben möchten. Man darf jeden Tag mindestens eine vom Büro der Sozialarbeiter*innen mitnehmen. Was die Handdesinfektionsmittel betrifft, so haben sie einen Handdesinfektionsmittelspender am Haupteingang des Hauptgebäudes installiert, in dem der Rest von uns untergebracht ist, d.h. die Afrikaner*innen und die kleineren Familien untergebracht.

Im Hauptgebäude, in dem auch die Büros sind, gibt es also am Eingang einen Handdesinfektionsspender und er wird immer aufgefüllt. Ich habe ich noch nie leer vorgefunden. Seit ich in diesem Heim angekommen bin, habe ich noch keine Fälle von Abschiebungen erlebt, weil die Mehrheit der Menschen, die hier sind, schon lange genug hier sind. Die meisten von ihnen machen bereits ihren Ausbildung und andere arbeiten, so dass ich bisher noch keinen Fall von Abschiebung erlebt habe. Ich habe noch keinen Fall von Corona erlebt, der aus diesem Heim gemeldet wurde. Alles scheint in Ordnung zu sein, und ich glaube, das wird auch so bleiben. Ich bin mir nicht so sicher, wie lange die Einschränkungen für die Besucher*innen noch durchgesetzt werden. Das letzte Mal, als ich den Sozialarbeiter fragte, sagte er, die Einschränkungen sollte nicht mehr so strikt sein, aber sie erlauben Besuchern weiterhin nicht, über Nacht zu bleiben oder so etwas.

Wahrscheinlich können sie Besuch erlauben, wenn es wirklich nötig ist, besonders tagsüber, wenn Sozialarbeiter*innen in der Nähe sind. So weit, so gut, aber sie sagten, sie halten sich immer auf dem Laufenden und wenn sie neue Regeln haben, hängen sie diese immer an der Anschlagtafel in der Nähe der Sozialarbeiter*innenbüros aus, so dass man immer Informationen bekommen kann. Die Büros sind immer offen, sie sind sehr freundlich, sehr aufgeschlossen, so dass ich keine Probleme hatte, was die Leitung des Heims und die Art und Weise betrifft, wie das Heim von Living Quarters, the place to be, [Betreiber des Heims] geführt wird. So nennen sie das Heim: Living Quarters, the place to be. Ich danke Ihnen vielmals und wünsche Ihnen einen guten Abend.


"Hello everyone, this is ___ reporting from Nauen, Havelland..." - Lager Reports, July 2020

These reports were initiated by the Break Isolation Group of International Women* Space - read their statement here. They are recording audio messages on their current situation in their different accommodations and invite other women to share their experiences too. The voices in uploaded recordings have been altered. If you would like to share a report, get in touch with us on iwspace@iwspace.de.

Report #25

06.07.2020

Hi everyone, this is the report from _____, Potsdam. 

It’s a relatively small Heim that has got a capacity of about 90 persons and currently it’s hosting almost three quarters, two quarters or three quarters of children. Because we have families the houses or the accommodation spaces are divided into two, we have a separate one for families and another small block that has got not more than 15 rooms that accommodates single persons and smaller families. 

In between the two buildings we have space that has been left specifically for children to use as a recreational space for playing as well as a parking lot for their playing items like bicycles. 

In terms of corona we have had no cases reported so far, the management has kept quite very commendable measures in terms of prevention, so far they’re not allowing any visitors into the Heim in case you are found to have brought a visitor then the chef calls you and you have a talk with him. Then in his office and in the social workers office, which are just at the entrance to the building, he has put some masks that are available for pick up by the residents in the Heim. There is also provision of soap, soap for use just in case anyone maybe doesn’t have soap for use in their rooms. 

For your information, our point is to note is that all these rooms are self-contained. So people will not share with many people, the facilities are not shared by many people. In these middle rooms that are used for single persons and small families, they are also self-contained and for those that are sharing it’s a maximum of two persons per room and these are two very spacious rooms with all the facilities within the room and therefore there is very enough space and very free circulation of air into these rooms.

In addition to this I just want also to say for the Africans we are five, five in number, adults and three young children, there’s an African mother who has got her three children. Otherwise the rest of the families are mainly from other countries, Chechnian being the majority, those are the families that are in that particular Heim, the others are more Arabs. So for the Africans we are the five of us and then two, three oh sorry three are female and three are males. 

So currently there’s nothing much from UNIDENTIFIED Potsdam, but in case there happens to be anything we’ll definitely keep you posted, thank you. 

Hallo zusammen, dies ist der Bericht von _____, Potsdam.

Es ist ein relativ kleines Heim, das eine Kapazität von etwa 90 Personen hat und derzeit fast drei Viertel, zwei Viertel oder drei Viertel der Kinder unterbringt. Weil wir Familien haben sind die Häuser oder die Unterbringungsräume zweigeteilt. Wir haben ein separates Haus für Familien und einen weiteren kleinen Block, der nicht mehr als 15 Zimmer hat und Einzelpersonen und kleinere Familien beherbergt. Zwischen den beiden Gebäuden haben wir eine Fläche, die speziell für Kinder als Spielfläche und als Parkplatz für ihre Spielgeräte wie Fahrräder vorgesehen ist.

Was Corona anbelangt, so wurden uns bisher keine Fälle gemeldet, die Leitung hat recht lobenswerte Maßnahmen zur Prävention beibehalten, bisher lässt sie keine*n Besucher*in in das Heim. Falls sich herausstellt, dass jemand eine*n Besucher*in mitgebracht hat, dann ruft der Chef die Person an und du hast ein Gespräch mit ihm. Dann hat er in seinem Büro und im Büro der Sozialarbeiter*innen, die sich direkt am Eingang des Gebäudes befinden, einige Masken bereitgestellt, die den Heimbewohner*innen zur Abholung zur Verfügung stehen. Es gibt auch Seife, Seife zum Gebrauch für den Fall, dass jemand keine Seife in seinem*ihrem Zimmer hat.

Zu eurer Information weisen wir darauf hin, dass alle diese Räume seperat sind, so dass sie nicht mit vielen Menschen geteilt werden, die Einrichtungen werden nicht von vielen Menschen geteilt. In diesen mittleren Räumen, die für Einzelpersonen und kleine Familien genutzt werden, die sind ebenfalls seperat und für diejenigen, die sie sich ein Zimmer teilen, sind es maximal zwei Personen pro Raum, und dies sind zwei sehr geräumige Räume mit allen Einrichtungen innerhalb des Raumes, und deshalb gibt es sehr viel Platz und eine sehr freie Luftzirkulation in diesen Räumen.

Ausserdem möchte ich etwas für die Afrikaner*innen sagen: wir sind fünf, fünf an der Zahl, Erwachsene und drei kleine Kinder. Es gibt eine afrikanische Mutter, die ihre drei Kinder hat. Ansonsten kommen die übrigen Familien hauptsächlich aus anderen Ländern, mehrheitlich aus Tschetschenien – das sind die Familien, die in diesem Heim sind, die anderen sind eher Araber*innen. Als Afrikaner*innen sind wir also zu fünft und dann zwei, drei ach, Entschuldigung, drei Frauen und drei Männer.

So im Moment gibt es nicht viel neues von UNBEKANNT, Potsdam. Aber für den Fall, dass es etwas gibt, werden wir euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, danke.

Guten Morgen die Damen, dies ist ein Bericht aus DoKi (Doberlug-Kirchhain). Seit Anfang Mai dieses Jahres sind die Lockdown-Maßnahmen ein wenig aufgehoben worden. Heute ist es so, dass du, wenn du länger als 48 Stunden draußen bleibst, wieder für 48 Stunden unter Quarantäne gestellt wirst. Wenn du zum Tor reinkommst und für längere Zeit weg warst, misst der Sicherheitsdienst die Körpertemperatur. Danach wirst du zur Isolierstation gebracht.

Wenn du in der Isolierstation bist, kommt am nächsten Morgen eine Krankenpflegekraft und misst die Temperatur. Und die Temperatur wird erneut am Ende der 48 Stunden gemessen. Ich glaube, wenn die Temperatur normal ist, wird kein Corona-Test durchgeführt.

Die einzige Sache ist, dass in der Isolierstation keine Reinigung vorgenommen wird. Sie kommen nicht, um die Räume zu reinigen. Es ist also ein Punkt, dass diese Leute in der Isolation selbst sehen müssen, wie sie die Räume sauber halten können. Es ist niemand da. Die Reinigung wird erst dann vorgenommen, wenn du nach Ablauf der 48 Stunden den Raum verlassen hast. Dann erst kommen sie, räumen auf und reinigen die Räume.

Außerdem, was die soziale Distanz betrifft, die wird nur in der Mensa gewahrt. Aber außerhalb der Mensa gibt es keine soziale Distanz, die eingehalten wird. Selbst die Sicherheitsleute, die am Tor die Temperatur messen, tragen keine Masken mehr und halten keine soziale Distanz ein. Sie messen die Temperatur einfach aus nächster Nähe.

Ich habe auch beobachtet, dass selbst die Mitarbeiter*innen des Roten Kreuzes keine Masken mehr tragen, wie sie es früher getan haben. Es sind also, glaube ich, nur noch die Flüchtlinge, die ab und zu eine Maske tragen, vor allem wenn sie zum Markt gehen. Aber wenn sie auf dem Gelände sind, nein, sie tragen keine Masken mehr.

Der Bus, der die Leute früher zum Bahnhof gebracht hat, ist immer noch nicht verfügbar und sie sagen, dass er vielleicht im September wieder fährt.

Die Abschiebungen haben begonnen, letzte Woche hatten wir die Abschiebung einer Familie nach Georgien. Die Transporte (in andere Lager) auch die finden statt. Fast jede Woche werden acht Personen verlegt, wie früher. Im Moment ist die Zahl der Menschen im Lager daher drastisch zurückgegangen. Wir empfangen keine Menschen mehr aus Eisen (Eisenhüttenstadt), wie wir sie früher empfangen haben. Diejenigen, die im Lager geblieben sind, sind also nur noch alleine in ihrem Zimmer oder zu zweit. Früher teilten sich drei Personen ein Zimmer, aber mittlerweile sind es nur noch eine oder zwei Personen pro Zimmer.

Und es gibt einige Gerüchte, ich weiß nicht, wie wahr das ist, dass sie planen, das Lager bis November vollständig zu schließen. Ich weiß nicht, wie wahr diese Gerüchte sind. Wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass die Leute verlegt werden und nicht mehr so viele herkommen wie früher.

Vielen Dank!

Report #24

06.07.2020

Good morning ladies, this is a record from DoKi (Doberlug-Kirchhain).

Since the beginning of May this year, the lockdown measures have been lifted a little bit. Nowadays it’s at, when you stay outside for more than 48 hours, you are quarantined again for 48 hours. When you’re coming in at the gate, if you’ve been away for a longer period, the security will take your temperature. Then after that they take you to the isolation place.  

Once you’re at the isolation place, the next morning the nurse will come and take your temperature, and this temperature will be repeated again at the end of 48 hours.  I think that when the temperature is normal, there is no test which is being done for corona.  

The only thing is that when you’re in isolation, they don’t do any cleaning. They don’t come to clean the rooms. So it’s a point for those people in isolation, to see how cleanliness is being maintained by themselves. There’s nobody. The cleaning only will be done when you’re outside of the room at the end of the 48 hours. That’s when they come and do the clearing and they clean the rooms.

Then, as for the social distance, the social distance is only being maintained in the Mensa. But outside the Mensa, there’s no social distance which is being maintained.  Even the security people that are taking your temperature at the gate, they are no longer wearing masks and they don’t observe social distance. They just take your temperature at close range.  

Also I observed that even the Red Cross employees are no longer wearing masks like they used to do before.  So it’s only, I think, the refugees who are wearing once in a while masks, especially when they’re going to the market.  But when they are inside the compound, no, they are not wearing masks anymore.

The bus which used to take people to the Bahnhof is still not available, and they’re saying maybe it will be available by September.  

The deportations have started, last week we had the deportation of a family to Georgia. The transfers, also they are happening. Almost every week they are transferring 8 people than before. So right now, the number of people in the camp has reduced drastically. We are no longer receiving people from Eisen (Eisenhüttenstadt) as we used to receive before. So the ones who have remained in the camp, they are finding even one person in their room or two people. Before there used to be 3 people sharing a room but nowadays it’s like 1 person or 2 people per room. 

And there are some rumours, I don’t know how true it is, that they’re planning to close the camp completely by November. I don’t know how true it is. Probably that is why we’re seeing people transferred out and people not coming in anymore as they used to do.

Thank you!

Guten Morgen die Damen, dies ist ein Bericht aus DoKi (Doberlug-Kirchhain).

Seit Anfang Mai dieses Jahres sind die Lockdown-Maßnahmen ein wenig aufgehoben worden. Heute ist es so, dass du, wenn du länger als 48 Stunden draußen bleibst, wieder für 48 Stunden unter Quarantäne gestellt wirst. Wenn du zum Tor reinkommst und für längere Zeit weg warst, misst der Sicherheitsdienst die Körpertemperatur. Danach wirst du zur Isolierstation gebracht.

Wenn du in der Isolierstation bist, kommt am nächsten Morgen eine Krankenpflegekraft und misst die Temperatur. Und die Temperatur wird erneut am Ende der 48 Stunden gemessen. Ich glaube, wenn die Temperatur normal ist, wird kein Corona-Test durchgeführt.

Die einzige Sache ist, dass in der Isolierstation keine Reinigung vorgenommen wird. Sie kommen nicht, um die Räume zu reinigen. Es ist also ein Punkt, dass diese Leute in der Isolation selbst sehen müssen, wie sie die Räume sauber halten können. Es ist niemand da. Die Reinigung wird erst dann vorgenommen, wenn du nach Ablauf der 48 Stunden den Raum verlassen hast. Dann erst kommen sie, räumen auf und reinigen die Räume.

Außerdem, was die soziale Distanz betrifft, die wird nur in der Mensa gewahrt. Aber außerhalb der Mensa gibt es keine soziale Distanz, die eingehalten wird. Selbst die Sicherheitsleute, die am Tor die Temperatur messen, tragen keine Masken mehr und halten keine soziale Distanz ein. Sie messen die Temperatur einfach aus nächster Nähe.

Ich habe auch beobachtet, dass selbst die Mitarbeiter*innen des Roten Kreuzes keine Masken mehr tragen, wie sie es früher getan haben. Es sind also, glaube ich, nur noch die Flüchtlinge, die ab und zu eine Maske tragen, vor allem wenn sie zum Markt gehen. Aber wenn sie auf dem Gelände sind, nein, sie tragen keine Masken mehr.

Der Bus, der die Leute früher zum Bahnhof gebracht hat, ist immer noch nicht verfügbar und sie sagen, dass er vielleicht im September wieder fährt.

Die Abschiebungen haben begonnen, letzte Woche hatten wir die Abschiebung einer Familie nach Georgien. Die Transporte (in andere Lager) auch die finden statt. Fast jede Woche werden acht Personen verlegt, wie früher. Im Moment ist die Zahl der Menschen im Lager daher drastisch zurückgegangen. Wir empfangen keine Menschen mehr aus Eisen (Eisenhüttenstadt), wie wir sie früher empfangen haben. Diejenigen, die im Lager geblieben sind, sind also nur noch alleine in ihrem Zimmer oder zu zweit. Früher teilten sich drei Personen ein Zimmer, aber mittlerweile sind es nur noch eine oder zwei Personen pro Zimmer.

Und es gibt einige Gerüchte, ich weiß nicht, wie wahr das ist, dass sie planen, das Lager bis November vollständig zu schließen. Ich weiß nicht, wie wahr diese Gerüchte sind. Wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass die Leute verlegt werden und nicht mehr so viele herkommen wie früher.

Vielen Dank!

Report #23 

05.07.2020

Good afternoon everyone, my name is Kiki*. I want to give a report of what has been happening here in Lichterfeld-Schacksdorf.

When I came here like 2 months ago, I found it a strange place because we are in the middle of the forest and people who live here are very few.  We are not many.  I think we are less than 20 people. Although so far we have not reported any COVID 19 cases here, yet.

But for the last one month now we have been receiving people from Herzberg and they have been quarantined for 2 weeks, then taken back to their Heim. And this week they also brought another group and they are all in quarantine and after 2 weeks maybe they will be taken back to their Heims. 

Another strange thing here is, we can’t access our network because we have to buy network from security, which is costing us a lot of money.  And when we buy like 10 megabytes it costs 10 euro. 10 euro, it’s for 1 week.  And we found out that they are buying a product of Vodafone at a cheaper price that is 300 megabytes at 50 euro and sell it to us at 1 GB, 1 euro. 

And this we have been complaining about, but it doesn’t have any answer to us, because they are saying they know the network is very expensive but they have nothing to do about it.

Another thing is transport. The first bus comes here at 8am and the last bus comes at 17:49 from town.  So if someone… like I’m late, to come back or to catch the last bus, it’s either I take a taxi, or I find a way to get here, or I look for somewhere to sleep out there. Because to walk here it’s not safe, it’s in the middle of a forest. There’s no, you can’t see anyone walking around you – you’re all alone walking here, it’s not safe for us.  So this is another big challenge for us.  

Everything here is complicated. We don’t understand anything, we do not have anyone to ask any questions, because we even don’t know who is our social worker, our social-amt (german for social security office) here.  Because the people who come here they’re different. Example, maybe the one we think he’s the social-amt. You heard from another person say: the social-amt, the social-amt, he’s on leave, or he’s in Herzberg.

So we have so many questions to ask, or we need so many answers, but we don’t have anyone to give us all the information.  But so far, we are ok, and we are waiting to see what will happen. And maybe now or later, we’ll find someone to give us the information. 

Thank you for everyone and stay safe.

Guten Nachmittag allerseits, mein Name ist Kiki*. Ich möchte einen Bericht über die Geschehnisse hier in Lichterfeld-Schacksdorf geben.

Als ich vor etwa 2 Monaten hierher kam, fand ich diesen Ort seltsam , weil wir mitten im Wald sind und nur sehr wenige Menschen hier leben. Wir sind nicht viele. Ich glaube, wir sind weniger als 20 Menschen. Aber  bisher haben wir noch keine COVID-19 Fälle gemeldet.

Aber seit einem Monat empfangen wir nun Menschen aus Herzberg und sie werden für zwei Wochen unter Quarantäne gesetzt, dann werden sie in ihr Heim zurückgebracht. Und diese Woche haben sie auch eine andere Gruppe hergebracht und sie sind alle in Quarantäne und nach 2 Wochen werden sie vielleicht wieder in ihr Heim zurückgebracht.

Eine weitere seltsame Sache hier ist, dass wir keinen Zugang zu unserem Netzwerk (Internet) haben, weil wir den Zugang zum Netz vom Sicherheitspersonal kaufen müssen, was uns eine Menge Geld kostet. Und wenn wir etwa 10 Megabyte kaufen, kostet es 10 Euro. 10 Euro, das ist für eine Woche. Und wir haben herausgefunden, dass sie ein Produkt von Vodafone zu einem billigeren Preis kaufen, das 50 Euro für 300 Megabyte kostet, und dann verkaufen sie es uns zu 1 MB, 1 Euro verkaufen.

Und darüber haben wir uns beschwert, aber es gibt keine Antwort für uns, weil sie sagen, sie wüssten, dass das Netz sehr teuer ist, aber sie könnten nichts dagegen tun.

Eine andere Sache ist der Transport. Der erste Bus kommt um 8 Uhr morgens hierher und der letzte Bus kommt um 17:49 Uhr aus der Stadt. Wenn ich mich also verspäte, um hierher zurückzukommen und den letzten Bus zu nehmen, dann muss ich entweder ein Taxi nehmen oder einen anderen Weg finden hierher zu kommen oder ich muss irgendwo dort draußen einen Platz zum Schlafen suchen. Denn hierher zu laufen ist nicht sicher, es ist mitten im Wald. Es gibt niemanden, du siehst niemanden um dich herum laufen – du läufst ganz allein hier, es ist nicht sicher für uns. Das ist also eine weitere große Herausforderung für uns.

Alles hier ist kompliziert. Wir verstehen nichts, wir haben niemanden an den*die wir unsere Fragen stellen können, denn wir wissen nicht einmal, wer hier unser*e Sozialarbeiter*in, unser Sozialamt ist. Denn die Menschen, die hierher kommen, sind immer verschieden. Zum Beispiel würden wir vielleicht denken, diese Person sei jemand vom Sozialamt. Dann hast du von einer anderen Person gehört:  das Sozialamt, das Sozialamt, die Person ist im Urlaub oder ist in Herzberg.

Wir haben also so viele Fragen zu stellen, oder wir brauchen so viele Antworten, aber wir haben niemanden, der*die uns alle Informationen geben kann. Aber bis jetzt geht es uns okay und wir warten ab, was passieren wird. Und vielleicht werden wir jetzt oder später jemanden finden, der*die uns die Informationen gibt.

Vielen Dank allerseits und bleibt sicher.

Report #22 

05.07.2020

Good Morning Ladies, This is ______ from Michendorf. 

First of all I want to thank God, for the fact that he has taken us.  And secondly I want to give my final report on the Corona- Team. Here in Michendorf so far we have not registered any patients, we have not registered any case. So we thank God for that.

Let’s say on that risk part: People are careful. There was not any case reported here.

The cleaning and the filling of the sanitizers: The cleaning is still good. The hygiene is still maintained to the highest level. The sanitizers containers: They are not getting filled like it was before. But I think this is due to the office: The Heimpeople (half german for: people living in the shelter) try to fill up their own personal bottles. So, I think that’s why they stopped filling the sanitizers containers.

The visitors are still not allowed but it’s funny, some people try to sneak in their visitors. And when caught, the police are called on you and you have to pay a Strafe (german for fee) for doing that. So there is a few people who have been caught doing that and the police have been called and they have been given Strafes for that.

We also have another problem with our Ausweise (german for Identity-Cards). There are some people, who still have expired Ausweise for three month. And the Ausländer (short for german: Ausländerbehörde, Immigration-Authority): I don’t know what is wrong with the Ausländer, because at the moment they are not allowed people to go there.  In other Heims (german for shelter) I understand you are taking your Ausweis to you social (short for social worker) and your social sends you to the Ausländer. 

But in our place it’s different because there are some people with four, three months expired Ausweises. But they addressed the issue yesterday and they said that next week probably on Tuesday they are going to ask everyone to take their expired Ausweis to the office. And the will personally take them to the Ausländer.  So we are waiting to see on that.

Nothing much here. We are still here. We are still praying so that everything will go back to normal. I see some children. I think their schools are back. There are some kids I see in the morning going to school. But not all of them. I think the older kids…

So that’s my report from Michendorf. So far so good. I wish you all the best. I wish you a pleasant weekend. Take care, continue sanitizing, continue washing your hands. And let’s take care of each other, let’s call each other, let’s get to know how each and every one is doing.

I forgot to address the transfer issues. We already received three different families. three different days form Wünsdorf. So they are accepting people from the camps, because they really took three families in. Thank you.

Guten Morgen die Damen,  hier ist _____ aus Michendorf. 

Zuallererst möchte ich Gott danken. Und dann möchte ich meinen Bericht  an das Coronateam machen. Hier in Michendorf haben wir bisher noch keine Fälle und keine Toten. Dafür danken wir Gott.

Was das Risiko angeht: Die Menschen sind sehr vorsichtig. Und es gab noch keinen einzigen Fall. 

Sauberkeit und das Nachfüllen des Desinfektionsmittels: Die Sauberkeit ist immer noch gut. Die Hygiene ist immer noch auf einem Höchstlevel. Die Spender mit dem Desinfektionsmittel werden nicht mehr so stark aufgefüllt, wie früher. Aber vielleicht liegt das am Büro. Die Heimleute (Heimbewohner*innen) füllen sich davon ihre privaten Flaschen ab. Ich denke, deswegen haben sie aufgehört, die Spender aufzufüllen.

Besuch ist immer noch nicht erlaubt. Aber manche Menschen versuchen die Besucher*innen heimlich reinzubringen. Wenn sie dabei erwischt werden, müssen sie eine Strafe bezahlen, Ein paar Leute wurden erwischt, dir Polizei wurde gerufen und sie mussten Strafe zahlen.

Es gibt auch Probleme mit den Ausweisen. Bei manchen Menschen sind sie seit drei Monaten abgelaufen. Ich weiß nicht was mit der Ausländerbehörde los ist, aber im Moment dürfen die Menschen da nicht hingehen.  In anderen Lagern, so verstehe ich das, bringst du deinen Ausweis zu den Sozialarbeiter*innen und die bringen ihn zur Ausländerbehörde.

Aber bei uns ist das anders. Da gibt es Leute mit Ausweisen, die seit drei oder vier Monaten abgelaufen sind. Wir haben das Problem gestern angesprochen und sie haben gesagt, dass sie nächste Woche, wahrscheinlich am Dienstag, alle auffordern werden ihre abgelaufen Ausweise in das Büro zu bringen. Und dass sie dann persönlich die Ausweise zu Ausländerbehörde bringen. Wir werden sehen.

Sonst gibt es nicht viel. Wir sind immer noch hier. Wir beten, dass alles wieder so wird, wie es war. Ich sehe Kinder, die in der Früh wieder in die Schule gehen. Aber nicht alle. Nur die älteren Kinder.  

Das ist mein Report aus Michendorf. Soweit alles gut. Ich wünsche euch alles Gute, ein schönes Wochenende. Passt auf euch auf. Desinfiziert alles, wascht eure Hände. Und lasst uns aufeinander aufpassen, einander anrufen und fragen, wie es jeder Einzelnen geht.

Ich habe das Transportthema vergessen.Wir haben schon drei Familien aus Wünsdorf bekommen. An drei verschiedenen Tagen. Sie akzeptieren also Leute aus den Lagern, weil sie schon drei Familien aufgenommen haben. Danke.

Report #21

05.07.2020

Good afternoon everyone, I am _____ from Eisen (Eisenhüttenstadt). I just want to report on some few things, some few concerns. 

So far we haven’t recorded any cases of coronavirus, but the amazing thing is when new visitors are coming, when new people are coming, they are just tested and then they are put in container, they are done, they are set free, which is a bit worrying, because they are supposed to be quarantined.  So the number of people who are in quarantine is becoming less and less actually. So there is no more quarantine, which is a bit worrying. And those people who stay more than 24 hours outside, they are being quarantined for just a week. So that’s a bit worrying also.

About sanitizing, the only area with a sanitizing container is in the kitchen, which sometimes is not flowing. Sometimes you go to the kitchen and you don’t find anything. So, it’s a bit worrying And then the cleanliness in our corridors. Nowadays the cleaners are so reluctant everywhere – not only the corridors, even the toilets, even the kitchen, I don’t know what has been happening, because you’ll find the corridors have been washed at 3pm. Nowadays they just wash once. At least for the toilets they keep on washing like three times a day. But for the corridors and the kitchens they are very, very very untidy and when I say untidy I mean very, very untidy.

There is also something else that has happened a few weeks ago. You know they have opened a prison. People say it is a prison. Before it used to be a deportation camp. But now I understand it’s a prison. And apparently there has been people, who are there, we don’t know where they are from, we don’t know what they’ve committed, because the prison has a very high fence and it has very tight security. 

So apparently like two weeks ago someone committed suicide. And there was cover up of the whole story because there was no evidence. Otherwise, guys say, if they were able to take photos or videos, they could have brought it out in the light. But now since there was so many Polizei, there was so many security, so like there was restriction to see what is happening, but most of the guys were able to tell that there was someone who is dead from inside. So that story was covered up. No one has ever talked about that story again. That bit has been worrying us, because nobody understands what that reason is about.

Otherwise everything else has been going on. We have been recording very few  people, who are coming to the camp. The transfer is so minimal. Apparently, they transfer mostly Arabs, pregnant women and mama babies. So, for the rest we are still in the camp. Hoping they will give us transfer – some of us have stayed long in the camp because of this Covid 19. So we are trusting God maybe from Eisen they will give us Heim or something. So that is how much we have been in Eisen. I don’t think I have anything else… 

There has been deportation for people from Serbia, Albania and Georgia. So they come and deport during the days. Last week they came for a person during the day. This week they picked a person, who went to renew the Ausweis. But these are people from Albania, Serbia and from Albania, apparently they are all men. We don’t understand because one guy was being waited for. He was really wanted because they monitored his plastic card. So he was outside the gate, so the card could tell he was outside the gate and when he got inside, he was caught after some few meters from the gate. He was caught by Polizei. And that was it. 

So far so good. Not so many incidents. Last month there was a fight amongst three ladies. There was two Kenians and one Nigerian. One of the Kenians, the one who actually fought terribly, was being transferred to Wünsdorf, the others are being in Eisen. Our timings for being out of the camp is 24 hours. So that’s all I have to report about Eisen. God bless you and have a blessed weekend.

Guten Nachmittag an Alle,  Ich bin _____ aus Eisen (Eisenhüttenstadt). Ich möchte ein paar Dinge berichten, ein paar Probleme. 

Bisher haben wir keine Fälle von Coronavirus, aber die erstaunliche Sache ist, dass wenn neue Leute kommen, dann werden sie getestet. Sie kommen in einen Container, dann sind sie fertig und kommen frei. Es ist ein bisschen besorgniserregend, weil sie eigentlich in Quarantäne sollten. So, die Anzahl der Leute, die in Quarantäne sind, wird immer weniger und weniger. Es gibt also keine Quarantäne mehr, was besorgniserregend ist. Und alle, die mehr als 24 Stunden außerhalb sind, müssen nur für eine Woche in Quarantäne. Also das ist auch ein bisschen besorgniserregend. 

Zum Desinfektionsmittel: Der einzige Ort, an dem ein Spender mit Desinfektionsmittel steht, ist in der Küche. Und  da kommt manchmal nichts raus. Manchmal gehst du in die Küche und es ist nichts da. Das beunruhigt mich. 

Zur Sauberkeit in den Gängen:

Heutzutage sind die Putzkräfte überall so  unwillig. Nicht nur in den Gängen, auch in den Toiletten und in der Küche. Ich weiß nicht, was passiert, manchmal werden die Flure um fünfzehn Uhr gewischt. Im Moment wischen sie sie nur einmal. Immerhin werden die Toiletten weiterhin dreimal täglich gewaschen. Aber die Flure und die Küche sind sehr sehr schmutzig, also wirklich schmutzig. 

Etwas ist passiert. Vor ein paar Wochen. Sie haben ein Gefängnis aufgemacht. Die Leute sagen, dass es ein Gefängnis ist. Davor war es Abschiebelager. Aber jetzt verstehe ich, es ist es ein Gefängnis. Und anscheinenden gibt es Menschen, die dort sind. Wir wissen nicht, wer sie sind oder was sie gemacht haben, weil es um das Gefängnis einen hohen Zaun gibt und viel Sicherheitspersonal. 

Anscheinend hat vor zwei Wochen jemand Selbstmord begangen. Die ganze Story wurde vertuscht, weil es keine Beweise gab. Die Leute sagen, dass sie die Story ans Licht bringen hätten können, wenn sie in der Lage gewesen wären, Fotos oder Videos zu machen. Weil viel Polizei und Sicherheitspersonal dort war, gab es Schwierigkeiten zu sehen, was passiert ist, aber viele von den Leuten konnten sagen, dass drinnen jemand gestorben ist.  Das wurde vertuscht. Und dann hat nie wieder jemand über die Story gesprochen. Das sorgt uns, weil niemand weiß, was der Grund dafür ist. 

Alles andere läuft weiter dahin. Wir haben ein paar sehr wenige Leute wahrgenommen, die neu ins Lager gekommen sind. Es gibt kaum Verlegungen. Anscheinend verlegen sie hauptsächlich Araber*innen, schwangere Frauen und Mütter von Babys.

Wir, alle anderen, sind weiterhin im Lager. Wir hoffen, dass sie uns verlegen. Viele von uns sind wegen Covid 19 schon lange hier. Wir vertrauen Gott, dass er uns von Eisen in ein Heim oder so etwas verlegt. So geht es uns hier in Eisen. Mehr gibt es nicht zu erzählen. 

Es gab einen Transport für Menschen aus Serbien, Albanien und Georgien. Sie kommen und holen sie untertags. Letzte Wochen kamen sie um einen Person untertags abzuholen. Diese Woche haben sie eine Person abgeholt, die gegangen war um den Ausweis zu erneuern. Es sind Leute aus Albanien, Serbien und anscheinend sind die aus Albanien alle Männer.

Wir wissen nicht so genau, was vor sich geht, aber auf einen Mann haben sie gewartet. Er muss sehr gesucht sein, weil sie haben seine Plastikkarte überwacht. Er war vor dem Tor, das konnte die Karte zeigen und als er rein kam, wurde er nur ein paar Meter hinter dem Tor gefasst. Er wurde von der Polizei gefasst. Und das war’s.

Soweit, so gut.  Es gibt kaum Zwischenfälle. Letzten Monat haben drei Frauen miteinander gekämpft. Zwei Kenianerinnen und eine Nigerianerin. Eine der beiden Kenianerinnen – sie hatte tatsächlich hart gekämpft – wurde nach Wünsdorf verlegt. Die anderen sind in Eisen. 

Wir dürfen uns maximal 24 Stunden außerhalb vom Camp aufhalten. Das ist alles, was es aus Eisen zu berichten gibt. Gott schütze euch und habt ein schönes Wochenende.

Report #20

05.07.2020

Hello everyone, this is ____ reporting from Nauen, Havelland.

I am giving a report of this site. Recently there is a family that was transferred here. And they didn’t stay for long. And the mother got sick and she was taken to hospital. And upon being tested – she tested positive of Covid 19. And immediately they were taken to be quarantined somewhere. In our Heim (camp) we have two buildings. So in the building: The woman and the family used to stay on the second floor. So all of the people living on the second floor, they were tested and they were put in quarantine. For 14 days. And anyone, who was not there, was told to come with the results. To test outside and come with the results. And for the people who were there, they were tested like three times and all of them were okay. But they were told until the 14 days are finished and then they will be out.

So yesterday the 14 days finished and now they are out. So they were set free. The whole Heim (camp) were not put on quarantine, but only that site. Everyone is ok, everyone is keeping safe. And now the gate is locked, because of those people, who were outside and were not there. And they were living in the same people with that woman who tested positive. So I think three of them or four, they are coming on Monday with the results, as they were told.

Cleanliness: There is a bit of change, which is okay for now. Not really, but which is okay. They clean, you see clean, it’s a bit clean in the toilets, the kitchen, the corridors. And even if they don’t clean everyday but they clean. There is a difference. They changed the workers and we are glad.  There are some transfers from Doberlug  and they are being brought by bus, because they are told to also keep safe, not bring corona to the Heims (camps).

So far so good. Now we are just praying that everything will be ok. And we are trusting god also that this corona will end. That’s all for me. Not unless anything else happens. Good day and nice weekend.

Hallo Alle, hier is ____ von Nauen, Havelland.

Ich berichte von hier. Kürzlich wurde eine Familie hergebracht. Sie sind nicht lange geblieben. Die Mutter wurde krank und kam ins Krankenhaus. Sie wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Sie kamen sofort irgendwo in Quarantäne. 

Im Heim gibt es zwei Gebäude: Die Frau und ihre Familie wohnten im zweiten Stock. Alle Menschen, die auch im zweiten Stock wohnen, wurden getestet und kamen für vierzehn Tage in Quarantäne. Allen, die nicht da waren, wurde gesagt, sie sollen mit dem Testergebnis wieder kommen. Also sie sollen sich draußen testen lassen und dann mit den Ergebnissen wieder kommen.

Die Leute, die da waren, wurden dreimal getestet; sie waren alle okay. Aber sie sollten 14 Tage in Quarantäne gehen. Gestern waren die 14 Tage vorbei und nun sind wie draußen. Sie sind frei. Es wurde nicht das ganze Haus unter Quarantäne gestellt, sondern nur dieser Bereich. 

Alle sind okay, alle geben acht.

Das Tor ist nun abgeschlossen, wegen der Menschen, die draußen waren und nicht da waren. Sie lebten mit der Frau, die krank geworden ist. 3 oder 4 kommen am Montag mit ihren Ergebnissen, so wie man sie gebeten hatte.

Sauberkeit: Es hat sich verändert, was okay ist. Eigentlich nicht ganz, aber es ist okay. Sie putzen ein bisschen die Toiletten, die Küche, die Gänge. Und auch wenn sie nicht jeden Tag putzen, so putzen sie. Das macht einen Unterschied. Sie haben neue Arbeiter*innen und das freut uns.  

Es gab ein paar Verlegungen aus Doberlug. Sie kamen mit dem Bus aus Sicherheitsgründen um Corona nicht ins Heim zu bringen. 

Soweit so gut. Wir beten, dass alles ok wird. Und wir vertrauen Gott, dass dieses Corona enden wird. Soweit von mir. Außer es passiert noch was. Einen schönen Tag und eine gute Woche.


IWS @ #Mygration Festival - 20th June

IWS participated in the first #Mygration Festival event at Pandanoodle on 20. June.

At the event, members of IWS talked with the audience about our work, the Lager reports and the COVID situation for refugee women* in lagers, and what "space" means to them.

The event also featured discussions with members from un.thai.tled, the Smells Like Collective, and the African Food Festival who spoke about the role of food in migrant and BIPOC communities. And, of course, there were many delicious Thai treats and incredible food from Pandanoodle.

Follow the #Mygration Festival Facebook and/or Instagram to learn more about future events and read about stories of food and migration!


"Hi. There is something going on here, that people don't understand." - Lager Report, June 2020

These reports were initiated by the Break Isolation Group of International Women* Space - read their statement here. They are recording audio messages on their current situation in their different accommodations and invite other women to share their experiences too. The voices in uploaded recordings have been altered. If you would like to share a report, get in touch with us on iwspace@iwspace.de.

Corona Lager Report #19 13.06.2020

Part 1

Hi. There is something going on here, that people don’t understand. I think there is no more hygiene in politics. As this quarantine is not anymore quarantine. I think it is taking advantage of the quarantine during this pandemic time.

I have been in Wusterhausen, met people, women with children, pregnant women, being shuffled from one lager to another and within the Lager even shuffled from one room to another. After the 14 days they tell you they are taking you somewhere of which people don’t know where they go. Some people have been forced to sign a letter that they want to go back willingly  to their countries. This is unbelievable.

There are things implemented and they are not in the law. This a strategy to take advantage of this pandemic time. This shuffling people from one Lager to another. There are even people I’m shocked. I met a woman from Hennigsdorf. A pregnant woman came to Neuruppin. She doesn’t know why she is there. She was just told to come there. After 2 weeks she was given a room in Wusterhausen and after that we don‘t know where she was taken. You just wake up and you are told you are going somewhere else of which people have no idea where they are taking people. And then they are squeezing people in the rooms, this is not even quarantine anymore. It looks like a small jail.

That’s what is going on here. It is very very shocking…The people are getting worried every day. So in this time of quarantine they are doing something. If you don‘t want to go and you don’t want to collaborate with them they give you between 50 to 90€. They give you a key to go in and out, as when you go out you give the key to the security and when you come in you have to take your key so that they monitor when you are going in and out. In one lager in Neuruppin they give you a special card with your photo which you have to give to the security. There is only one entrance and when you come back you show to them that you are back.

Something is fishy here about it. And then they‘re stressing people as in if you don‘t collaborate you don‘t get money. If you don‘t collaborate, you don‘t have a place to stay. If you don‘t collaborate they don‘ t prolong your stay. If you don‘t, there is no other stamp on your permission to stay here. And they don‘t allow you to integrate or work. It‘s, they block you. And then they give you residenzpflicht. All those things have been happening for the last 2 or 3 months. Nobody understands.

I think there is a sickness, that is a messiah complex as in if you don’t wash it then, you don’t get what you want. This for me is some kind of a modernized qualification with no queries. This is very shocking, especially for pregnant women and women with children being shuffled from one Lager to another and they don‘t know about tomorrow. The question is, integration and working is a problem, doing nothing is also a problem. Who is fooling who here, is the question. There is an alarm here (???) people are losing patience and are getting higher than the pandemic itself. I think something should be done.

Part 2

There are 2 ladies, one is from Angola speaking portuguese, the other one is from Cameroon speaking french. The angolan one was pregnant and she was speaking a little bit of deutsch. She was quarantined already somewhere else for 14 days. She happened to go out for a weekend and she came back and she got a punishment to do the quarantine again, for 14 days.

And this I don’t understand why. She also does not. The cameroon lady had a baby. She was also in quarantine from Berlin with a small baby. She also doesn’t understand why. Because of the language barrier there is no communication really. But how I understand it they want to bring back this swiping thing like in Eisenhüttenstadt. I also overheard a conversation from one woman politician. She was the one to sort out people to try to make some camps into deportation camps, ‘cause Eisenhüttenstadt is not enough to deport people and families, things like that. So it is a pity for these women who are moving here and there, pregnant, being shuffled here and there with children, traumatizing them. It’s too much. Something is fishy in here and nobody knows what’s going on.

Part 3

Point of question. This 50 to 90 Euros is supposed to last for a month. Monthly instead of the €380 or whatever. It’s the 50 to 90 Euros is a punishment that you didn’t collaborate or whatsoever to stay in quarantine time.

Teil 1

Hallo. Hier geht etwas vor sich, das die Leute nicht verstehen. Ich glaube in der Politik gibt es keine Hygiene mehr. Diese Quarantäne ist keine Quarantäne mehr. Ich denke, sie nutzt die Quarantäne aus diese Pandemiezeit.

Ich war in Wusterhausen, habe Leute getroffen, Frauen mit Kindern, schwangere Frauen, die von einem Lager in ein anderes und innerhalb des Lagers sogar von einem Raum in einen anderen geschoben wurden. Nach den 14 Tagen erzählen sie dir, dass sie dich irgendwo hinbringen von dem die Leute nicht wissen wohin sie gehen. Einige Menschen sind gezwungen worden, einen Brief zu unterschreiben, dass sie freiwillig in ihre Länder zurückkehren wollen. Das ist unglaublich.

Es gibt Dinge, die umgesetzt werden, die gibt es nicht im Gesetz. Das ist eine Strategie, um diese Pandemiezeit auszunutzen. Die Menschen von einem Lager in ein anderes zu schieben. Es gibt sogar Menschen, ich bin schockiert. Ich habe eine Frau aus Hennigsdorf getroffen. Eine schwangere Frau kam nach Neuruppin. Sie weiß nicht, warum sie dort ist. Man hat ihr nur gesagt, sie soll dorthin kommen. Nach 2 Wochen bekam sie ein Zimmer in Wusterhausen, und danach wissen wir nicht mehr, wohin sie gebracht wurde. Du wachst einfach auf und es wird dir gesagt, dass du woanders hingehst, von dem die Leute keine Ahnung haben wohin sie die Leute bringen. Und dann quetschen sie die Leute in die Räume, es ist nicht einmal mehr Quarantäne.

Es sieht aus wie ein kleines Gefängnis. Das ist es, was hier vor sich geht. Es ist ein sehr, sehr schockierende… Die Leute machen sich jeden Tag Sorgen. In dieser Quarantänezeit machen sie also etwas. Wenn du nicht gehen willst und nicht mit ihnen zusammenarbeiten willst, geben sie dir zwischen 50 und 90€.

Sie geben dir einen Schlüssel, mit dem du ein- und ausgehen kannst, denn wenn du hinausgehst, gibst du den Schlüssel an die Sicherheitskräfte ab, und wenn du hineinkommst, musst du deinen Sie Schlüssel holen, damit sie überwachen können, wann du hinein und hinaus gehst. In einem Lager in Neuruppin geben sie dir eine spezielle Karte mit deinem Foto, die du dem Sicherheitsdienst geben musst. Es gibt nur einen Eingang, und wenn du zurückkommst, zeigst du ihnen, dass du wieder da bist.

Irgendwas ist hier faul daran. Und dann stressen sie die Leute, dass du wenn du nicht mitarbeitet, kein Geld bekommst. Wenn du nicht mitarbeitest, hast du keinen Ort zum bleiben. Wenn du nicht mitarbeitest, verlängern sie deinen Aufenthalt nicht. Wenn du es nicht machst, gibt es keinen weiteren Stempel auf deiner Aufenthaltserlaubnis. Und sie erlauben dir nicht dich zu integrieren oder zu arbeiten. Es ist, sie blockieren dich. Und dann geben sie dir Residenzpflicht.

All diese Dinge passieren in den letzten 2 oder 3 Monaten. Niemand versteht das. Ich glaube, es gibt eine Krankheit, den Messiaskomplex, so wie, wenn du es nicht wäschst, bekommst du nicht was du willst. Das ist für mich eine Art modernisierte Qualifikation ohne Rückfragen. Das ist sehr schockierend, vor allem für schwangere Frauen und Frauen mit Kindern, die von einem Lager in ein anderes geschoben werden und nichts von morgen wissen. Die Frage ist, Integration und Arbeit ist ein Problem, Nichtstun ist auch ein Problem. Wer hier wem etwas vormacht, ist die Frage. Es gibt hier einen Alarm (???) Menschen verlieren die Geduld, es wird höher als die Pandemie selbst. Ich denke, es sollte etwas getan werden.

Teil 2

Es gibt 2 Damen, eine kommt aus Angola und spricht portugiesisch, die andere kommt aus Kamerun und spricht französisch. Diejenige aus Angola war schwanger und sprach ein bisschen deutsch. Sie war bereits 14 Tage lang an einem anderen Ort in Quarantäne. Sie ging für ein Wochenende weg, kam zurück und wurde bestraft, sie musste die Quarantäne noch einmal machen, für 14 Tage.

Und das verstehe ich nicht warum. Sie auch nicht. Die Frau aus Kamerun hatte ein Baby. Sie war auch mit einem kleinen Baby in Berlin in Quarantäne. Sie versteht auch nicht, warum. Wegen der Sprachbarriere gibt es keine wirkliche Kommunikation. Aber so wie ich das verstehe, wollen sie dieses Durchziehding wie in Eisenhüttenstadt wieder einführen. Ich habe auch ein Gespräch einer Politikerin mitgehört.

Sie war diejenige, die die Leute aussortiert hat, um zu versuchen einige Lager zu Abschiebelagern zu machen, denn Eisenhüttenstadt reicht nicht aus, um Menschen und Familien abzuschieben, solche Dinge. Es ist traurig für diese Frauen, die hier und da umziehen, schwanger, hierhin und dorthin mit Kindern rumgeschoben werden, traumatisiert werden. Das ist zu viel. Irgendwas ist hier drin faul und niemand weiß was vor sich geht.

Teil 3

Punkt der Frage. Diese 50 bis 90€ sollen für einen Monat reichen. Monatlich anstelle von 380 oder was auch immer. Die 50 bis 90€ sind eine Strafe dafür, dass ihr nicht kollaboriert habt oder was auch immer, in der Quarantänezeit zu bleiben.